‹Vor 80 Jahren› – 12. September 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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12. September 1946

Die bevorstehenden Gemeindewahlen im Saarland werfen ihre Schatten voraus

Im letzten Beitrag habe ich dargelegt, wie die Rede der US-Aussenministers James F. Byrnes in Stuttgart die Zielsetzungen der französischen Politik hinsichtlich des Saarlandes massiv verschoben. Die Annexion ist vom Tisch, das neue Zauberwort heisst ‹Autonomie›.

Noch hat Georges Bidault (Bild), Frankreichs Präsident und Aussenminister, die Annexion des Saarlands nicht öffentlich in den politischen Papierkorb geworfen. Doch in Paris gärt es. Politische Beobachter sind sich in einem Punkt einig. Die Gemeindewahlen im erweiterten Saarland vom 15. September 1946 erhalten ein viel stärkeres Gewicht als zuvor.

Nicht allein in der Deutschlandpolitik, auch im kleinen machen sich die bevorstehenden Gemeindewahlen bemerkbar. Am Donnerstag, dem 12. September 1946, erscheint das Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar mit einer Verordnung und zwei Bekanntmachungen, welche die Wahl und den Wahltag betreffen.
(→ 1)

Mit der Verordnung wird im Saarland ein Verwaltungsgerichtshof  in Wahlangelegenheiten errichtet. Dessen Aufgaben sind in der Verordnung Nr. 49 betreffend Wahlgeheimnis und Wahlfreiheit sowie Gesetzmäßigkeit und Wahrhaftigkeit der Abstimmung bei den deutschen Wahlen in den Artikel 15 sowie 16 festgehalten. (→ 2)

In den beiden zuvor erwähnten Bekanntmachungen werden einerseits die Sperrzeit in der Nacht vom Wahlsonntag auf den Montag aufgehoben als auch an beiden Tagen öffentliche Ansammlungen sowie politische Veranstaltungen untersagt.
Das Verbot von Ansammlungen und politischen Veranstaltungen ist nachvollziehbar. Die Militärregierung des Saarlandes will sicherstellen, dass die Wahlen in einem ruhigen Umfeld stattfinden. Die Aufhebung der Sperrzeit erschliesst sich mir dagegen nicht. Der 16. September 1946 ist ein gewöhnlicher Werktag und die meisten Saarländer werden am Montag morgens Arbeiten gehen. Da werden sich viele Saarländer wohl gut überlegen, ob sie länger in der Kneipe bleiben wollen.

Fazit
Die letzten Vorbereitungen für die Gemeindewahlen im Saarland vom 15. September 1946 sind getroffen. Der grosse Tag kann kommen. Politische Beobachter und wahrscheinlich auch viele Saarländer ahnen, dass diesen Wahlen eine viel grössere Bedeutung zukommen wird, als zuvor angenommen.

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Hinweise
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(→ 1) Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 40/1946, S. 169
(abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)

(→ 2) Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 32/1946, Ordonnance No. 49, p. 264-267
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

The final preparations for the upcoming council elections in the Saarland have been made. In Paris, politicians are striving for a new policy on the Saarland. Political observers – and probably many people in the Saarland as well – sense that these council elections will be of much greater significance, than previously thought.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Les derniers préparatifs en vue des prochaines élections municipales en Sarre sont terminés. À Paris, les responsables politiques s’efforcent de définir une nouvelle ligne politique concernant la Sarre. Les observateurs politiques – et sans doute aussi de nombreux habitants de la Sarre – ont le sentiment que ces élections municipales revêtiront une importance bien plus grande qu’on ne le pensait initialement.

#saarphila #saarphilately

‹Vor 80 Jahren› – 6. September 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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6. September 1946

Grosses Haus des Staatstheaters, Stuttgart, US-amerikanische Besatzungszone

In Stuttgart hält der US-Aussenminister James F. Byrnes (→ 1) eine Rede, welche als ‹Rede der Hoffnung› in die Geschichte eingehen sollte. Es ist allgemein bekannt, dass der US-amerikanische Präsident Truman und sein Aussenminister aussenpolitisch dieselben Standpunkte vertreten, was dieser Rede in den Augen der Zeitgenossen eine grosse Bedeutung verleiht.

Byrnes Rede trägt den Titel «Restatement of Policy on Germany» und befasst sich mit vielen unterschiedlichen Aspekten der Deutschen Nachkriegswirklichkeit. Von der Arbeit des Alliierten Kontrollrates, über die mögliche wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, einer möglichen deutschen Regierung bis hin zu möglichen Grenzziehungen. Hinzu kam verdeckte Kritik an der Haltung Frankreichs und – in geringerem Masse – an der Haltung der Sowjetunion bezüglich der Verwaltung der Besatzungszonen. Er benennt jedoch klar den Ost-West-Konflikt, also den im Juli 1945 ausgebrochenen ‹Kalten Krieg› zwischen der Sowjeunion und den USA.
Byrnes Aussagen können, je nach Standpunkt, unterschiedlich gewertet werden. (→ 2) Ich werde in diesem Beitrag kein politisches Seminar abhalten, sondern konzentriere mich auf eine, das Saarland betreffende Aussage.

«The United States does not feel that it can deny to France, which has been invaded three times by Germany in 70 years, its claim to the Saar territory, whose economy has long been closely linked with France. Of course, if the Saar territory is integrated with France she should readjust her reparation claims against Germany.» (→ 3)

Übersetzung
Die Vereinigten Staaten sind nicht der Meinung, dass sie Frankreich, in welches Deutschland innerhalb von 70 Jahren dreimal eingefallen ist, seinen Anspruch auf das Saargebiet, dessen Wirtschaft seit langer Zeit mit Frankreich eng verbunden ist, verweigern könnten. Selbstverständlich müsste Frankreich, wenn ihm das Saargebiet eingegliedert wird, seine Reparationsforderungen an Deutschland entsprechend anpassen. (→ 4)

Auf den ersten Blick liest sich die Aussage wie eine Einladung an Frankreich, das Saarland zu annektieren. Weit gefehlt. Die Realität sieht anders aus und dies ist Byrnes bewusst. Der US-amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay hat ihn und das State Departement mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Annexion des Saarlandes mit dem Potsdamer Abkommen nicht vereinbar sei und die Befugnisse des Alliierten Kontrollrats übersteige. Die Sowjets verfolgen – Abtretung von Königsberg und Westverschiebung Polens völlig ignorierend – dieselbe Argumentationslinie.

Die zwei Sätze dieser Rede enthalten auch eine unverhohlene Kritik an der Deutschlandpolitik der französischen Regierung. Diese verfolgt weitaus mehr als bloss die Annexion des Saarlandes und immense Reparationsleistungen (insbesondere Kohlen). Sie verhindert effektiv die Behandlung der Besatzungszonen als wirtschaftliche Einheit.
Die «angepassten Reparationsforderungen» bedeuten nicht mehr und nicht weniger als Verzicht auf die Abtretung linksrheinischer Gebiete und des Ruhrgebiets sowie weniger Kohlen für Frankreich. In Frankreich fallen die Reaktionen entsprechend kühl und ablehnend aus.

Item. Sowohl Général Pierre-Marie Kœnig, dessen Generalverwalter für die französische Besatzungszone Émile Laffon als auch Gilbert Grandval, der Gouverneur des Saarlandes, werden in Paris mit der Forderung vorstellig, das Saarland möglichst schnell zu annektieren. Die Zeit dränge. «Die Menschen an der Saar würden in unserer Untätigkeit einen Ausweis der Schwäche sehen und sich dann von Frankreich abwenden. Wenn jetzt keine Entscheidung erfolge, wird die Zeit künftig gegen uns arbeiten.» (→ 5)

Innerhalb weniger Tage nach Byrnes Stuttgarter Rede stellt sich in Paris somit die Frage nach den langfristigen Zielsetzungen französischer Saarpolitik neu.
Georges Bidault, Präsident der Provisorischen Regierung der französischen Republik und gleichzeitig Aussenminister, reagiert rasch. Er schliesst am 13. September 1946 in einer öffentlichen Rede eine politische Annexion des Saarlandes aus. Eine politische Volte sondergleichen. Damit ist das Thema Annexion vom Tisch.

Diese erstaunliche politische Kehrtwende liest sich so:
Frankreich wünscht in keiner Weise eine politische Annexion der Saar. Diese wäre gegen seine Interessen, Traditionen und Ideale. Es ist Frankreichs Wunsch, dass sich an der Saar eine demokratische Regierung bildet, die den Bewohnern dank eines Repräsentativsystems den Respekt ihrer Sprache, ihrer Gewohnheiten und ihrer Kultur garantiert. Es sei nun Aufgabe der französischen Politik und ihrer Vertreter in Deutschland, die Grundlagen der saarländischen Autonomie herauszuarbeiten.

Das neue Zauberwort französischer Saarpolitik lautet nun ‹Autonomie›.

Fazit
Die Rede des US-Aussenministers Byrnes in Stuttgart ist ambivalent und lässt viele Deutungsmöglichkeiten zu. Sie hat kaum Folgen in Deutschland, denn die Fusion der britischen und US-amerikanischen Besatzungszone zum ‹Vereinigten Wirtschaftsgebiet›, der sogenannten ‹Bizone› ist seit Juli 1946 beschlossene Sache, auch wenn diese erst auf den 1. Januar 1947 umgesetzt wird.
Für das Saarland sind die Folgen der Rede umso überraschender. Die seit November 1944 von Frankreich angestrebte Annexion des Saarlandes ist ab dem 13. September 1946 vom Tisch. Nun ist ein Ziel französischer Deutschlandpolitik eine autonomes Saarland, welches sich in einer Wirtschafts- und Währungsunion Frankreich anschliesst.

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Hinweise
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(→ 1) James Francis Byrnes (1882-1972) war US-amerikanischer Politiker, der am rechten Rand der Demokraten politisierte. Er war von 1945-1947 unter Präsident Truman Aussenminister und von 1951-1955 Gouverneur von South Carolina.

(→ 2) Gimbel, John; Byrnes Stuttgarter Rede und die amerikanische Nachkriegspolitik in Deutschland, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1972 H. 1, S. 39ff

(→ 3) Byrnes, James Francis; Restatement of Policy on Germany (Stuttgart 6.9.1946), abgedruckt in: Ruhm von Oppen, Beata (Hrsg.), Documents on Germany under Occupation, 1945–1954 London und New York 1955, S. 52ff

(→ 4) Übersetzung des Verfassers

(→ 5) Loth, Wilfried; Die unvollendete Annexion, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2020 H. 3, S. 513ff

Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

On 6th September 1946 James F. Byrnes, US Secretary of State, speaks in Stuttgart. The speech is long and the topics covered are complex. This post concentrates on one specific statement.

«The United States does not feel that it can deny to France, which has been invaded three times by Germany in 70 years, its claim to the Saar territory, whose economy has long been closely linked with France. Of course, if the Saar territory is integrated with France she should readjust her reparation claims against Germany.»

This sounds like an open invitation for France to annex the Saarland. This is not the case. In the days following the speech General Kœnig, Émile Laffon as well as Gilbert Grandval urge Georges Bidault, President of the provisional Government of the French Republic and Foreign Secretary, to decide the future politics toward the Saarland.

What follows is a U-turn in french foreign policy. All of a sudden it is not in the interest of the French Republic to politically annex the Saarland, any more. It is France’s wish that a democratic government be established in the Saar which, through a representative system, guarantees the inhabitants respect for their language, customs and culture. It is now the task of French politicians and their representatives in Germany to lay the foundations for the Saar’s autonomy.

The new buzzword in French Saar policy is ‹autonomy›.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le 6 septembre 1946, James F. Byrnes, secrétaire d’État américain, prononce un discours à Stuttgart. Ce discours est long et aborde des sujets complexes. Cet article se concentre sur une déclaration spécifique.

« Les États-Unis ne se sentent pas en droit de refuser à la France, qui a été envahie à trois reprises par l’Allemagne en 70 ans, ses revendications sur le territoire de la Sarre, dont l’économie est depuis longtemps étroitement liée à celle de la France. Bien entendu, si la Sarre est intégrée à la France, celle-ci devra réajuster ses demandes de réparations à l’égard de l’Allemagne.»

Cela ressemble à une invitation ouverte adressée à la France pour qu’elle annexe la Sarre. Ce n’est pas le cas. Dans les jours qui ont suivi le discours, le général Kœnig, Émile Laffon ainsi que Gilbert Grandval ont exhorté Georges Bidault, président du gouvernement provisoire de la République française et ministre des Affaires étrangères, à définir la future politique à l’égard de la Sarre.

S’ensuit alors un revirement complet de la politique étrangère française. Du jour au lendemain, il n’est plus dans l’intérêt de la République française d’annexer politiquement la Sarre. La France souhaite désormais qu’un gouvernement démocratique soit mis en place en Sarre, garantissant aux habitants, par le biais d’un système représentatif, le respect de leur langue, de leurs coutumes et de leur culture. Il incombe désormais aux responsables politiques français et à leurs représentants en Allemagne de jeter les bases de l’autonomie de la Sarre.

Le nouveau mot à la mode dans la politique sarroise est « autonomie ».

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‹Vor 80 Jahren› – Anfang September 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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Anfang September 1946

Vytautas Kazimieras Jonynas und Dr. Franz Burda erhalten Aufträge

Général Pierre-Marie Kœnig (1898-1970), Militärgouverneur der französischen Besatzungszone und Mitglied des Alliierten Kontrollrates für Deutschland, hat einen klaren politischen Auftrag. Ein Wiedererstarken des furchtbaren Nachbarn im Osten Frankreichs wenn nicht zu verhindern, so wenigstens so lange als möglich zu behindern (→ 1). Darüber hinaus sollte er den Anschluss des Saarlandes an Frankreich befördern.

Die französische Besatzungszone besteht aus den Ländern Baden, Württemberg-Hohenzollern, dem Landkreis Lindau sowie den Provinzen Rhein-Hessen-Nassau sowie Hessen-Pfalz. Letztere sind erst am 30. August 1946 durch Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung zum Land Rheinpfalz verbunden worden; Landeshauptstadt ist Mainz. (→ 2)

In der französischen Besatzungszone verwenden die Postkunden nicht, wie in den übrigen Besatzungszonen, die Marken und Ganzsachen der AM-Post oder der 1. Kontrollratsausgabe. Die Franzosen haben eigene Marken verausgabt. Die bei der französischen Staatsdruckerei hergestellten Marken der Serie ‹Deutsche Wappen und Dichter›.

Es herrscht jedoch eklatanter Briefmarkenmangel in der französischen Zone. Die Auflagenhöhe ist im Vergleich zum Bedarf viel zu niedrig. Selbst in Baden-Baden, dem  Sitz der Militärregierung werden 1946 immer häufiger Briefe und Pakete bar frankiert. Hierüber lästern genüsslich Journalisten aus der britischen und amerikanischen Zone. Aber auch der deutsche Schriftsteller und Leiter einer französischen Nachrichtenagentur in Baden-Baden, Walter Lenz, berichtet über den Briefmarkenmangel und den Alltag der Postkunden:

«Es gibt keine Briefmarken in Baden-Baden. Ausverkauft. Die französische Zone hat nicht die gleichen wie die anderen Zonen. Daher kleine Auflagen, daher der Run der Sammelwütigen; im Jahre 1946 wütiger denn je; Es ist eine Währung, die nicht die Gleichschaltung Franc gleich Dollar mitmacht, es ist eine Währung, von der viele hoffen, daß sie die Mark [Reichsmark, Anm. des Verf.] überleben wird. Es ist auch ein Unfug. Man geht an den Schalter, und der Brief wird dort gestempelt. Man steht Schlange, einmal mehr. Da man noch Marken aus der britischen Zone bei sich hatte, glaubte man, die Schlange überlisten zu können. Nach drei Tagen kam der Brief zurück. ‹Marken unzulässig› stand darauf. Ja, hätte der Adressat des Briefes beim Empfang nicht nachzahlen körnen? Das geht heute nicht zwischen Baden-Baden und Hamburg. Würde man protestiert haben – man weiss von vornherein was geschehen wäre. Man zuckt die Achseln: die Besatzungsbehörde … Das hörte man schon in allen Zonen zu allen Anlässen. Es scheint die schlimmste deutsche Krankheit von 1946 zu sein. Die bequemste natürlich auch.» (→ 3)

Es muss rasch Abhilfe geschaffen werden, ordnet Général Kœnig an. Dabei sollen die drei Länder der französischen Zone jeweils eigene Briefmarken erhalten. Eine weiterer Schritt der Dezentralisierung. Eine kurzsichtige Politik, aber nach drei verheerenden Kriegen in 75 Jahren durchaus nachvollziehbar.

Im gleichen Aufwasch soll auch das nun erweiterte Saarland neue Briefmarken erhalten. In Erwartung einer baldigen Wirtschafts- und Währungsunion wird bei den Planungen im Spätsommer 1946 die Saar-Ausgabe als Provisorium, als Übergangslösung mit sehr kleiner Auflage konzipiert. Die Saar-Ausgabe soll nicht länger als sieben bis acht Monate in Umlauf sein. und dann von einer Ausgabe in Frankenwährung abgelöst werden.
Im Angesicht der fragilen politischen Verhältnisse im Frankreich des Jahres 1946 ist das eine vorsichtige, vorausschauende Planung.
Die kleine Auflage und kurze Verwendungsdauer sind die Erklärung, weshalb die Briefmarken für das Saarland vor den Briefmarken für die Länder der französischen Besatzungszone hergestellt werden.

Zwei Männer in der französischen Militärregierung in Baden-Baden kümmern sich um die Briefmarkenwünsche ihres Chefs.

  • Général Raymond Schmittlein (42), einflussreicher Chef der Diréction de l’Éducation Publique, ‹Bildungs- und Kultusminister›
  • Dipl. Ing. Raymond Jean Louis Croze (38), Chef ‹Diréction des P.T.T.› und Direktor des Deutschen Postzentralamts, Rastatt, ‹Postminister›

Beide ‹Minister› haben ihre Büros im requirierten ‹Hotel Stephanie› in Baden-Baden.

Die Staatsdruckerei in Paris wird angefragt und sagt ab. Eine Alternative wird gesucht und gefunden. Die Druckerei Franz Burda in Offenburg. Dr. Franz Burda – innerhalb der französischen Militärregierung bekannt und wegen seines früher engen Verhältnisses zu den brauen Machthabern höchst umstritten – druckt für die Militärregierung bereits Lehrmittel, Landkarten für den ‹Service Géographique› sowie das Truppenmagazin ‹Revue d’Information›.

Der 43-jährige Franz Burda lässt sich nicht zweimal bitten. Er erkennt und ergreift die Chance, seine Belegschaft und sich selbst bei der französischen Militärregierung in Baden-Baden nicht bloss nützlich, sondern unentbehrlich zu machen. Seine Mitarbeiter haben zwar nie zuvor Briefmarken hergestellt, seine Druckerei verfügt auch nicht über alle nötigen Maschinen, aber das lässt sich ändern.

Franz Burda hatte die Druckerei in Offenburg bereits 1935 auf Tiefdruck umgestellt. Aus diesem Jahr stammt auch die für den Druck verwendete Rotations-Rastertiefdruckmaschine ‹Palatia O›.

Für den Druck benötigt die Druckerei Tiefdruck-Farben und Lösungsmittel. Die Farben müssen bei der ‹Farbenfabrik Keller, Dr. Rung und Co.› in der englischen Besatzungszone gekauft werden.
Lösungsmittel sind zwar in ausreichender Menge, jedoch bloss in kriegsbedingt mangelhafter Qualität vorhanden.
Drei Tonnen Papier bezieht Burda von der Firma Koehler im 12 Kilometer entfernten Oberkirch und lässt diese in Pfungstadt bei der Firma Gebrüder Seidel mit Gummierung versehen.
Das bereits gummierte, mit Wasserzeichen versehene Bogenpapier für die ersten drei gedruckten Werte (75 | 12 | 45 Pfennig) der Saar-Ausgabe stammt höchstwahrscheinlich aus der Vorkriegsproduktion der Papierfabrik Kappelrodeck im Schwarzwald.

Raymond Croze und seine Mitarbeiter sorgen für

  • die Zuteilung von Kohlen und Strom
  • die Einbindung der Délégation des P.T.T. in Saarbrücken
  • die Entsendung von Überwachungsbeamten der OPD Saar sowie
  • die militärische Bewachung von Druckerei und Transporten durch die französische Gendarmerie!

Raymond Schmittlein sorgt für den künstlerischen Teil … die Bildmotive!
Schmittlein war in den 1930er-Jahren unter anderem als universitärer Lektor und Korrespondent der traditionsreichen, französischen Nachrichtenagentur ‹Havas› im Baltikum tätig gewesen. In Kaunas lernte er den renommierten und vielseitigen Künstler Vytautas Kazimieras Jonynas kennen. (→ 4)
Jonynas, seit 1938 Offizier der französischen Ehrenlegion, war mit Frau und Kind im Juli 1944 aus Kaunas vor den russischen Truppen nach Westen geflohen. Im Dezember 1945 strandet er als DP in Freiburg im Breisgau … und damit in der Französischen Zone. (→ 5)
1946 wird der 39-jährige Jonynas auf Initiative seines Freundes Raymond Schmittlein Kunstbeirat der französischen Militärregierung. Er gestaltet für einen Wettbewerb einen Entwurf für eine Briefmarke ‹Karl der Grosse› und erhält im September 1946 den Auftrag für die Entwürfe der Saar-Ausgabe.

Mit dem Auto tourt Jonynas – auf dem Bild links – im September 1946 mit dem Auto durch das Saarland und fertigt Skizzen für die benötigten Bildmotive an.

Skizzen für die Bildmotive der ersten Briefmarken für das Saarland habe ich bei meinen Recherchen noch nicht gefunden.

Ich kann jedoch zwei von Jonynas gefertigte Skizzen eines Bildmotivs der Ausgabe für das Land Württemberg-Hohenzollern zeigen (MiNr. WH 16, 23 und 32)

Zusammenfassung
Anfang September 1946 beginnen die Planungen und Vorbereitungen für den Druck sowohl der Briefmarkenausgaben für die Länder der französischen Besatzungszone. Eigene Briefmarken für jedes dieser Länder sind ein Baustein, der von der französischen Politik angestrebten Dezentralisierung Deutschlands nach drei verheerenden Kriegen in 75 Jahren.

Vor den Ausgaben für die französische Besatzungszone sollen Briefmarken für das Saarland hergestellt werden. Diese Marken in Mark und Pfennig sind als kurzfristiges Provisorium bis zur angestrebten Wirtschaft- und Währungsunion mit Frankreich geplant. Die Auflagenhöhe ist sehr klein und auf eine Frankaturgültigkeit von sieben bis acht Monaten ausgelegt.

Dr. Franz Burda, Druckereibesitzer und Verleger im Wartestand, wird nach Baden-Baden ins Hotel ‹Stephanie› zitiert und erhält den Auftrag, Briefmarken zu drucken. Seine Mitarbeiter haben zwar noch niemals Briefmarken hergestellt und es sind auch nicht alle benötigten Maschinen vorhanden, doch für Franz Burda ist der Auftrag eine Chance.

Der litauische Künstler Vytautas Kazimieras Jonynas wird mit der Gestaltung der Bildmotive beauftragt. Er bereist im September 1946 das Saarland und fertigt Skizzen für seine Vorlagen an.

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Hinweise
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(→ 1) Kœnig betrieb im Auftrag von Georges Bidault im Alliierten Kontrollrat eine regelrechte Obstruktionspolitik. Frankreich, welches das Potsdamer Abkommen nicht unterzeichnet hatte, und nicht die Sowjetunion verhinderte die Behandlung Deutschlands als wirtschaftliche Einheit sowie die im Potsdamer Abkommen vorgesehene Errichtung deutscher Zentralverwaltungen.
Die französische Politik bestand auf der Annexion des Saargebiets, der Abtrennung der linksrheinischen Gebiete und der Internationalisierung des Ruhrgebiets.

(→ 2) Déclaration Relative à la création d’un Land Rhéno-Palatin et Ordonnance No. 57. Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 35/1946, p. 291-229
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 3) Walter Lenz (1911-1963), Leiter einer französischen Nachrichtenagentur in Baden-Baden, Korrespondent der ‹Zeit›, in: ‹Die Zeit› Nr. 24/1946, 1. August 1946, Feuilleton

(→ 4) Maywald, Torsten; Raymond Schmittlein, Soldat – Diplomat – Kulturvermittler, Eine biographische Skizze,  Neustadt in Holstein 2026 [erscheint 1.Q. 2027]

(→ 5) Maywald, Torsten; Vytautas Kazimieras Jonynas – Gestalter von Briefmarkenmotiven, Neustadt in Holstein 2026 [erscheint 1.Q. 2027]

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

In early September 1946, planning and preparations began for the printing of stamp issues for the ‹Länder› of the French occupation zone. Separate stamps for each of these ‹Länder› were a key element in the decentralisation of Germany sought by French policymakers following three devastating wars in 75 years.

Before the issues for the French occupation zone, though, stamps were to be produced for the Saarland. These stamps, denominated in marks and pfennig, were intended as a short-term stopgap until the planned economic and monetary union with France was achieved. The print run was very small, planned to remain valid for postage for seven to eight months, only.

Dr Franz Burda is summoned to the Hotel ‹Stephanie› in Baden-Baden and is instructed to print the stamps. Although he and his staff have never produced stamps before and not all the necessary machinery is available, Franz Burda sees the project as a heaven-sent opportunity.

The Lithuanian artistVytautas Kazimieras Jonynas is asked to design the motifs for the stamps. In September 1946, he travels to the Saarland and creates sketches for his designs.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Début septembre 1946, les travaux de planification et les préparatifs en vue de l’impression des séries de timbres destinées aux « Länder » de la zone d’occupation française commencent. La création de timbres propres à chacun de ces « Länder » constitue un élément clé de la décentralisation de l’Allemagne, objectif visé par la politique française après trois guerres dévastatrices en 75 ans.

Avant les émissions destinées à la zone d’occupation française, il fallait toutefois produire des timbres pour la Sarre. Ces timbres, libellés en marks et en pfennigs, étaient destinés à servir de solution provisoire à court terme jusqu’à la mise en place de l’union économique et monétaire prévue avec la France. Le tirage était très limité, et leur validité pour l’affranchissement ne devait durer que sept à huit mois.

Le Dr Franz Burda est convoqué à l’hôtel « Stephanie » à Baden-Baden et reçoit pour mission d’imprimer les timbres. Bien que ni lui ni son équipe n’aient jamais produit de timbres auparavant et que toutes les machines nécessaires ne soient pas disponibles, Franz Burda considère ce projet comme une aubaine.

L’artiste lituanien Vytautas Kazimieras Jonynas est chargé de concevoir les motifs des timbres. En septembre 1946, il se rend en Sarre et réalise des croquis pour ses créations.

#saarphila #saarphilately

‹Vor 80 Jahren› – 1. September 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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1. September 1946

Wählerkarten für die Saarländer

Die wahlberechtigten Saarländer (→ Beitrag) erhalten in den ersten Septembertagen Post von ihrem Bürgermeister. Der Brief enthält die Aufforderung, ihre Wählerkarte im Rathaus abzuholen.
Dort erfolgt neben der Aushändigung der Wählerkarte der Hinweis auf die Bestimmungen zur Gemeindewahl. Letztere beruhen auf der Verordnung Nr. 54 ‹Über die Gemeindewahlen im Saargebiet› vom 5. August 1946. (→ 1)

Die Wählerkarte ist für sämtliche Wahlen bis zum 31. Dezember 1948 gültig.

Wahlen, Wahlberechtigung und Wahlberechtigungsnachweis! Das erscheint uns heute in Westeuropa eine Selbstverständlichkeit zu sein! Oder?
Viele Menschen erachten Wählen inzwischen als eine lästige Pflichtübung! Ändert doch ohnehin nichts!
Vor 80 Jahren sahen die Menschen das anders!
Sie erhielten die — zugegeben eingeschränkte — Möglichkeit ihr Schicksal, ihre Zukunft und die ihrer Kinder zumindest regional mitzubestimmen!

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Hinweise
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(→ 1) Ordonnance No. 54. Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 32/1946, p. 277-280
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

Eligible voters in the Saarland will receive a letter from their mayor in the first days of September, asking them to collect their voter card from the local council office.
There, in addition to being issued with their voter card, they will be informed of the regulations governing the local elections. These regulations are based on Decree No. 54 ‹On Local Elections in the Saar Region› of 5th August 1946.

The voter card is valid for all elections until 31st December 1948.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Les électeurs inscrits en Sarre recevront une lettre de leur maire dans les premiers jours de septembre. Cette lettre les invitera à retirer leur carte d’électeur à la mairie (ou Hôtel de Ville).
Là-bas, outre la remise de leur carte d’électeur, ils seront informés des dispositions régissant les élections municipales. Ces dispositions sont fondées sur le décret n° 54 « relatif aux élections municipales dans la région de la Sarre » du 5 août 1946.

La carte d’électeur est valable pour toutes les élections jusqu’au 31 décembre 1948.

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‹Vor 80 Jahren› – 29. August 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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29. August 1946

Im Entwurf des französischen Staatshaushalts für 1947 werden Mittel für die Angliederung des Saarlandes eingestellt.

Diese Nachricht erhält Gouverneur Gilbert Grandval am 29. August 1946 von Pierre Schneiter. Schneiter ist Generalkommissar für deutsche und österreichische Angelegenheiten im französischen Aussenministerium. (→ 1)

Das politisch Bewegung in die Angliederung des Saarlands kommt, hat auch etwas mit der am 25. Juli 1946 erfolgten Übereinkunft der britischen und US-amerikanischen Regierungen zu tun, ihre Besatzungszonen in Deutschland wirtschaftlich zu vereinigen und die sogenannte ‹Bizone› zu bilden. Dieses Vorgehen ergibt wirtschaftlich durchaus Sinn, stösst in den UdSSR und Frankreich jedoch auf Widerstand.

Pierre Kœnig, französischer Militärgouverneur für Deutschland und Mitglied des Alliierten Kontrollrats kommt zum Schluss, dass mit diesem Entscheid Grossbritanniens und der USA, die Potsdamer Vereinbarung zumindest unterhöhlt wird. An der grundsätzlichen Blockadehaltung der UdSSR werde sich nichts ändern. Sein Fazit: Schlussendlich entscheiden London und Washington über die Saarfrage. Die jeweiligen Aussenminister, Bevin und Byrnes, hatten ihre Zustimmung zu den französischen Plänen bereits signalisiert.

Der US-amerikanische Aussenminister James F. Byrnes wird in einer Rede am 6. September 1946 in Stuttgart die Zustimmung der USA zu den Saarplänen der französischen Regierung öffentlich bekräftigen.

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Hinweise
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(→ 1) Loth, Wilfried Prof. Dr.; Die unvollendete Annexion, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Nr. 3, 2022

Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

Governor Gilbert Grandval is informed by Pierre Schneiter that funds for the annexation of the Saarland are part of the budget bill for 1947.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le gouverneur Gilbert Grandval est informé par Pierre Schneiter que les crédits destinés à l’annexion de la Sarre figurent dans le projet de loi de finances pour 1947.

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‹Vor 80 Jahren› – 21. August 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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21. August 1946

Ankündigung der Gemeindewahlen im Saarland.

Das Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar kündigt in der Ausgabe 35 des Jahres 1946 für Sonntag, den 15. September 1946 Gemeindewahlen im – erweiterten – Saarland an.
Die Begriffe ‹Saarland› und ‹Saargebiet› werden in offiziellen Texten wie auch im privaten Umfeld synonym verwendet; manchmal sogar in ein und demselben Dokument. (→ 1)

Für die Einwohner des Saarlandes sind dies die ersten allgemeinen, gleichen, unmittelbaren und geheimen Wahlen seit den Wahlen zum beratenden Landesrat zu Zeiten des Völkerbundsmandates ‹Saargebiet› von 1920-1935. (→ 2)

Am selben Tag sollen auch in den Ländern und Provinzen der französischen Besatzungszone erste Gemeindewahlen nach Ende des Zweiten Weltkriegs stattfinden. (→ 3)

Wahlen! Der Begriff klingt in den Ohren der heutigen Generation schal, nach Pflichtübung, welche an den zementierten Verhältnissen nichts ändert.
In Deutschland verhindern verknöcherte Parteistrukturen und ein inzwischen indirektes Wahlsystem – direkt gewählte Volksvertreter haben neu nicht mehr zwingend Anspruch auf einen Parlamentssitz, die Parteiliste geht vor! – nötige Reformen und lassen die Bürger verärgert, enttäuscht und verbittert zurück.
Politiker versenken Steuergelder in ungeahnten Dimensionen. Dogmatismus und ein längst aufgekündigter Sozialpakt zwischen Arbeitgebern und -nehmern zersetzen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes.
Konsequenzen ziehen die verantwortlichen Politiker nie und haben dank Immunität auch keine zu befürchten. Selbst die lahmste politische Ente findet in der Wirtschaft rasch ein einträgliches Einkommen.
Die tiefe Spaltung der Gesellschaft geht ungebremst und von der Politik befördert voran.

Die Situation war direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und 12 Jahren Diktatur eine andere. Wahlen, wenn auch in diesem Fall bloss Gemeindewahlen, waren für die Menschen eine erste, zaghafte Möglichkeit, das eigene Schicksal, die eigene Zukunft und die Zukunft der Kinder mitzugestalten. Ein Weg der kleinen Schritte, aber Schritte auf einem zumindest teilweise selbstbestimmten Weg.

Für den Verkünder der Botschaft dagegen bedeuten die Wahlen ein Ende und einen Neuanfang. War Hans Neureuter von Gilbert Grandval eingeweiht worden? Es ist anzunehmen. Aber ich möchte der Geschichte nicht vorgreifen.

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Hinweise
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(→ 1) Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 35/1946, S. 152
(abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)

(→ 2) Der vom Völkerbund eingesetzte Regierungssausschuss des ‹Saargebietes› war verpflichtet, vor bestimmten Handlungen, die im Versailler Vertragswerk genannt wurden, gewählte Vertreter der Bevölkerung anzuhören. Dafür richtete der Regierungssausschuss mit Verordnung Nr. 143 vom 24. März 1922 den in allgemeiner, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahl von allen über 20-jährigen Saareinwohnern zu wählenden Landesrat ein.
Die Wahlen fanden statt:
25. Juni 1922, 27. Januar 1924, 25. März 1928, 13. März 1932

(→ 3) Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 32/1946, p. 264-280
Ordonnance No. 50 für Baden
Ordonnance No. 51 für Hessen-Pfalz
Ordonnance No. 52 für Rheinland-Hessen-Nassau
Ordonnance No. 43 für Württemberg-Hohenzollen sowie den Landkreis Lindau
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

The official gazette of the Saarland announces local elections to be held on Sunday, 15th September 1946. For the people of the Saarland these elections is the first universal, equal, direct and secret voting since the time of the League of Nations-mandate ‹Saar basin›.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le Journal officiel de la Sarre annonce la tenue d’élections municipales le dimanche 15 septembre 1946. Pour les habitants de la Sarre, ces élections constituent le premier scrutin universel, égalitaire, direct et secret depuis l’époque du mandat de la Société des Nations sur le « bassin de la Sarre ».

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‹Vor 80 Jahren› – 9. August 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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9. August 1946

Die mit Wirkung zum 20. Juli 1946 in das Saarland eingegliederten 143 Gemeinden der Provinz Rhein Hessen-Nassau erhalten eine neue Postleitzahl.
vgl. → Beitrag

Die Postleitzahl 18 des Saarlandes, ersetzt bei diesen Postorten die Postleitzahl 22b, welche zukünftig für das ‹Land Rheinpfalz› verwendet wird. (→ 1)

Die betroffenen 111 Postämter, Zweigpostämter und Poststellen benötigen nun neues Material wie Stempel, Einschreibezettel usw.. Eine logistische Herausforderung für die Oberpostdirektion Saar in Zeiten des allgemeinen Mangels. Es werden einige Monate vergehen, bis bspw. sämtliche Stempel ausgetauscht sind.
Als Beispiel zwei Stempelabschläge des Postamts Saarburg. Der obere Stempel wird noch Anfang 1947 abgeschlagen.

9. August 1946

Im Saarland wird ein Oberlandesgericht mit Sitz in Saarbrücken errichtet.

Das Oberlandesgericht nimmt seine Tätigkeit erst am 24. Oktober 1946 auf. Ich möchte der Geschichte nicht vorgreifen, erlaube mir jedoch einen Hinweis – Vorsicht: Spoileralarm –, der Präsident des Oberlandesgerichts wird Dr. Hans Neureuter heissen.
Die Errichtung des Saarländischen OLG fusst auf der Saarländischen Gerichtsverfassung vom 1. August 1946, welche 14 Tage nach ihrer Veröffentlichung, d.h. am 23. August 1946 in Kraft tritt. (→ 2)

Das Oberlandesgericht steht in ‹Konkurrenz› zu den bestehenden, nach französischem Recht organisierten Gerichten im Saarland.
‹Tribunal Général› unter M. Raymond Juncker mit Sitz in Saarbrücken. Obergericht für das gesamte Saarland mit Appellationsmöglichkeit beim Kassationshof in Paris. (→ 3)
‹Tribunal Intermédiaire› mit Sitz in Saarbrücken. (→ 4)

Beide Tribunale sind für Streitfälle mit Bezug zu Frankreich, französischen Bürgern oder Militärpersonen zuständig. Sie können sich jedoch auch in anderen Fällen als alleinig zuständig erklären. Letzteres erfolgt in der Regel in Absprache mit Gouverneur Gilbert Grandval.

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Hinweise
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(→ 1) Das Land Rheinpfalz wurde am 30. August 1946 durch Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung für Deutschland als letztes ‹Land› gegründet. Es beinhaltete die Provinzen Rhein-Hessen-Nassau sowie Hessen-Pfalz. Seit der Annahme der Landesverfassung am 18. Mai 1947 wurde das Land Rheinpfalz in Rheinland-Pfalz umbenannt.

(→ 2) Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 32/1946, S. 133ff
(abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)

(→ 3) Décision No. 10. Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 4/1945, p. 24
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 4) Décision No. 16, Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 5/1945, p. 31
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

The 143 municipalities placed under the authority of Saar-governor Gilbert Grandval on 20th August 1946 receive a new postal area code. Their existing Postcode 22b is replaced by Saarland’s 18.

On the same day the Saarland’s High Court of Justice is established. The newly established High Court has to compete with the already existing french ‹Tribunals› of the Saarland.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Les 143 communes placées sous l’autorité du gouverneur de la Sarre, Gilbert Grandval, le 20 août 1946 se voient attribuer un nouveau code postal. Leur code postal actuel, le 22b, est remplacé par le code postal de la Sarre, le 18.

Le même jour, la Cour de cassation de la Sarre est créée. Cette nouvelle instance doit rivaliser avec les « tribunaux » français déjà en place en Sarre.

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‹Vor 80 Jahren› – 18. Juli 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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18. Juli 1946

143 Gemeinden der Provinz Rhein Hessen-Nassau werden in das Saarland eingegliedert

Ausgangslage
Am 7. September 1945 tritt Gilbert Grandval (→ 1) sein Amt als Gouverneur des Saarlandes an, welches zu diesem Zeitpunkt auf das Gebiet innerhalb der im Versailler Vertrag von 1919 festgelegten Grenzen des Völkerbundmandats ‹Saargebiet› (→ 2) beschränkt ist. Im Norden und Osten grenzt das Saargebiet an die Französische Besatzungszone und im Süden und Westen an Frankreich (Departement Lorraine | Lothringen).

Grandval ist ein Macher! Er arbeitet sich rasch in die Materie ein, studiert die Berichte der Regierungskommission des Saargebietes von 1920-1935 und erkennt, dass das Saargebiet wirtschaftlich nicht lebensfähig ist. Dies ist anfänglich durchaus im Sinne der französischen Politik, die eine wirtschaftliche Abhängigkeit des Saargebietes von Lothringen für wünschenswert erachtet. Der erste Vorstoss Grandvals vom 26. November 1945, das Territorium des Saargebietes um ⅓ zu vergrössern, versandet daher.
Grandval wäre nicht Grandval, hätte er nach diesem Rückschlag nicht in kürzester Zeit eine Strategie zur Umsetzung seiner Vision eines wirtschaftlich lebensfähigen Saarlandes entwickelt.
Am 20. Januar 1946 tritt Charles de Gaulle als Präsident der provisorischen Regierung zurück. Die Zeit der wenig zielführenden und von realitätsfernem Wunschdenken sowie Prestigegefühlen geleiteten französischen Aussenpolitik ist – vorerst – Geschichte.
Der Nachfolger Félix Gouin wird am 23. Juni 1946 vom ehemaligen Wiederstandkämpfer und Aussenpolitiker Georges Bidault abgelöst. Auch die politische Situation hat sich in den Monaten seit November 1945 verändert, eine Annexion des Saarlandes ist vom Tisch.
Grandval erkennt und ergreift seine Chance und legt einen überarbeiteten Plan zur sinnvollen Erweiterung des Territoriums des Saargebietes vor. Sein Ziel ist es, jene Gemeinden in das Saarland einzubeziehen, deren Werktätige ohnehin in saarländischen Betrieben arbeiten und deren Landwirtschaft der Versorgung der Saarbevölkerung dient. All dies möglichst bevor die Grenzen des Saarlandes zur französischen Besatzungszone geschlossen werden.

Gebietserweiterung
Am 18. Juli 1946 ergeht die Anordnung Nr. 8 der französischen Militärregierung, welche mit Wirkung zum 20. Juli 1946 143 Gemeinden (→ 3) der Provinz Rhein Hessen-Nassau (→ 4) dem Saarland zuweist und Gilbert Grandval unterstellt. Hierdurch erhält das Saarland im Nordwesten die bis heute bestehende Grenze zu Luxemburg.

In fast allen Quellen fehlt die bis 1974 selbständige Gemeinde Hamm, malerisch in der kleinen Saarschleife bei Taben-Rodt gelegen, in den Aufzählungen der angeschlossenen Gemeinden.

In der Trierische Volkszeitung (→ 5) erscheint am 20. Juni 1946 der Artikel ‹Das Saargebiet erweitert›, welcher auch die Hintergründe erläutert.

Gilbert Grandval ursprünglicher Plan zur Erweiterung des Saarlandes umfasste auch den Landkreis Kusel und die Stadt Zweibrücken, was nicht umgesetzt wurde. (→ 6)
Für Gilbert ist die Gebietserweiterung dennoch ein weiterer, grosser Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung seiner Vision. Ein wirtschaftlich eigenständiges Saarland, welches kulturell, wirtschaftlich und politisch mit Frankreich verbunden ist.

Postwesen
Der Oberpostdirektion Saar werden im Zuge der Gebietserweiterung 118 Posteinrichtungen in 111 Gemeinden sowie mehrere ‹Post- und Telegrafenhilfstellen› übergeben. Dies ist eine enorme logistische Herausforderung hinsichtlich zusätzlicher Belegschaft und neu zu beschaffendem Material.
In der nachstehenden Tabelle gelten nachstehende Abkürzungen
• PA, Postamt
• ZwPA, Zweigpostamt
• PSt I, Poststelle I
• PSt II, Poststelle II

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Hinweise
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(→ 1) Gilbert Grandval (12. Februar 1904-29. November 1981), geboren als Yves Gilbert Edmond Hirsch-Ollendorf. ‹Grandval› war ab 1943 einer seiner ‹nom de guerre› als Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg. Den Namen Grandval durfte er ab 1946 auch amtlich führen.
Grandval wird der Posten als ‹rechte Hand› von Pierre-Marie Kœnig, dem französischen Oberkommandierenden und Mitglieds des Alliierten Kontrollrates in Berlin, angetragen. Grandval und Kœnig verstehen sich sehr gut. Sie haben bereits in der Schlussphase des Krieges gut miteinander gearbeitet.
Grandval schlägt das Angebot dennoch aus. Er hat vor dem Krieg  in der Industrie gearbeitet und wünscht sich eine mehr praxisbezogene Aufgabe.
Von 1945-1947 amtiert er als Militärgouverneur des Saarlandes, ab 10. Januar 1948 als Hochkommissar der Französischen Republik im Saarland und schliesslich von 1952 bis 30. Juni 1955 als Botschafter der Französischen Republik im Saarland.
Grandvals forcierte den Wiederaufbau des Saarlandes, seiner Industrie und Landwirtschaft. In seiner Ägide wurde das Saarland autonom und führte soziale Errungenschaften ein, auf welche deutsche Mütter und Werktätige noch lange warten mussten.

(→ 2) Versailler Vertrag, Abschnitt IV., Art. 48; zwischen 1945 und 1947 werden die Begriffe ‹Saarland› und ‹Saargebiet› auch in offiziellen Dokumenten als Synonyme verwendet.

(→ 3) Quellen
Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 29/1946, p. 247-249
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)
Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 32/1946, S. 131f
(abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)
Regierungspräsidium Saar, Abteilung Finanzen und Forsten, Anweisung RP Saar, Tgb.Nr..III/3 – 2693/46 vom 22. Juli 1946
(Saarländisches Landesarchiv)
Dr. Wilhelm Steinlein, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Trier: Schreiben mit Anhang an die Landräte des Bezirks, den Oberbürgermeister von Trier sowie den Leiter der Oberpostdirektion Trier vom 20. Juli 1946 (offizielle Abschrift im Saarländischen Landesarchiv)

(→ 4) Aus der Provinz Rhein Hessen-Nassau (deckungsgleich mit dem gleichnamigen Oberregierungspräsidium) sowie dem Oberregierungspräsidium Hessen-Pfalz entstand am 30. August 1946 durch Verordnung Nr. 57 das Land Rheinpfalz, heute das Bundesland Rheinland-Pfalz.
Quelle: Journal Officiel du Commandement en Chef français en Allemagne, No. 35/1946, p. 291-292
(abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 5) 1875 als Trierisches Anzeigenblatt gegründet. Ab 1878 unter dem Namen Trierischer Volksfreund. Vom nationalsozialistischen Regime verboten. Erscheint ab 1946 als Trierische Volkszeitung und ab 1949 bis heute wieder als Trierischer Volksfreund.

(→ 6) vgl. Loth, Wilfried Prof. Dr.; Die unvollendete Annexion, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Nr. 3, 2022

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

On 18th June 1946 decision no. 8 of the french military government in Germany is published, placing 143 municipalities of the county Rhein-Hessen-Nassau under the authority of Saar-governor Gilbert Grandval, thus expanding the territory of the Saarland.
Grandval’s aim is to incorporate into the Saarland those municipalities whose working population is already employed in Saarland businesses and whose agriculture serves to supply the Saarland population. All this is to take place, if possible, before Saarland’s borders with the French Occupation Zone were going to be closed.

The first table lists the 143 municipalities sorted alphabetically by district. The second table lists 111 municipalities with 118 post offices and branches. The incorporation of these post offices and branches placed a heavy burden on the Saarland’s Directorate-General for Postal Services, requiring a huge logistical effort in terms of expanded staff and materials to be procured.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le 18 juin 1946 est publiée la décision n° 8 du gouvernement militaire français en Allemagne, qui place 143 communes de province Rhein-Hesse-Nassau sous l’autorité du gouverneur de la Sarre Gilbert Grandval, élargissant ainsi le territoire de la Sarre.
L’objectif de Grandval est d’intégrer à la Sarre les communes dont la population active est déjà employée dans des entreprises sarroises et dont l’agriculture sert à approvisionner la population sarroise. Tout cela doit se faire, si possible, avant la fermeture des frontières de la Sarre avec la zone d’occupation française.

Le premier tableau répertorie les 143 communes classées par ordre alphabétique selon leur arrondissement. Le deuxième tableau répertorie 111 communes comptant 118 bureaux de poste et succursales. L’intégration de ces bureaux de poste et succursales a imposé une lourde charge à la Direction générale des services postaux de la Sarre, nécessitant un effort logistique considérable en termes d’effectifs supplémentaires et de matériel à acquérir.

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‹Vor 80 Jahren› – 17. Juli 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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17. Juli 1946

Anweisung der OPD Saar an alle Postämter, Zweigpostämter und Poststellen

Auslandsbriefe sind möglichst mit Postwertzeichen freizumachen. Sind Postwertzeichen nicht in ausreichender Menge vorhanden, ist ein Stempel ‹Taxe perçue› … Pfg. mit roter Stempelfarbe zu verwenden. Die Barfrankierung ist mit zwei Unterschriften zu versehen.

Hintergrund
Der Auslandspostverkehr ist im Saarland ab 1. April 1946 mit Einschränkungen wieder aufgenommen worden (→ 1).

Auswirkungen
Briefmarken, der Ausgabe ‹Deutsche Wappen und Dichter› (WuD) sind grundsätzlich an den Postschaltern vorhanden, jedoch fehlen die Werte für Auslandssendungen; 75 Pfennig für einen Brief und 45 Pfennig für eine Postkarte. Die sonstigen Werte der Ausgabe ‹Wappen und Dichter› sind meist nur in kleinen Mengen an den Schaltern vorrätig.
Dieser Missstand betrifft nicht allein das Saarland, sondern auch die Provinzen der französischen Besatzungszone. Ein Umstand, welcher die Verantwortlichen der Militärregierung ärgert und den Journalisten bissig kommentieren.

«Es gibt keine Briefmarken in Baden-Baden. Ausverkauft. Die französische Zone hat nicht die gleichen wie die anderen Zonen. Daher kleine Auflagen, daher der Run der Sammelwütigen; im Jahre 1946 wütiger denn je.
Es ist eine Währung, die nicht die Gleichschaltung Franc gleich Dollar mitmacht, es ist eine Währung, von der viele hoffen, daß sie die Mark [Anm. Reichsmark] überleben wird. Es ist auch ein Unfug. Man geht an den Schalter, und der Brief wird dort gestempelt. Man steht Schlange, einmal mehr. Da man noch Marken aus der britischen Zone bei sich hatte, glaubte man, die Schlange überlisten zu können. Nach drei Tagen kam der Brief zurück. ‹Marken unzulässig› stand darauf. Ja, hätte der Adressat des Briefes beim nicht nachzahlen körnen? Das geht heute nicht zwischen Baden-Baden und Hamburg. Würde man protestiert haben – man weiss von vornherein was geschehen wäre. Man zuckt die Achseln: die Besatzungsbehörde … Das hörte man schon in allen Zonen zu allen Anlässen. Es scheint die schlimmste deutsche Krankheit von 1946 zu sein. Die bequemste natürlich auch.» (→ 2)

Ein Auslandsbrief der ersten Gewichtsstufe bis 20 Gramm, gelaufen von Höcherberg-Frankenholz nach Belgien.
Beförderungsgebühr 75 Pfennig. DieAusgabe ‹Wappen und Dichter› hat keinen  entsprechenden Wert. Die Frankatur wird daher mit anderen Werten zusammengesetzt, in diesem Fall mir fünf 15 Pfennig-Marken. Ein Vorgehen, welches den ohnehin vorhandenen  Briefmarkenmangel noch zusätzlich verschärft.
Postkunden müssen darüber hinaus die zusammengesetzte Frankatur berücksichtigen und neben der Adresse und evtl. vorgedruckten Absenderangaben (Firmen) ausreichend Platz für die Briefmarken lassen.

Verwendet werden fast alle Werte der ‹Wappen und Dichter› (3, 5, 8, 10, 12, 15, 20, 24, 30 Pfennig), wobei 10, 12 sowie 24 Pfennig auf Auslandsbriefen kaum vorkommen. Der 10 Pfennig-Wert mit kleiner Auflage ist ohnehin selten, 12 Pfennig wird für die Inlandspostkarte und 24 Pfennig für den Inlandsbrief benötigt.

Dieser Beleg, gelaufen von Landsweiler-Reden nach Frankreich zeigt, dass neben dem Mangel an Briefmarken auch Mangel an Rohstoffen bestand. Im Fenster des Couverts steht:

«Gib Altpapier an Deine örtl. Sammelstelle dann können wir auch neue Briefumschläge liefern»

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Hinweise
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(→ 1) Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Nr. 06/1946, S. 47 (abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)

(→ 2) Lenz, Walter; Frankreich in Baden-Baden, in: ‹Die Zeit›, 1. August 1946, Feuilleton (zitiert wird ein Auszug aus dem Artikel)
Walter Lenz (1911-1963) war 1946 Leiter einer französischen Nachrichtenagentur in Baden-Baden.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

An instruction, dated 17th July 1946, addressed to all post offices stresses the need to use stamps on all international post. International post was reintroduced after the war on 1st April 1946 but the stamp series in use ‹German coats of arms and poets› was not available in sufficient quantities and lacked the values needed for international letters (75 Pf.) and postcards (45 Pf.).
So, adhering to the standing instruction multiple values were used instead.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Une instruction datée du 17 juillet 1946, adressée à tous les bureaux de poste, souligne la nécessité d’utiliser des timbres sur tout le courrier international.
Le courrier international avait été réintroduit après la guerre, le 1er avril 1946, mais la série de timbres alors en circulation, intitulée « Armoiries et poètes allemands », n’était pas disponible en quantités suffisantes et ne comprenait pas les valeurs nécessaires pour les lettres internationales (75 Pf.) et les cartes postales (45 Pf.).
C’est pourquoi, conformément à la directive en vigueur, plusieurs valeurs ont été utilisées à la place.

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75 PF. BuS I: ‹A der Bogennummer fehlt›

In meinem Beitrag vom 3. Mai 2026 habe ich A-Bogen des 75 PF.-Werts vorgestellt, bei deren Bogennummern die Spitze des ‹A› beschädigt ist. (→ Link)

Eine weitere Abweichung bei den Bogennummern der A-Bogen des 75 PF:-Werts sind Bogennummern, bei welchen das ‹A› komplett fehlt. Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Abweichungen wird vermutet. (→ 1)

Aktueller Forschungsstand: Eine unbekannte Anzahl A-Bogen des 75 PF.-Werts sind mit Bogennummern hergestellt worden, bei welchen das ‹A› komplett fehlt.
Ich kann den Bogennummernbereich bloss grob auf die 219 Bogennummern A 4712 bis A 4494 eingrenzen (→ 1).

Zwei Bogenecken, deren Bogennummern das ‹A› komplett fehlt, sind Teil meiner Sammlung ‹Montclair›.

Wie kann ich sicher sein, dass es sich um Bogenecken von A-Bogen handelt, wenn doch der Unterscheidungsbuchstabe fehlt?
Drei eindeutige Merkmale von A-Bogen:

a
Merkmal 75 PF. Feld 92A ‹dunkler Fleck an der Baumkrone›, tritt auf B-Bogen nicht auf.

b
Perforationsanomalie (Pfeil). Diese Krümmung der Perforation im Bereich der Zähnungslöcher 2 -4 zwischen der ersten und zweiten senkrechten Bogenreihe geht auf einen Defekt des Zähnungskamms der ‹Titan›-Flachperforiermaschine zurück und tritt bei A-Bogen sämtlicher kleinformatigen Werte (2 PF.-80 PF.) auf.

c
Breiter linke Bogenrand (Doppelpfeil). Druckbogen haben aussen breite Bogenränder und in der Mitte einen breiten senkrechten Steg (vgl. folgende Abbildung). Werden die Druckbogen in zwei Schalterbogen getrennt – ‹A› links und ‹B› rechts – verbleiben die breiten Bogenränder aussen. Der durch die Trennung der Schalterbogen halbierte mittlere Steg ist schmaler.

In MICHEL®-Katalogen, im Saarhandbuch (SHB) wie im Handbuch ArGe FZ ist diese Abweichung der Bogenrandsignatur nicht aufgeführt.

Unter dem Menüpunkt ‹Bogenrandsignatur-Abweichungen BuS I | II› habe ich diese Abweichung eingefügt. (→ Link)

Solltet euch weitere Exemplare vorliegen, nehmt bitte mit mir Kontakt auf (vgl. Footer dieser Webseite). Danke

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Hinweise
(→ 1) bspw. von Jürgen Richardi, ArGe Französische Zone

Diese Website verwendet Lightbox. Für grössere Abbildungen eine Abbildung berühren oder anklicken.

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🇬🇧 In a nutshell: I present a rare variety appearing in some sheet-numbers of the 75 PF.-value. The sheet-numbers of certain A-sheets of the 75 Pfennig value are showing a missing letter ‹A›.
As of today A-sheets in the range of A 4911 to A 4313 might be affected. Two sheet corners are part of the collection Montclair.

If you stumble over further pieces, please do not hesitate to contact me (see details in the footer of this webpage).

🇫🇷 En bref: Je vous présente une variante rare apparaissant sur certains numéros de feuille de la valeur faciale de 75 PF. Les numéros de feuille de certaines feuilles de type « A » de la valeur de 75 pfennigs présentent une lettre « A » manquante.
À ce jour, les feuilles A comprises entre A 4911 et A 4313 pourraient être concernées. Deux coins de feuille font partie de la collection Montclair.

Si tu possèdes d’autres exemplaires présentant cette anomalie, merci de me contacter (voir les coordonnées en bas de cette page).

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