‹Vor 80 Jahren› – 18. Juli 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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18. Juli 1946

143 Gemeinden der Provinz Rhein Hessen-Nassau werden in das Saarland integriert

Ausgangslage
Am 7. September 1945 tritt Gilbert Grandval (→ 1) sein Amt als Gouverneur des Saarlandes an, welches zu diesem Zeitpunkt auf das Gebiet innerhalb der im Versailler Vertrag von 1919 festgelegten Grenzen des Völkerbundmandats ‹Saargebiet› (→ 2) beschränkt ist.
Grandval ist ein Macher! Er arbeitet sich rasch in die Materie ein, studiert die Berichte der Regierungskommission des Saargebietes von 1920-1935 und erkennt, dass das Saargebiet wirtschaftlich nicht lebensfähig ist. Dies ist anfänglich durchaus im Sinne der französischen Politik, die eine wirtschaftliche Abhängigkeit des Saargebietes von Lothringen für wünschenswert erachtet. Der erste Vorstoss Grandvals vom 26. November 1945, das Territorium des Saargebietes um ⅓ zu vergrössern, versandet daher.
Grandval wäre nicht Grandval, hätte er nach diesem Rückschlag nicht in kürzester Zeit eine Strategie zur Umsetzung seiner Vision eines wirtschaftlich lebensfähigen Saarlandes entwickelt.
Am 20. Januar 1946 tritt Charles de Gaulle als Präsident der provisorischen Regierung zurück. Die Zeit der wenig zielführenden und von realitätsfernem Wunschdenken sowie Prestigegefühlen geleiteten französischen Aussenpolitik ist – vorerst – Geschichte.
Der Nachfolger Félix Gouin wird am 23. Juni 1946 vom ehemaligen Wiederstandkämpfer und Aussenpolitiker Georges Bidault abgelöst. Auch die politische Situation hat sich in den Monaten seit November 1945 verändert, eine Annexion des Saarlandes ist vom Tisch.
Grandval erkennt und ergreift seine Chance und legt einen überarbeiteten Plan zur sinnvollen Erweiterung des Territoriums des Saargebietes vor. Sein Ziel ist es, jene Gemeinden in das Saarland einzubeziehen, deren Werktätige ohnehin in saarländischen Betrieben arbeiten und deren Landwirtschaft der Versorgung der Saarbevölkerung dient. All dies möglichst bevor die Grenzen des Saarlandes zur französischen Besatzungszone geschlossen werden.

Gebietserweiterung
Am 18. Juli 1946 ergeht die Anordnung Nr. 8 der französischen Militärregierung, welche mit Wirkung zum 20. Juli 1946 143 Gemeinden (→ 3) der Provinz Rhein Hessen-Nassau (→ 4) dem Saarland zuweist und Gilbert Grandval unterstellt.

In fast allen Quellen fehlt die bis 1974 selbständige Gemeinde Hamm, malerisch in der kleinen Saarschleife bei Taben-Rodt gelegen, in den Aufzählungen der angeschlossenen Gemeinden.

In der Trierische Volkszeitung (→ 5) erscheint am 20. Juni 1946 der Artikel ‹Das Saargebiet erweitert›, welcher auch die Hintergründe erläutert.

Für Gilbert ist die Gebietserweiterung ein weiterer, grosser Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung seiner Vision. Ein wirtschaftlich lebensfähiges Saarland, welches kulturell, wirtschaftlich und politisch mit Frankreich verbunden ist.

Postwesen
Der Oberpostdirektion Saar werden im Zuge der Gebietserweiterung 118 Posteinrichtungen in 111 Gemeinden sowie mehrere ‹Post- und Telegrafenhilfstellen› übergeben. Dies ist eine enorme logistische Herausforderung hinsichtlich zusätzlicher Belegschaft und neu zu beschaffendem Material.
In der nachstehenden Tabelle gelten nachstehende Abkürzungen
• PA, Postamt
• ZwPA, Zweigpostamt
• PSt I, Poststelle I
• PSt II, Poststelle II

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Hinweise
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(→ 1) Gilbert Grandval (12. Februar 1904-29. November 1981), geboren als Yves Gilbert Edmond Hirsch-Ollendorf. ‹Grandval› war ab 1943 einer seiner ‹nom de guerre› als Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg. Den Namen Grandval durfte er ab 1946 auch amtlich führen.
Grandval wird der Posten als ‹rechte Hand› von Pierre-Marie Kœnig, dem französischen Oberkommandierenden und Mitglieds des Alliierten Kontrollrates in Berlin, angetragen. Grandval und Kœnig verstehen sich sehr gut. Sie haben bereits in der Schlussphase des Krieges gut miteinander gearbeitet.
Grandval schlägt das Angebot dennoch aus. Er hat vor dem Krieg  in der Industrie gearbeitet und wünscht sich eine mehr praxisbezogene Aufgabe.
Von 1945-1947 amtiert er als Militärgouverneur des Saarlandes, ab 10. Januar 1948 als Hochkommissar der Französischen Republik im Saarland und schliesslich von 1952 bis 30. Juni 1955 als Botschafter der Französischen Republik im Saarland.
Grandvals forcierte den Wiederaufbau des Saarlandes, seiner Industrie und Landwirtschaft. In seiner Ägide wurde das Saarland autonom und führte soziale Errungenschaften ein, auf welche deutsche Mütter und Werktätige noch lange warten mussten.

(→ 2) Versailler Vertrag, Abschnitt IV., Art. 48; zwischen 1945 und 1947 werden die Begriffe ‹Saarland› und ‹Saargebiet› auch in offiziellen Dokumenten als Synonyme verwendet.

(→ 3) Quellen
Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 29/1946, p. 247-249
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)
Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 32/1946, S. 131f
(abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)
Regierungspräsidium Saar, Abteilung Finanzen und Forsten, Anweisung RP Saar, Tgb.Nr..III/3 – 2693/46 vom 22. Juli 1946
(Saarländisches Landesarchiv)
Dr. Wilhelm Steinlein, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Trier: Schreiben mit Anhang an die Landräte des Bezirks, den Oberbürgermeister von Trier sowie den Leiter der Oberpostdirektion Trier vom 20. Juli 1946 (offizielle Abschrift im Saarländischen Landesarchiv)

(→ 4) Aus der Provinz Rhein Hessen-Nassau (deckungsgleich mit dem gleichnamigen Oberregierungspräsidium) sowie dem Oberregierungspräsidium Hessen-Pfalz entstand am 30. August 1946 durch Verordnung Nr. 57 das rhein-pfälzische Land, heute das Bundesland Rheinland-Pfalz.
Quelle: Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 35/1946, p. 291-292
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 5) 1875 als Trierisches Anzeigenblatt gegründet. Ab 1878 unter dem Namen Trierischer Volksfreund. Vom nationalsozialistischen Regime verboten. Erscheint ab 1946 als Trierische Volkszeitung und ab 1949 bis heute wieder als Trierischer Volksfreund.

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

On 18th June 1946 decision no. 8 of the french military government in Germany is published, placing 143 municipalities under the authority of governor Gilbert Grandval, thus expanding the territory of the Saarland.
Grandval’s aim is to incorporate into the Saarland those municipalities whose working population is already employed in Saarland businesses and whose agriculture serves to supply the Saarland population. All this is to take place, if possible, before Saarland’s borders with the French Occupation Zone were going to be closed.

The first table lists the 143 municipalities sorted alphabetically by district. The second table lists 111 municipalities with 118 post offices and branches. The incorporation of these post offices and branches placed a heavy burden on the Saarland’s Directorate-General for Postal Services, requiring a huge logistical effort in terms of expanded staff and materials to be procured.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le 18 juin 1946 est publiée la décision n° 8 du gouvernement militaire français en Allemagne, qui place 143 communes sous l’autorité du gouverneur Gilbert Grandval, élargissant ainsi le territoire de la Sarre.
L’objectif de Grandval est d’intégrer à la Sarre les communes dont la population active est déjà employée dans des entreprises sarroises et dont l’agriculture sert à approvisionner la population sarroise. Tout cela doit se faire, si possible, avant la fermeture des frontières de la Sarre avec la zone d’occupation française.

Le premier tableau répertorie les 143 communes classées par ordre alphabétique selon leur arrondissement. Le deuxième tableau répertorie 111 communes comptant 118 bureaux de poste et succursales. L’intégration de ces bureaux de poste et succursales a imposé une lourde charge à la Direction générale des services postaux de la Sarre, nécessitant un effort logistique considérable en termes d’effectifs supplémentaires et de matériel à acquérir.

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‹Vor 80 Jahren› – 17. Juli 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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17. Juli 1946

Anweisung der OPD Saar an alle Postämter, Zweigpostämter und Poststellen

Auslandsbriefe sind möglichst mit Postwertzeichen freizumachen. Sind Postwertzeichen nicht in ausreichender Menge vorhanden, ist ein Stempel ‹Taxe perçue› … Pfg. mit roter Stempelfarbe zu verwenden. Die Barfrankierung ist mit zwei Unterschriften zu versehen.

Hintergrund
Der Auslandspostverkehr ist im Saarland ab 1. April 1946 mit Einschränkungen wieder aufgenommen worden (→ 1).

Auswirkungen
Briefmarken, der Ausgabe ‹Deutsche Wappen und Dichter› (WuD) sind grundsätzlich an den Postschaltern vorhanden, jedoch fehlen die Werte für Auslandssendungen; 75 Pfennig für einen Brief und 45 Pfennig für eine Postkarte. Die sonstigen Werte der Ausgabe ‹Wappen und Dichter› sind meist nur in kleinen Mengen an den Schaltern vorrätig.
Dieser Missstand betrifft nicht allein das Saarland, sondern auch die Provinzen der französischen Besatzungszone. Ein Umstand, welcher die Verantwortlichen der Militärregierung ärgert und den Journalisten bissig kommentieren.

«Es gibt keine Briefmarken in Baden-Baden. Ausverkauft. Die französische Zone hat nicht die gleichen wie die anderen Zonen. Daher kleine Auflagen, daher der Run der Sammelwütigen; im Jahre 1946 wütiger denn je.
Es ist eine Währung, die nicht die Gleichschaltung Franc gleich Dollar mitmacht, es ist eine Währung, von der viele hoffen, daß sie die Mark [Anm. Reichsmark] überleben wird. Es ist auch ein Unfug. Man geht an den Schalter, und der Brief wird dort gestempelt. Man steht Schlange, einmal mehr. Da man noch Marken aus der britischen Zone bei sich hatte, glaubte man, die Schlange überlisten zu können. Nach drei Tagen kam der Brief zurück. ‹Marken unzulässig› stand darauf. Ja, hätte der Adressat des Briefes beim nicht nachzahlen körnen? Das geht heute nicht zwischen Baden-Baden und Hamburg. Würde man protestiert haben – man weiss von vornherein was geschehen wäre. Man zuckt die Achseln: die Besatzungsbehörde … Das hörte man schon in allen Zonen zu allen Anlässen. Es scheint die schlimmste deutsche Krankheit von 1946 zu sein. Die bequemste natürlich auch.» (→ 2)

Ein Auslandsbrief der ersten Gewichtsstufe bis 20 Gramm, gelaufen von Höcherberg-Frankenholz nach Belgien.
Beförderungsgebühr 75 Pfennig. DieAusgabe ‹Wappen und Dichter› hat keinen  entsprechenden Wert. Die Frankatur wird daher mit anderen Werten zusammengesetzt, in diesem Fall mir fünf 15 Pfennig-Marken. Ein Vorgehen, welches den ohnehin vorhandenen  Briefmarkenmangel noch zusätzlich verschärft.
Postkunden müssen darüber hinaus die zusammengesetzte Frankatur berücksichtigen und neben der Adresse und evtl. vorgedruckten Absenderangaben (Firmen) ausreichend Platz für die Briefmarken lassen.

Verwendet werden fast alle Werte der ‹Wappen und Dichter› (3, 5, 8, 10, 12, 15, 20, 24, 30 Pfennig), wobei 10, 12 sowie 24 Pfennig auf Auslandsbriefen kaum vorkommen. Der 10 Pfennig-Wert mit kleiner Auflage ist ohnehin selten, 12 Pfennig wird für die Inlandspostkarte und 24 Pfennig für den Inlandsbrief benötigt.

Dieser Beleg, gelaufen von Landsweiler-Reden nach Frankreich zeigt, dass neben dem Mangel an Briefmarken auch Mangel an Rohstoffen bestand. Im Fenster des Couverts steht:

«Gib Altpapier an Deine örtl. Sammelstelle dann können wir auch neue Briefumschläge liefern»

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Hinweise
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(→ 1) Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Nr. 06/1946, S. 47 (abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)

(→ 2) Lenz, Walter; Frankreich in Baden-Baden, in: ‹Die Zeit›, 1. August 1946, Feuilleton (zitiert wird ein Auszug aus dem Artikel)
Walter Lenz (1911-1963) war 1946 Leiter einer französischen Nachrichtenagentur in Baden-Baden.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

An instruction, dated 17th July 1946, addressed to all post offices stresses the need to use stamps on all international post. International post was reintroduced after the war on 1st April 1946 but the stamp series in use ‹German coats of arms and poets› was not available in sufficient quantities and lacked the values needed for international letters (75 Pf.) and postcards (45 Pf.).
So, adhering to the standing instruction multiple values were used instead.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Une instruction datée du 17 juillet 1946, adressée à tous les bureaux de poste, souligne la nécessité d’utiliser des timbres sur tout le courrier international.
Le courrier international avait été réintroduit après la guerre, le 1er avril 1946, mais la série de timbres alors en circulation, intitulée « Armoiries et poètes allemands », n’était pas disponible en quantités suffisantes et ne comprenait pas les valeurs nécessaires pour les lettres internationales (75 Pf.) et les cartes postales (45 Pf.).
C’est pourquoi, conformément à la directive en vigueur, plusieurs valeurs ont été utilisées à la place.

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75 PF. BuS I: ‹A der Bogennummer fehlt›

In meinem Beitrag vom 3. Mai 2026 habe ich A-Bogen des 75 PF.-Werts vorgestellt, bei deren Bogennummern die Spitze des ‹A› beschädigt ist. (→ Link)

Eine weitere Abweichung bei den Bogennummern der A-Bogen des 75 PF:-Werts sind Bogennummern, bei welchen das ‹A› komplett fehlt. Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Abweichungen wird vermutet. (→ 1)

Aktueller Forschungsstand: Eine unbekannte Anzahl A-Bogen des 75 PF.-Werts sind mit Bogennummern hergestellt worden, bei welchen das ‹A› komplett fehlt.
Ich kann den Bogennummernbereich bloss grob auf die 219 Bogennummern A 4712 bis A 4494 eingrenzen (→ 1).

Zwei Bogenecken, deren Bogennummern das ‹A› komplett fehlt, sind Teil meiner Sammlung ‹Montclair›.

Wie kann ich sicher sein, dass es sich um Bogenecken von A-Bogen handelt, wenn doch der Unterscheidungsbuchstabe fehlt?
Drei eindeutige Merkmale von A-Bogen:

a
Merkmal 75 PF. Feld 92A ‹dunkler Fleck an der Baumkrone›, tritt auf B-Bogen nicht auf.

b
Perforationsanomalie (Pfeil). Diese Krümmung der Perforation im Bereich der Zähnungslöcher 2 -4 zwischen der ersten und zweiten senkrechten Bogenreihe geht auf einen Defekt des Zähnungskamms der ‹Titan›-Flachperforiermaschine zurück und tritt bei A-Bogen sämtlicher kleinformatigen Werte (2 PF.-80 PF.) auf.

c
Breiter linke Bogenrand (Doppelpfeil). Druckbogen haben aussen breite Bogenränder und in der Mitte einen breiten senkrechten Steg (vgl. folgende Abbildung). Werden die Druckbogen in zwei Schalterbogen getrennt – ‹A› links und ‹B› rechts – verbleiben die breiten Bogenränder aussen. Der durch die Trennung der Schalterbogen halbierte mittlere Steg ist schmaler.

In MICHEL®-Katalogen, im Saarhandbuch (SHB) wie im Handbuch ArGe FZ ist diese Abweichung der Bogenrandsignatur nicht aufgeführt.

Unter dem Menüpunkt ‹Bogenrandsignatur-Abweichungen BuS I | II› habe ich diese Abweichung eingefügt. (→ Link)

Solltet euch weitere Exemplare vorliegen, nehmt bitte mit mir Kontakt auf (vgl. Footer dieser Webseite). Danke

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Hinweise
(→ 1) bspw. von Jürgen Richardi, ArGe Französische Zone

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🇬🇧 In a nutshell: I present a rare variety appearing in some sheet-numbers of the 75 PF.-value. The sheet-numbers of certain A-sheets of the 75 Pfennig value are showing a missing letter ‹A›.
As of today A-sheets in the range of A 4911 to A 4313 might be affected. Two sheet corners are part of the collection Montclair.

If you stumble over further pieces, please do not hesitate to contact me (see details in the footer of this webpage).

🇫🇷 En bref: Je vous présente une variante rare apparaissant sur certains numéros de feuille de la valeur faciale de 75 PF. Les numéros de feuille de certaines feuilles de type « A » de la valeur de 75 pfennigs présentent une lettre « A » manquante.
À ce jour, les feuilles A comprises entre A 4911 et A 4313 pourraient être concernées. Deux coins de feuille font partie de la collection Montclair.

Si tu possèdes d’autres exemplaires présentant cette anomalie, merci de me contacter (voir les coordonnées en bas de cette page).

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8 PF. BuS I: ‹Bogendatum mit Komma›

Ich behandele in diesem Beitrag eine Abweichung  des Bogendatums beim 8 Pfennig-Wert des Altdrucks (BuS I). Diese Abweichung tritt sowohl auf A- wie auf B-Bogen auf.

Der 8 Pfennig-Wert wird im Februar 1947 hergestellt und erhält am 15. und 16. Februar 1947 seine Bogenrandsignaturen. Wir unterscheiden somit die Bogendaten:

  • 15. Februar 1947
  • 16. Februar 1947

Der 16. Februar war ein Sonntag. Der einzige Sonntag, an welchem bei der Herstellung des Altdrucks (BuS I) nachweislich in der Druckerei Burda gearbeitet wurde.

Das Bogendatum 15. Februar 1947 wird in der Schrift Futura halbfett gesetzt (→ 1) und gehört zur Type II (ohne Doppelpunkt nach ‹am›).

Das Bogendatum 16. Februar 1947 wird dagegen in der Schrift Bodoni gewöhnlich gesetzt.

Ein Setzer bei der Druckerei Burda greift wahrscheinlich ins falsche Fach. Hinter der Ordnungszahl ‹16› befindet sich kein Punkt, sondern ein Komma (Bogendatum Type IIIa).

Dieser Fehler bleibt lange unbemerkt. Ich kann das Komma Stand Juli  von Bogen 11508 bis Bogen 07842 nachweisen. Das sind 3’666 Bogen.

Als der Fehler schliesslich auffällt, retuschiert ein Setzer – wahrscheinlich derselbe Setzer, der den Bock geschossen hat – das Komma. Heisst: der ‹Haken› des Kommas wird weggefeilt.

Sämtliche Bogen, welche nun die Bogensignaturen erhalten, inkl. der 100 Bogen aus der Erweiterung der Auflage aus der Druckreserve (Bogennummern 12600 bis 12501) weisen diese retuschierte Komma auf (Bogennummer Type IIIb).

Ich habe diese Abweichung im Menü (oben rechts) unter dem Punkt  ‹Besonderheiten und Abweichungen› als ‹Bogenrandsignatur-Abweichung BuS I | II› aufgenommen.
(→ Link)

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Hinweise
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(→ 1) Die Bogendaten wurden im ‹Handsatz› manuell gesetzt. Die in der Druckerei Franz Burda verwendeten Lettern stammten nach Aussage des technischen Direktors Fuchs überwiegend aus der Bauerschen Giesserei in Frankfurt am Main.
In dieser Schriftgiesserei wurden die Bauer Bodoni (Antiqua, 1921 Heinrich Jost)  sowie die Futura (serifenlose Linear-Antiqua, 1924-1926 Paul Renner) veröffentlicht.

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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the sheet-margins of the 8 Pfennig-value of the first issue of ‹Works and sights at the Saar›.
The sheet-date ‹16. Februar 1947› was set wrong for the first 3’666 sheets, featuring a comma instead of a full stop behind the ‹16›. This margin-variety appears on A- as well as B-sheets.

🇫🇷 En bref: Cet article porte sur une variante apparaissant dans les marges des feuilles du timbre de 8 pfennigs de la première émission « Métiers et sites de la Sarre ».
La date d’impression « 16. Februar 1947 » a été mal indiquée sur les 3 666 premières feuilles, avec une virgule à la place d’un point après le « 16 ». Cette variante de marge apparaît aussi bien sur les feuilles de type A que sur celles de type B.

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30 PF. BuS I: ‹2 Flecke links des Reihenwertzählers 15.00›

Ich stelle eine Abweichung der Bogenrandsignaturen (→ 1) von Schalterbogen der BuS I | II vor.

Der Reihenwertzähler ‹15.00›, der 5. senkrechten Reihe, des 30 Pfennig-Werts BuS I weist bei B-Bogen zwei kleine Flecke in Druckfarbe links der ‹1› von ‹15.00› auf. Die Abweichung ähnelt einer ‹8›.

Interessant wird diese Abweichung, da auf der anhängenden Marke vom Feld 5B das Feldmerkmal ‹dunkler Fleck am rechten Bildrand oberhalb der Wertziffer› auftritt.

Das Feldmerkmal ist seit den 1950er-Jahren bekannt.

  • Paul Staedel: 12e ‹Gros point de couleur à droite et 0 limé›
  • Saarhandbuch: 5B ‹Punkt im Bildrand rechts›
  • MICHEL®: 217Z IV ‹grosser Farbpunkt im rechten Bildrand› (Feld 5, Bg. B).

In meinem → ‹Handbuch Feldmerkmale SAAR I› ist das Feldmerkmal auf Seite 1316 selbstverständlich ebenfalls aufgeführt. Auf der Folgeseite wird die Abweichung beim Reihenwertzähler anhand zweier Abbildungen beschrieben.

Meines Wissens existiert keine Übersicht über die unterschiedlichen Bogenrandsignatur-Abweichungen der BuS I | II.
Daher habe ich die hier beschriebene Bogensignatur-Abweichung, wie auch die sonstigen, bereits im Saarphila-Blog vorgestellten Bogensignatur-Abweichungen auf einer → Seite zusammengefasst. Ziel ist, Abweichungen nach Ausgabe und Art sortiert an einem Ort permanent zur Verfügung zu stellen.
Weitere Einträge werden folgen.

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Hinweise
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(→ 1) Bogenrandsignaturen sind Ziffern, Zeichen, Kreuze oder Striche am Rand von Briefmarkenbogen. Diese wurden für den Druck- und/oder Postbetrieb benötigt. Sie lassen wertvolle Rückschlüsse auf Druckverfahren, Auflagen, Formnummern und Kontrollmassnahmen bei der Herstellung zu. Wir unterscheiden:

  • Drucktechnische Kennzeichen: Dazu zählen Maschinennummern, Formnummern, Zylinderzahlen und Passerkreuze, die helfen, die Druckklischees oder den Druckvorgang zu identifizieren.
  • Postdienliche Kennzeichen: Markierungen wie Bogen(zähl)nummern (BGZ), Reihenwertzähler oder ähnliches.
  • Manuelle Signaturen: Häufig Kürzel oder Prüfzeichen von Druckern und Kontrolleuren.

In meinem Beitrag vom 19. August 2018 habe ich verschiedene Bogenrandsignaturen beschrieben. Zu finden im Blog-Archiv.
(→ Link)

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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the sheet-margins of the 30 Pfennig-value of the first issue of ‹Works and sights at the Saar›.
The row value of the 5th sheet-row ‹15.00› shows two small colour-patches left of the ‹1›. This margin-variety appears on all B-sheets.

🇫🇷 En bref: Cet article porte sur une variante apparaissant dans les marges des feuilles du timbre de 30 pfennigs de la première émission « Métiers et sites de la Sarre ».
Le chiffre indiquant la valeur faciale de la 5e colonne « 15,00 » présente deux taches de couleur à gauche du « 1 ». Cette variante de marge apparaît sur toutes les feuilles de type B.

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‹Vor 80 Jahren› – 24. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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24. Juni 1946

Das Saarland erhält ein eigenständiges Rundfunkamt

Die französische Militärregierung für Deutschland mit Sitz in Baden-Baden baute seit Sommer 1945 dort einen Rundfunksender auf. Noch bevor dieser Sender, der spätere SWF, am 31. März 1946 den Sendebetrieb aufnehmen konnte, hatten Gouverneur Gilbert Grandval und Lieutenant Claude Boudeille von der ‹section de l’information› der Militärregierung des Saarlandes (GMSA) den Sender Saarbrücken aus der Taufe gehoben.
Am Sonntag, 17. März 1946 um 19:10 Uhr war Sendestart im Funkhaus ‹Wartburg›, einem ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum an der Nauwieserstrasse in Saarbrücken-St. Johann. Nach der ‹Marseillaise› hielt Gilbert Grandval eine Ansprache an die Saarländer. Um 21 Uhr wurde aus dem grossen Saal der Wartburg die erste öffentliche Live-Sondersendung von Radio Saarbrücken übertragen. Nebst Moderation gab es musikalische Gestaltung durch das ein Unterhaltungsorchester, das kleine Ensemble sowie das Symphonie-Orchester Metz.

Am 24. Juni 1946 erhält das Saarland mit Verordnung Nr. 46 (→ 1) ein eigenständiges Rundfunkamt.

Verordnung Nr. 46 vom 24.Juni 1946

Das besondere an dieser Neugründung erschliesst sich nicht sofort. Das Rundfunkamt wird bereits in der Verordnung mit finanzieller Selbständigkeit ausgestattet. Die Verfügung Nr. 19 (→ 2) vom gleichen Tag listet genau die Leitungsstruktur und Finanzierung auf. Bereits in Artikel 1 der Verfügung erhält der bestehende Sender Saarbrücken den Namen ‹Radio Sarrebruck›.

‹Radio Sarrebruck› wird von einem Direktor und dem neunköpfigen Verwaltungsrat geleitet, untersteht jedoch allein Gouverneur Grandval. Obschon eine Zensurbehörde besteht, wird im Gegensatz zum SWF in Baden-Baden beim ‹Radio Sarrebruck› nachweislich keine Zensur ausgeübt.
‹Radio Sarrebruck› und das Rundfunkamt sind weitere Schritte auf dem Weg hin zu einem ‹autonomen›, von Deutschland und seiner Besatzungsregierung (Alliierter Kontrollrat) unabhängigen Saarland.

1947 wird Pierre Séguy (→ 3) Sendeleiter bei ‹Radio Sarrebruck› und etabliert Sendungen zur Philatelie. Séguy war Mitbegründer des ‹Landesverbandes der Briefmarkensammler des Saarlandes› sowie federführendes Mitglied der Handbuchkommission, welche das ‹Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes› in der schwierigen Anfangsphase prägte.

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Hinweise
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(→ 1) Veröffentlicht im ‹Journal officiel du Commendment en chef français en Allemagne› Nr. 27 vom 29. Juni 1946, S. 221 (abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 2) Veröffentlicht im ‹Journal officiel du Commendment en chef français en Allemagne› Nr. 27 vom 29. Juni 1946, S. 221ff (abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 3) Geboren 1921 als Otto Robert Steinschneider in Wien. Die Familie flüchtete 1938 nach Frankreich. Im Krieg nimmt er den nom de guerre Pierre Séguy an. Séguy starb 2004 in Saarbrücken.

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

On Sunday, 17 March 1946 at 7.10 pm, broadcasting began at the radio station Saarbrucken, located in the ‹Wartburg›, a former Protestant community centre in Saarbrucken-St. Johann.

About three month later, on 24th June 1946, with order number 46 a broadcasting authority for the Saarland was established. The broadcasting authority was financially independent and in the end responsible to Governor Gilbert Grandval only.
Although a censorship authority existed there is no evidence that any censorship is practised at ‹Radio Sarrebruck›.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le dimanche 17 mars 1946 à 19 h 10, la station de radio de Sarrebruck, située dans la « Wartburg », un ancien centre communautaire protestant du quartier de Sarrebruck-St. Johann, a commencé à émettre.

Environ trois mois plus tard, le 24 juin 1946, l’arrêté n° 46 créait une autorité de régulation de l’audiovisuel pour la Sarre. Cette autorité était financièrement indépendante et ne rendait compte, en dernier ressort, qu’au gouverneur Gilbert Grandval.
Bien qu’une autorité de censure existât, rien n’indique qu’une quelconque censure ait été pratiquée à « Radio Sarrebruck ».

#saarphila #saarphilately

12 PF. BuS II: Datumspunkt . vor 1947 verschoben

In den Beiträgen → ‹Die älteste Briefmarke der Welt› sowie → ‹A von Bogennummer beschädigt› habe ich Abweichungen bei den Bogensignaturen des Altdrucks (BuS I) vorgestellt und beschrieben.
Dieser Beitrag handelt von einer Abweichung bei den Bogenrandsignaturen des Neudrucks (BuS II).

Der Neudruck wurde im Spätsommer 1947 bei der Druckerei Burda in Offenburg in Auftrag gegeben, da die Oberpostdirektion Saar am 17. Juli 1947 der ‹Délégation des P.T.T.› bei der Militärverwaltung in Saarbrücken schriftlich gemeldet hatte, (→ 1)

«dass die meisten Werte der ersten Saarausgabe in Kürze aufgebraucht seien.»

Nun ist ‹in Kürze› ein wunderbar vager Begriff, der in dem vorgenannten Schreiben auch nicht weiter präzisiert wurde.

Der Altdruck war im Spätsommer 1946 bloss als Übergangsausgabe, als Provisorium bis zur angestrebten Wirtschafts- und Währungsunion zwischen dem Saarland und Frankreich geplant worden.
Die einzelnen Werte hatten eine vergleichsweise niedrige Auflagenhöhe. Der ausschlaggebende Grund, weshalb die Ausgabe für die Saar vor den Länderausgaben FZ gedruckt wurde.
Geringe Markenvorräte waren somit nicht verwunderlich, sondern gewollt. Nur kam der ‹Alarm› der OPD Saar früher, als geplant. Politische Volten in der französischen Nationalversammlung verzögerten eine wichtige Vorstufe der Wirtschafts- und Währungsunion, die Einführung des französischen Franc als Währung im Saarland.
Die ‹Délégation des P.T.T.› bei der Militärverwaltung in Saarbrücken unter Leitung von Commandant Marcel Charles Camille Jean (1898-1968) befand sich in einer Zwickmühle.
In dieser politischen Situation konnte kein teurer Auftrag zur Herstellung von Postwertzeichen in Frankenwährung erteilt werden. Ein Mangel an Briefmarken im Saarland – wie kurzfristig dieser auch ausfiele – war ebenfalls keine Alternative! Journalisten aus der Bizone hatten sich bereits genüsslich über den eklatanten Briefmarkenmangel in der Französischen Zone ausgelassen. (→ 2) Also biss man ‹in den sauren Apfel› und bestellte bei Burda in Offenburg eine Neuausgabe. 13 von ursprünglich 20 Werten, wie bei den Länderausgaben FZ.

Die Neuausgabe des 12 Pfennig-Werts – immerhin 3 Mio. Marken – hätten sich die Verantwortlichen sparen können. Es lagerten noch über 3,6 Mio. Exemplare des Altdrucks in Obhut von Postsekretär Michel Thomas beim Wertzeichenverteilungsamt im Postamt Saarbrücken 2.

Bei der Herstellung dieses Wertes unterlief einem Mitarbeiter der Druckerei Burda ein kleiner Fehler, der uns Sammler heute freut.

Neudruck (BuS II), Bogen B 08492 mit Bogendatum 22.11.1947

Die Bogennummern links auf den Schalterbogen wurden mittels eines mitlaufenden Zählwerks der Schnellpresse Typ ‹Rex› gedruckt. Das Bogendatum wurde dagegen jeden Tag neu gesetzt; ein fehleranfälliger Vorgang. (→ 3)

Bogendatum B-Bogen vom 22.11.1947

Der Fehler war geringfügig. Der Datumspunkt . direkt hinter der Monatsangabe war direkt vor die Jahresangabe ‹verrutscht›
Die Abweichung tritt bloss am 22. November 1947 bei B-Bogen auf, nicht bei entsprechenden A-Bogen.

Überdruck auf Neudruck (MBD II), Bogen A 03036 mit Bogendatum 22.11.1947

Halten wir fest
B-Bogen des 12 Pfennig-Werts des Neudrucks mit Bogendatum 22. November 1947 weisen beim Bogendatum durchgehend einen verschobenen Punkt . vor der Jahresangabe 1947 auf.
Es ist dabei völlig unerheblich, ob ein Eckrandstück oder Bogen des Neudrucks ohne oder mit Überdruck vorliegt; ein Überdruck hat niemals Auswirkungen auf Feldmerkmale oder sonstige Abweichungen der entsprechenden Urmarken.
In MICHEL®-Katalogen wird die Abweichung nicht aufgeführt.

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Hinweise
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(→ 1) Schneider, Heinrich Dr.; Über die Geburtsurkunden und anderes Unbekanntes bei der ersten Saarausgabe von 1947, in: Der Heimatsammler 09/1968, S. 120ff

(→ 2) bspw. Lenz, S. Walter; ‹Die Zeit› Nr. 24/1946, 1. August 1946, Feuilleton

(→ 3) bspw. Komma statt Punkt bei Schalterbogen 8 Pfennig Altdruck vom 16. Februar 1947 sowie retuschiertes Komma auch beim anschliessend gedruckten 80 Pfennig-Wert.

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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the sheet-margins of the 12 Pfennig-value of the second issue of ‹Works and sights at the Saar›.
The full-stop dividing month and year in the sheet date appears directly in front of the year instead of directly after the month.

This margin-variety appears on all B-sheets with sheet-date 22.11.1947.

🇫🇷 En bref: Cet article porte sur une variante apparaissant dans les marges des feuilles du timbre de 12 pfennigs de la deuxième série « Metiers et sites de la Sarre ».
Le point séparant le mois et l’année dans la date de la feuille apparaît directement avant l’année, et non directement après le mois.

Cette variante de marge apparaît sur toutes les feuilles de type B portant la date du 22.11.1947.

#saarphila #saarphilately

‹Vor 80 Jahren› – 14. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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14. Juni 1946

«Bekanntmachung über die Wiederzulassung der gebührenpflichtigen Dienstbriefe und -postkarten.

 

Von sofort ab sind in der französischen Besatzungszone und nach den übrigen Besatzungszonen gebührenpflichtige Dienstbriefe und -Postkarten nach früheren Bestimmungen wieder zugelassen.

Die Sendungen müssen auf der Aufschriftseite (möglichst in der unteren linken Ecke) den Vermerk «Gebührenpflichtige Dienstsache» tragen und mit dem Dienstsiegel (Stempel oder Siegelmarke) der absendenden Behörde versehen sein. Wenn der Absender kein amtliches Siegel führt, hat er die Ermangelung eines Dienstsiegels unter dem Vermerk durch Angabe seines Namens und seiner Dienststellung zu bescheinigen. Zur Anwendung des Vermerks «Gebührenpflichtige Dienstsache» sind die bereits bisher [ Anm., für die Dienstpost] zugelassenen Behördendienststellen berechtigt.»

Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Nr. 21 vom 22. Juni 1946, S. 101

Was ist das besondere an dieser Bekanntmachung? Ersten sind Bekanntmachungen der OPD Saar im Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar wie auch bei den nachfolgenden Amtsblättern [Amtsblatt der Verwaltungskommission des Saarlandes, Amtsblatt des Saarlandes] selten. Ein eigenes Amtsblatt der OPD Saar, resp. ab. 12. November 1947 der Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes erscheint erstmals am 1. September 1948.

Bei einer «Gebührenpflichtige Dienstsache» trägt immer der Empfänger die Postgebühren. Beinhaltet das Schreiben beispielsweise eine kostenpflichtige behördliche Genehmigung wird die «Gebührenpflichtige Dienstsache» zusätzlich mit einer entsprechenden Nachnahme versandt.
Saarländische Behörden konnten ab dem 14. Juni 1946 diese bequeme Form des Postversandes auch in den alliierten Besatzungszonen Deutschlands nutzen.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the permission of official letters and postcards subject to charge in the Saarland as well as in all allied occupation zones in Germany. The postal fee of such official letters or postcards are always to be born by the recipient.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite des frais d’affranchissement des lettres et cartes postales officielles en Sarre ainsi que dans toutes les zones d’occupation alliées en Allemagne. Les frais d’affranchissement de ces lettres ou cartes postales officielles sont toujours à la charge du destinataire.

#saarphila #saarphilately

Altbrief von 1848 (Vorphilatelie)

Altbriefe aus der Zeit vor der Herausgabe von Briefmarken gehören zum Gebiet der Vorphilatelie. Die Vorphilatelie ist ein Teilbereich der Philatelie, welcher sich mit der Postgeschichte und den Briefen der Vormarkenzeit beschäftigt.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes gehörte im 19. Jahrhundert bis 1815 als Teil des Departement de la Sarre zu Frankreich. Nach den Beschlüssen des ‹Wiener Kongresses› 1814/15 wurde das Department de la Sarre unter verschiedenen Fürsten aufgeteilt:

  • Kgr. Preussen → Ghzm. Niederrhein, ab 1822 Rheinprovinz
  • Kgr. Bayern → Bayerische Pfalz
  • Ghzm. Oldenburg → Fsm. Birkenfeld
  • Hzm. Sachsen-Coburg-Gotha → Fsm. Lichtenberg (bis 1834, an Preussen veräussert)
Karte aus: Westermann, Heimat und Welt Universalatlas, aktuelle Ausgabe Saarland, S. 26, Abb. 4

Preussen und Bayern unterhielten eigene staatliche Postanstalten. Das Fürstentum Birkenfeld hatte am 4. August 1817 für die Bestellung des Postwesens einen Vertrag mit Thurn & Taxis geschlossen. Dieser Vertrag wurde 1837 nicht verlängert und ab November 1837 versorgte die preussische Post das Fürstentum mit Post-Dienstleistungen.

Mit Ausgabe erster Briefmarken endete am 30. Oktober 1849 die vorphilatelistische Zeit im bayerischen Teil und am 14. November 1850 im von der preussischen Post versorgten Teil des Saarlandes.

Der vorgestellte Altbrief ist ein gesiegelter Faltbrief – Papierinnenseite für den Text, die gefaltete Papieraussenseite für die Anschrift – und wurde am 1. Juli 1848 von Saarbrücken an das Bankhaus Berthoud & Frères in Paris versandt.

Altbrief Saarbrücken – Paris, Sammlung ‹Montclair›

Der Altbrief trägt drei unterschiedliche Stempelabschläge (→1).

  • Tagesstempel ‹SAARBRÜCK›. Doppelkreisstempel (SHB DKa ∅ 26 mm) mit Datum ‹1 7› ohne Datumsstrich im Zentrum. Abschläge kommen mit und ohne Datumsstrich vor. Es handelte sich um einen Steckstempel und es war dem bearbeitenden Postbeamten überlassen, den Datumsstrich zuzustecken oder nicht. Der Stempel wurde nachweislich zwischen 1840 und 1850 verwendet.
  • Französischer Grenzübergangsstempel ‹PRUSSE 2 FORBACH 2›. Doppelkreisstempel (SHB DK b ∅ 26 mm) mit Datum ‹3 JUIL 48› im Zentrum. Abschlag erfolgte immer mit roter Stempelfarbe.
  • Französischer Grenzbezirksstempel  ‹REG. FR.›. Kastenstempel (SHB Ka 1 a, 34 x 10 mm). Reg. Fr. steht für Region Frontalière resp. Grenzbezirk. Der Stempel wurde zwischen 1848 und 1853 eingesetzt.

Gebührenvermerk 15 Décimen in schwarzer Schrift. Davon erhielt die preussische Post 5 Décimen. Ein Décimen entsprach 10 Centimes.

Varia
Das Bankhaus Berthoud & Frères wurde von den Brüdern Jonas, Charles-Frédéric und Auguste Berthoud aus Fleurier im Schweizer Kanton Neuenburg gegründet. Die Familie Berthoud hat im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert viele Politiker, Uhrmacher und Bankiers hervorgebracht.
Das Bankhaus Berthoud agierte in Augenhöhe mit den führenden Häusern wie Rothschild, Hottinguer, Mallet, Hentsch.

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Hinweise
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(→1) empfohlene Lektüre. Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes; Hrsg. Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes e.V. für die Lieferungen 1-8, ab der 9. Lieferung: Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR für Philatelie und Postgeschichte e.V.
Hier Kapitel 102 Vorphilatelie.

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🇬🇧 In a nutshell: Due to first stamps issues prephilately in the Saarland ends 1849 for the former bavarian part and 1850 for the part with prussian postal services. The folded and sealed letter shown in this post dates from 1848 and had been sent from Saarbrücken to ‹Berthoud & Frères›, a private bank in Paris. It carries three different postmarks:

  • ‹SAARBRÜCK› with ‹1 7› in the centre (i.e. 1st July) from the accepting post-office in Saarbrucken.
  • ‹PRUSSE 2 FORBACH 2› with ‹3 JUIL 48› in the centre. In Forbach the letter entered France.
  • ‹REG. FR.› Reg. Fr. french abbreviation ‹Region Frontalière› meaning border district.

The recipient ‹Berthoud & Frères› had been a private bank with an equal standing as Rothschild, Hottinguer, Mallet, Hentsch.

🇫🇷 En bref: La pré-philatélie a pris fin en Sarre en 1849 pour la partie anciennement bavaroise et en 1850 pour la partie relevant des services postaux prussiens.
La lettre pliée et scellée présentée dans cet article date de 1848 et a été envoyée de Sarrebruck à « Berthoud & Frères », une banque privée à Paris. Elle porte trois cachets postaux différents :

  • « SAARBRÜCK » avec « 1 7 » au centre (c’est-à-dire le 1er juillet) provenant du bureau de poste de Saarbrücken où la lettre a été acceptée.
  • « PRUSSE 2 FORBACH 2 » avec « 3 JUIL 48 » au centre. À Forbach, la lettre est entrée en France.
  • « REG. FR. » Reg. Fr., abréviation française de « Région Frontalière »

Le destinataire, « Berthoud & Frères », était une banque privée jouissant d’une réputation équivalente à celle de Rothschild, Hottinguer, Mallet ou Hentsch.

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‹Vor 80 Jahren› – 9. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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9. Juni 1946

Bekanntmachung der OPD Saar.
Internationale Antwortscheine werden in Briefmarken im Wert von 75 (Reichs-)Pfennig umgetauscht.

Ob mit diesen Briefmarken zwingend eine Auslandssendung freigemacht werden muss, steht nicht in der Bekanntmachung. Sprich: Die für den Internationalen Antwortschein eingetauschten Briefmarken können auch anderweitig verwendet – also beispielsweise auch verkauft – werden.

Internationale Antwortscheine (IAS) ermöglichen es, in Mitgliedstaaten des Weltpostvereins einen bis zu 20 Gramm schweren Auslandsbrief auf dem Postamt ohne Porto aufzugeben. Häufig hatten reichere Verwandte im Ausland einem Brief einen bereits bezahlten IAS beigelegt, um den ärmeren Verwandten das Porto für den Antwortbrief zu bezahlen und so den brieflichen Kontakt aufrecht zu erhalten.

Internationaler Antwortschein, Design London

Das Saarland war 1946 kein eigenständiges Land und somit auch nicht Mitglied des Weltpostvereins. Wie die Verrechnung angenommener Internationaler Antwortscheine erfolgte, ist nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass die Verrechnung über die französische Post erfolgte.

Auf dem 28. Weltpostkongress in Dubai wurde am 17. September 2025 beschlossen, Internationale Antwortscheine zum 31. Dezember 2026 einzustellen.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the acceptance of international reply coupons by post-offices in the Saarland from 9th June 1946. IRC would be exchanged for stamps worth 75 Reichspfennige.
It’s not mentioned, that the stamps must be immediately used to pay for a letter abroad. Meaning, the stamps can be used otherwise, for example sold for money.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite de l’acceptation des coupons-réponse internationaux par les bureaux de poste de la Sarre à partir du 9 juin 1946. Les coupons-réponse internationaux étaient échangés contre des timbres d’une valeur de 75 Reichspfennige.
Il n’est pas précisé que ces timbres devaient être immédiatement utilisés pour affranchir une lettre à l’étranger. Cela signifie qu’ils pouvaient être utilisés à d’autres fins, par exemple vendus contre de l’argent.

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