8 Pfennig BuS I: ‹Bogendatum mit Komma›

Ich behandele in diesem Beitrag eine Abweichung  des Bogendatums beim 8 Pfennig-Wert des Altdrucks (BuS I). Diese Abweichung tritt sowohl auf A- wie auf B-Bogen auf.

Der 8 Pfennig-Wert wird im Februar 1947 hergestellt und erhält am 15. und 16. Februar 1947 seine Bogenrandsignaturen. Wir unterscheiden somit die Bogendaten:

  • 15. Februar 1947
  • 16. Februar 1947

Das Bogendatum 15. Februar 1947 wird in der Schrift Futura halbfett gesetzt (→ 1) und gehört zur Type II (ohne Doppelpunkt nach ‹am›).

Das Bogendatum 16. Februar 1947 wird dagegen in der Schrift Bodoni gewöhnlich gesetzt.

Ein Setzer bei der Druckerei Burda greift wahrscheinlich ins falsche Fach. Hinter der Ordnungszahl ‹16› befindet sich kein Punkt, sondern ein Komma (Bogendatum Type IIIa).

Dieser Fehler bleibt lange unbemerkt. Ich kann das Komma Stand Juli  von Bogen 11508 bis Bogen 07842 nachweisen. Das sind 3’666 Bogen.

Als der Fehler schliesslich auffällt, retuschiert ein Setzer – wahrscheinlich derselbe Setzer, der den Bock geschossen hat – das Komma. Heisst: der ‹Haken› des Kommas wird weggefeilt.

Sämtliche Bogen, welche nun die Bogensignaturen erhalten, inkl. der 100 Bogen aus der Erweiterung der Auflage aus der Druckreserve (Bogennummern 12600 bis 12501) weisen diese retuschierte Komma auf (Bogennummer Type IIIb).

Ich habe diese Abweichung im Menü (oben rechts) unter dem Punkt  ‹Besonderheiten und Abweichungen› als ‹Bogenrandsignatur-Abweichung BuS I | II› aufgenommen: Link

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Hinweise
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(→ 1) Die Bogendaten wurden im ‹Handsatz› manuell gesetzt. Die in der Druckerei Franz Burda verwendeten Lettern stammten nach Aussage des technischen Direktors Fuchs überwiegend aus der Bauerschen Giesserei in Frankfurt am Main.
In dieser Schriftgiesserei wurden die Bauer Bodoni (Antiqua, 1921 Heinrich Jost)  sowie die Futura (serifenlose Linear-Antiqua, 1924-1926 Paul Renner) veröffentlicht.

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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the sheet-margins of the 8 Pfennig-value of the first issue of ‹Works and sights at the Saar›.
The sheet-date ‹16. Februar 1947› was set wrong for the first 3’666 sheets, featuring a comma instead of a full stop behind the ‹16›. This margin-variety appears on A- as well as B-sheets.

🇫🇷 En bref: Cet article porte sur une variante apparaissant dans les marges des feuilles du timbre de 8 pfennigs de la première émission « Métiers et sites de la Sarre ».
La date d’impression « 16. Februar 1947 » a été mal indiquée sur les 3 666 premières feuilles, avec une virgule à la place d’un point après le « 16 ». Cette variante de marge apparaît aussi bien sur les feuilles de type A que sur celles de type B.

#saarphila #saarphilatelie

 

30 Pfennig BuS I: ‹2 Flecke links des Reihenwertzählers 15.00›

Ich stelle eine Abweichung der Bogenrandsignaturen (→ 1) von Schalterbogen der BuS I | II vor.

Der Reihenwertzähler ‹15.00›, der 5. senkrechten Reihe, des 30 Pfennig-Werts BuS I weist bei B-Bogen zwei kleine Flecke in Druckfarbe links der ‹1› von ‹15.00› auf. Die Abweichung ähnelt einer ‹8›.

Interessant wird diese Abweichung, da auf der anhängenden Marke vom Feld 5B das Feldmerkmal ‹dunkler Fleck am rechten Bildrand oberhalb der Wertziffer› auftritt.

Das Feldmerkmal ist seit den 1950er-Jahren bekannt.

  • Paul Staedel: 12e ‹Gros point de couleur à droite et 0 limé›
  • Saarhandbuch: 5B ‹Punkt im Bildrand rechts›
  • MICHEL®: 217Z IV ‹grosser Farbpunkt im rechten Bildrand› (Feld 5, Bg. B).

In meinem ‹Handbuch Feldmerkmale SAAR I› ist das Feldmerkmal auf Seite 1316 selbstverständlich ebenfalls aufgeführt. Auf der Folgeseite wird die Abweichung beim Reihenwertzähler anhand zweier Abbildungen beschrieben.

Meines Wissens existiert keine Übersicht über die unterschiedlichen Bogenrandsignatur-Abweichungen der BuS I | II.
Daher habe ich die hier beschriebene Bogensignatur-Abweichung, wie auch die sonstigen, bereits im Saarphila-Blog vorgestellten Bogensignatur-Abweichungen auf einer Seite zusammengefasst. Ziel ist, Abweichungen nach Ausgabe und Art sortiert an einem Ort permanent zur Verfügung zu stellen.
Weitere Einträge werden folgen.

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Hinweise
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(→ 1) Bogenrandsignaturen sind Ziffern, Zeichen, Kreuze oder Striche am Rand von Briefmarkenbogen. Diese wurden für den Druck- und/oder Postbetrieb benötigt. Sie lassen wertvolle Rückschlüsse auf Druckverfahren, Auflagen, Formnummern und Kontrollmassnahmen bei der Herstellung zu. Wir unterscheiden:

  • Drucktechnische Kennzeichen: Dazu zählen Maschinennummern, Formnummern, Zylinderzahlen und Passerkreuze, die helfen, die Druckklischees oder den Druckvorgang zu identifizieren.
  • Postdienliche Kennzeichen: Markierungen wie Bogen(zähl)nummern (BGZ), Reihenwertzähler oder ähnliches.
  • Manuelle Signaturen: Häufig Kürzel oder Prüfzeichen von Druckern und Kontrolleuren.

Dieser Link führt zu einem Beitrag vom 19. August 2018 im Blog-Archiv. In diesem habe ich verschiedene Bogenrandsignaturen beschrieben.

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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the sheet-margins of the 30 Pfennig-value of the first issue of ‹Works and sights at the Saar›.
The row value of the 5th sheet-row ‹15.00› shows two small colour-patches left of the ‹1›. This margin-variety appears on all B-sheets.

🇫🇷 En bref: Cet article porte sur une variante apparaissant dans les marges des feuilles du timbre de 30 pfennigs de la première émission « Métiers et sites de la Sarre ».
Le chiffre indiquant la valeur faciale de la 5e colonne « 15,00 » présente deux taches de couleur à gauche du « 1 ». Cette variante de marge apparaît sur toutes les feuilles de type B.

#saarphila #saarphilatelie

‹Vor 80 Jahren› – 24. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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24. Juni 1946

Das Saarland erhält ein eigenständiges Rundfunkamt

Die französische Militärregierung für Deutschland mit Sitz in Baden-Baden baute seit Sommer 1945 dort einen Rundfunksender auf. Noch bevor dieser Sender, der spätere SWF, am 31. März 1946 den Sendebetrieb aufnehmen konnte, hatten Gouverneur Gilbert Grandval und Lieutenant Claude Boudeille von der ‹section de l’information› der Militärregierung des Saarlandes (GMSA) den Sender Saarbrücken aus der Taufe gehoben.
Am Sonntag, 17. März 1946 um 19:10 Uhr war Sendestart im Funkhaus ‹Wartburg›, einem ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum an der Nauwieserstrasse in Saarbrücken-St. Johann. Nach der ‹Marseillaise› hielt Gilbert Grandval eine Ansprache an die Saarländer. Um 21 Uhr wurde aus dem grossen Saal der Wartburg die erste öffentliche Live-Sondersendung von Radio Saarbrücken übertragen. Nebst Moderation gab es musikalische Gestaltung durch das ein Unterhaltungsorchester, das kleine Ensemble sowie das Symphonie-Orchester Metz.

Am 24. Juni 1946 erhält das Saarland mit Verordnung Nr. 46 (→ 1) ein eigenständiges Rundfunkamt.

Verordnung Nr. 46 vom 24.Juni 1946

Das besondere an dieser Neugründung erschliesst sich nicht sofort. Das Rundfunkamt wird bereits in der Verordnung mit finanzieller Selbständigkeit ausgestattet. Die Verfügung Nr. 19 (→ 2) vom gleichen Tag listet genau die Leitungsstruktur und Finanzierung auf. Bereits in Artikel 1 der Verfügung erhält der bestehende Sender Saarbrücken den Namen ‹Radio Sarrebruck›.

‹Radio Sarrebruck› wird von einem Direktor und dem neunköpfigen Verwaltungsrat geleitet, untersteht jedoch allein Gouverneur Grandval. Obschon eine Zensurbehörde besteht, wird im Gegensatz zum SWF in Baden-Baden beim ‹Radio Sarrebruck› nachweislich keine Zensur ausgeübt.
‹Radio Sarrebruck› und das Rundfunkamt sind weitere Schritte auf dem Weg hin zu einem ‹autonomen›, von Deutschland und seiner Besatzungsregierung (Alliierter Kontrollrat) unabhängigen Saarland.

1947 wird Pierre Séguy (→ 3) Sendeleiter bei ‹Radio Sarrebruck› und etabliert Sendungen zur Philatelie. Séguy war Mitbegründer des ‹Landesverbandes der Briefmarkensammler des Saarlandes› sowie federführendes Mitglied der Handbuchkommission, welche das ‹Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes› in der schwierigen Anfangsphase prägte.

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Hinweise
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(→ 1) Veröffentlicht im ‹Journal officiel du Commendment en chef français en Allemagne› Nr. 27 vom 29. Juni 1946, S. 221 (abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 2) Veröffentlicht im ‹Journal officiel du Commendment en chef français en Allemagne› Nr. 27 vom 29. Juni 1946, S. 221ff (abrufbar bei → 🌐 Gallica)

(→ 3) Geboren 1921 als Otto Robert Steinschneider in Wien. Die Familie flüchtete 1938 nach Frankreich. Im Krieg nimmt er den nom de guerre Pierre Séguy an. Séguy starb 2004 in Saarbrücken.

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

On Sunday, 17 March 1946 at 7.10 pm, broadcasting began at the radio station Saarbrucken, located in the ‹Wartburg›, a former Protestant community centre in Saarbrucken-St. Johann.

About three month later, on 24th June 1946, with order number 46 a broadcasting authority for the Saarland was established. The broadcasting authority was financially independent and in the end responsible to Governor Gilbert Grandval only.
Although a censorship authority existed there is no evidence that any censorship is practised at ‹Radio Sarrebruck›.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Le dimanche 17 mars 1946 à 19 h 10, la station de radio de Sarrebruck, située dans la « Wartburg », un ancien centre communautaire protestant du quartier de Sarrebruck-St. Johann, a commencé à émettre.

Environ trois mois plus tard, le 24 juin 1946, l’arrêté n° 46 créait une autorité de régulation de l’audiovisuel pour la Sarre. Cette autorité était financièrement indépendante et ne rendait compte, en dernier ressort, qu’au gouverneur Gilbert Grandval.
Bien qu’une autorité de censure existât, rien n’indique qu’une quelconque censure ait été pratiquée à « Radio Sarrebruck ».

#saarphila #saarphilatelie

Datumspunkt . vor 1947 verschoben

In den Beiträgen ‹Die älteste Briefmarke der Welt› sowie ‹A von Bogennummer beschädigt› habe ich Abweichungen bei den Bogensignaturen des Altdrucks (BuS I) vorgestellt und beschrieben.
Dieser Beitrag handelt von einer Abweichung bei den Bogenrandsignaturen des Neudrucks (BuS II).

Der Neudruck wurde im Spätsommer 1947 bei der Druckerei Burda in Offenburg in Auftrag gegeben, da die Oberpostdirektion Saar am 17. Juli 1947 der ‹Délégation des P.T.T.› bei der Militärverwaltung in Saarbrücken schriftlich gemeldet hatte, (→ 1)

«dass die meisten Werte der ersten Saarausgabe in Kürze aufgebraucht seien.» 

Nun ist ‹in Kürze› ein wunderbar vager Begriff, der in dem vorgenannten Schreiben auch nicht weiter präzisiert wurde.

Der Altdruck war im Spätsommer 1946 bloss als Übergangsausgabe, als Provisorium bis zur angestrebten Wirtschafts- und Währungsunion zwischen dem Saarland und Frankreich geplant worden.
Die einzelnen Werte hatten eine vergleichsweise niedrige Auflagenhöhe. Der ausschlaggebende Grund, weshalb die Ausgabe für die Saar vor den Länderausgaben FZ gedruckt wurde.
Geringe Markenvorräte waren somit nicht verwunderlich, sondern gewollt. Nur kam der ‹Alarm› der OPD Saar früher, als geplant. Politische Volten in der französischen Nationalversammlung verzögerten eine wichtige Vorstufe der Wirtschafts- und Währungsunion, die Einführung des französischen Franc als Währung im Saarland.
Die ‹Délégation des P.T.T.› bei der Militärverwaltung in Saarbrücken unter Leitung von Commandant Marcel Charles Camille Jean (1898-1968) befand sich in einer Zwickmühle.
In dieser politischen Situation konnte kein teurer Auftrag zur Herstellung von Postwertzeichen in Frankenwährung erteilt werden. Ein Mangel an Briefmarken im Saarland – wie kurzfristig dieser auch ausfiele – war ebenfalls keine Alternative! Journalisten aus der Bizone hatten sich bereits genüsslich über den eklatanten Briefmarkenmangel in der Französischen Zone ausgelassen. (→ 2) Also biss man ‹in den sauren Apfel› und bestellte bei Burda in Offenburg eine Neuausgabe. 13 von ursprünglich 20 Werten, wie bei den Länderausgaben FZ.

Die Neuausgabe des 12 Pfennig-Werts – immerhin 3 Mio. Marken – hätten sich die Verantwortlichen sparen können. Es lagerten noch über 3,6 Mio. Exemplare des Altdrucks in Obhut von Postsekretär Michel Thomas beim Wertzeichenverteilungsamt im Postamt Saarbrücken 2.

Bei der Herstellung dieses Wertes unterlief einem Mitarbeiter der Druckerei Burda ein kleiner Fehler, der uns Sammler heute freut.

Neudruck (BuS II), Bogen B 08492 mit Bogendatum 22.11.1947

Die Bogennummern links auf den Schalterbogen wurden mittels eines mitlaufenden Zählwerks der Schnellpresse Typ ‹Rex› gedruckt. Das Bogendatum wurde dagegen jeden Tag neu gesetzt; ein fehleranfälliger Vorgang. (→ 3)

Bogendatum B-Bogen vom 22.11.1947

Der Fehler war geringfügig. Der Datumspunkt . direkt hinter der Monatsangabe war direkt vor die Jahresangabe ‹verrutscht›
Die Abweichung tritt bloss am 22. November 1947 bei B-Bogen auf, nicht bei entsprechenden A-Bogen.

Überdruck auf Neudruck (MBD II), Bogen A 03036 mit Bogendatum 22.11.1947

Halten wir fest
B-Bogen des 12 Pfennig-Werts des Neudrucks mit Bogendatum 22. November 1947 weisen beim Bogendatum durchgehend einen verschobenen Punkt . vor der Jahresangabe 1947 auf.
Es ist dabei völlig unerheblich, ob ein Eckrandstück oder Bogen des Neudrucks ohne oder mit Überdruck vorliegt; ein Überdruck hat niemals Auswirkungen auf Feldmerkmale oder sonstige Abweichungen der entsprechenden Urmarken.
In MICHEL®-Katalogen wird die Abweichung nicht aufgeführt.

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Hinweise
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(→ 1) Schneider, Heinrich Dr.; Über die Geburtsurkunden und anderes Unbekanntes bei der ersten Saarausgabe von 1947, in: Der Heimatsammler 09/1968, S. 120ff

(→ 2) bspw. Lenz, S. Walter; ‹Die Zeit› Nr. 24/1946, 1. August 1946, Feuilleton

(→ 3) bspw. Komma statt Punkt bei Schalterbogen 8 Pfennig Altdruck vom 16. Februar 1947 sowie retuschiertes Komma auch beim anschliessend gedruckten 80 Pfennig-Wert.

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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the sheet-margins of the 12 Pfennig-value of the second issue of ‹Works and sights at the Saar›.
The full-stop dividing month and year in the sheet date appears directly in front of the year instead of directly after the month.

This margin-variety appears on all B-sheets with sheet-date 22.11.1947.

🇫🇷 En bref: Cet article porte sur une variante apparaissant dans les marges des feuilles du timbre de 12 pfennigs de la deuxième série « Metiers et sites de la Sarre ».
Le point séparant le mois et l’année dans la date de la feuille apparaît directement avant l’année, et non directement après le mois.

Cette variante de marge apparaît sur toutes les feuilles de type B portant la date du 22.11.1947.

#saarphila #saarphilatelie

‹Vor 80 Jahren› – 14. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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14. Juni 1946

Bekanntmachung über die Wiederzulassung der gebührenpflichtigen Dienstbriefe und -postkarten.

 

Von sofort ab sind in der französischen Besatzungszone und nach den übrigen Besatzungszonen gebührenpflichtige Dienstbriefe und -Postkarten nach früheren Bestimmungen wieder zugelassen.

Die Sendungen müssen auf der Aufschriftseite (möglichst in der unteren linken Ecke) den Vermerk «Gebührenpflichtige Dienstsache» tragen und mit dem Dienstsiegel (Stempel oder Siegelmarke) der absendenden Behörde versehen sein. Wenn der Absender kein amtliches Siegel führt, hat er die Ermangelung eines Dienstsiegels unter dem Vermerk durch Angabe seines Namens und seiner Dienststellung zu bescheinigen. Zur Anwendung des Vermerks «Gebührenpflichtige Dienstsache» sind die bereits bisher [ Anm., für die Dienstpost] zugelassenen Behördendienststellen berechtigt.

Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Nr. 21 vom 22. Juni 1946, S. 101

Was ist das besondere an dieser Bekanntmachung? Ersten sind Bekanntmachungen der OPD Saar im Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar wie auch bei den nachfolgenden Amtsblättern [Amtsblatt der Verwaltungskommission des Saarlandes, Amtsblatt des Saarlandes] selten. Ein eigenes Amtsblatt der OPD Saar, resp. ab. 12. November 1947 der Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes erscheint erstmals am 1. September 1948.

Bei einer «Gebührenpflichtige Dienstsache» trägt immer der Empfänger die Postgebühren. Beinhaltet das Schreiben beispielsweise eine kostenpflichtige behördliche Genehmigung wird die «Gebührenpflichtige Dienstsache» zusätzlich mit einer entsprechenden Nachnahme versandt.
Saarländische Behörden konnten ab dem 14. Juni 1946 diese bequeme Form des Postversandes auch in den alliierten Besatzungszonen Deutschlands nutzen.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the permission of official letters and postcards subject to charge in the Saarland as well as in all allied occupation zones in Germany. The postal fee of such official letters or postcards are always to be born by the recipient.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite des frais d’affranchissement des lettres et cartes postales officielles en Sarre ainsi que dans toutes les zones d’occupation alliées en Allemagne. Les frais d’affranchissement de ces lettres ou cartes postales officielles sont toujours à la charge du destinataire.

#saarphila #saarphilatelie

Altbrief von 1848 (Vorphilatelie)

Altbriefe aus der Zeit vor der Herausgabe von Briefmarken gehören zum Gebiet der Vorphilatelie. Die Vorphilatelie ist ein Teilbereich der Philatelie, welcher sich mit der Postgeschichte und den Briefen der Vormarkenzeit beschäftigt.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes gehörte im 19. Jahrhundert bis 1815 als Teil des Departement de la Sarre zu Frankreich. Nach den Beschlüssen des ‹Wiener Kongresses› 1814/15 wurde das Department de la Sarre unter verschiedenen Fürsten aufgeteilt:

  • Kgr. Preussen → Ghzm. Niederrhein, ab 1822 Rheinprovinz
  • Kgr. Bayern → Bayerische Pfalz
  • Ghzm. Oldenburg → Fsm. Birkenfeld
  • Hzm. Sachsen-Coburg-Gotha → Fsm. Lichtenberg (bis 1834, an Preussen veräussert)
Karte aus: Westermann, Heimat und Welt Universalatlas, aktuelle Ausgabe Saarland, S. 26, Abb. 4

Preussen und Bayern unterhielten eigene staatliche Postanstalten. Das Fürstentum Birkenfeld hatte am 4. August 1817 für die Bestellung des Postwesens einen Vertrag mit Thurn & Taxis geschlossen. Dieser Vertrag wurde 1837 nicht verlängert und ab November 1837 versorgte die preussische Post das Fürstentum mit Post-Dienstleistungen.

Mit Ausgabe erster Briefmarken endete am 30. Oktober 1849 die vorphilatelistische Zeit im bayerischen Teil und am 14. November 1850 im von der preussischen Post versorgten Teil des Saarlandes.

Der vorgestellte Altbrief ist ein gesiegelter Faltbrief – Papierinnenseite für den Text, die gefaltete Papieraussenseite für die Anschrift – und wurde am 1. Juli 1848 von Saarbrücken an das Bankhaus Berthoud & Frères in Paris versandt.

Altbrief Saarbrücken – Paris, Sammlung ‹Montclair›

Der Altbrief trägt drei unterschiedliche Stempelabschläge (→1).

  • Tagesstempel ‹SAARBRÜCK›. Doppelkreisstempel (SHB DKa ∅ 26 mm) mit Datum ‹1 7› ohne Datumsstrich im Zentrum. Abschläge kommen mit und ohne Datumsstrich vor. Es handelte sich um einen Steckstempel und es war dem bearbeitenden Postbeamten überlassen, den Datumsstrich zuzustecken oder nicht. Der Stempel wurde nachweislich zwischen 1840 und 1850 verwendet.
  • Französischer Grenzübergangsstempel ‹PRUSSE 2 FORBACH 2›. Doppelkreisstempel (SHB DK b ∅ 26 mm) mit Datum ‹3 JUIL 48› im Zentrum. Abschlag erfolgte immer mit roter Stempelfarbe.
  • Französischer Grenzbezirksstempel  ‹REG. FR.›. Kastenstempel (SHB Ka 1 a, 34 x 10 mm). Reg. Fr. steht für Region Frontalière resp. Grenzbezirk. Der Stempel wurde zwischen 1848 und 1853 eingesetzt.

Gebührenvermerk 15 Décimen in schwarzer Schrift. Davon erhielt die preussische Post 5 Décimen. Ein Décimen entsprach 10 Centimes.

Varia
Das Bankhaus Berthoud & Frères wurde von den Brüdern Jonas, Charles-Frédéric und Auguste Berthoud aus Fleurier im Schweizer Kanton Neuenburg gegründet. Die Familie Berthoud hat im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert viele Politiker, Uhrmacher und Bankiers hervorgebracht.
Das Bankhaus Berthoud agierte in Augenhöhe mit den führenden Häusern wie Rothschild, Hottinguer, Mallet, Hentsch.

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Hinweise
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(→1) empfohlene Lektüre. Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes; Hrsg. Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes e.V. für die Lieferungen 1-8, ab der 9. Lieferung: Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR für Philatelie und Postgeschichte e.V.
Hier Kapitel 102 Vorphilatelie.

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🇬🇧 In a nutshell: Due to first stamps issues prephilately in the Saarland ends 1849 for the former bavarian part and 1850 for the part with prussian postal services. The folded and sealed letter shown in this post dates from 1848 and had been sent from Saarbrücken to ‹Berthoud & Frères›, a private bank in Paris. It carries three different postmarks:

  • ‹SAARBRÜCK› with ‹1 7› in the centre (i.e. 1st July) from the accepting post-office in Saarbrucken.
  • ‹PRUSSE 2 FORBACH 2› with ‹3 JUIL 48› in the centre. In Forbach the letter entered France.
  • ‹REG. FR.› Reg. Fr. french abbreviation ‹Region Frontalière› meaning border district.

The recipient ‹Berthoud & Frères› had been a private bank with an equal standing as Rothschild, Hottinguer, Mallet, Hentsch.

🇫🇷 En bref: La pré-philatélie a pris fin en Sarre en 1849 pour la partie anciennement bavaroise et en 1850 pour la partie relevant des services postaux prussiens.
La lettre pliée et scellée présentée dans cet article date de 1848 et a été envoyée de Sarrebruck à « Berthoud & Frères », une banque privée à Paris. Elle porte trois cachets postaux différents :

  • « SAARBRÜCK » avec « 1 7 » au centre (c’est-à-dire le 1er juillet) provenant du bureau de poste de Saarbrücken où la lettre a été acceptée.
  • « PRUSSE 2 FORBACH 2 » avec « 3 JUIL 48 » au centre. À Forbach, la lettre est entrée en France.
  • « REG. FR. » Reg. Fr., abréviation française de « Région Frontalière »

Le destinataire, « Berthoud & Frères », était une banque privée jouissant d’une réputation équivalente à celle de Rothschild, Hottinguer, Mallet ou Hentsch.

#saarphila #saarphilatelie

‹Vor 80 Jahren› – 9. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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9. Juni 1946

Bekanntmachung der OPD Saar.
Internationale Antwortscheine werden in Briefmarken im Wert von 75 (Reichs-)Pfennig umgetauscht.

Ob mit diesen Briefmarken zwingend eine Auslandssendung freigemacht werden muss, steht nicht in der Bekanntmachung. Sprich: Die für den Internationalen Antwortschein eingetauschten Briefmarken können auch anderweitig verwendet – also beispielsweise auch verkauft – werden.

Internationale Antwortscheine (IAS) ermöglichen es, in Mitgliedstaaten des Weltpostvereins einen bis zu 20 Gramm schweren Auslandsbrief auf dem Postamt ohne Porto aufzugeben. Häufig hatten reichere Verwandte im Ausland einem Brief einen bereits bezahlten IAS beigelegt, um den ärmeren Verwandten das Porto für den Antwortbrief zu bezahlen und so den brieflichen Kontakt aufrecht zu erhalten.

Internationaler Antwortschein, Design London

Das Saarland war 1946 kein eigenständiges Land und somit auch nicht Mitglied des Weltpostvereins. Wie die Verrechnung angenommener Internationaler Antwortscheine erfolgte, ist nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass die Verrechnung über die französische Post erfolgte.

Auf dem 28. Weltpostkongress in Dubai wurde am 17. September 2025 beschlossen, Internationale Antwortscheine zum 31. Dezember 2026 einzustellen.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the acceptance of international reply coupons by post-offices in the Saarland from 9th June 1946. IRC would be exchanged for stamps worth 75 Reichspfennige.
It’s not mentioned, that the stamps must be immediately used to pay for a letter abroad. Meaning, the stamps can be used otherwise, for example sold for money.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite de l’acceptation des coupons-réponse internationaux par les bureaux de poste de la Sarre à partir du 9 juin 1946. Les coupons-réponse internationaux étaient échangés contre des timbres d’une valeur de 75 Reichspfennige.
Il n’est pas précisé que ces timbres devaient être immédiatement utilisés pour affranchir une lettre à l’étranger. Cela signifie qu’ils pouvaient être utilisés à d’autres fins, par exemple vendus contre de l’argent.

#saarphila #saarphilatelie

Ersttagsbeleg 24 PF. | 45 PF.

Ich konnte meine Sammlung ‹Montclair› mit einem schönen Ersttagsbeleg bereichern.
Die verklebten Werte, je zweimal 24 Pfennig sowie 45 Pfennig sind am 4. Februar 1947 als dritter und vierter von insgesamt 20 Werten der Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten› verausgabt worden.

Ersttagsbeleg 4. Februar 1947, abgeschlagen in Saarlouis

Der in Saarlouis aufgegebene Beleg ist überfrankiert, der leere Umschlag verschlossen; beides deutet klar auf einen philatelistischen Hintergrund hin.

Der Absender ist die J. Spanier o.H.G. in Saarlouis-Lisdorf. Ein Lebensmittelgrosshandel, der bereits 1921 existierte, wie dieser Ausschnitt aus der Saarzeitung vom 21. Dezember 1921 belegt.

Saarzeitung 12. Dezember 1921

Weshalb ein mit Gummistempel überdruckter Firmenumschlag des Lebensmittelgrosshandels Alois Immetsberger in Homburg verwendet wurde, bleibt wohl ein Rätsel.

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Hinweis
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🇬🇧 In a nutshell: I have added this fine first day cover to my ‹Montclair›-collection. All four stamps used had been issued on 4th February 1947, making them number three and four of total 20 stamps of the issue ‹Works and sights at the Saar›. The still closed empty cover, cancelled in Saarlouis, is totally overpaid, clear signs of philatelistic background.

🇫🇷 En bref: J’ai ajouté cette belle enveloppe premier jour à ma collection « Montclair ». Les quatre timbres utilisés ont été émis le 4 février 1947 ; il s’agit des numéros trois et quatre d’une série de vingt timbres intitulée « Métiers et sites de la Sarre ». L’enveloppe oblitérée à Saarlouis, encore fermée et vierge, clairement surpayé, signe évident d’une fabrication à des fins philatéliques.

#saarphila #saarphilatelie

‹Vor 80 Jahren› – 28./29. Mai 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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28./29. Mai 1946

Die bevorstehenden Kommunalwahlen im Saarland wollen gut vorbereitet sein. Die Mitte Mai 1946 aufgrund der fristgerecht eingegangenen Registrierungen erstellten, vorläufigen Wählerlisten (vgl. diesen Beitrag) müssen nun von Bürgermeistern und Überwachungsausschüssen bis 20. Juni 1946 überprüft werden. Ausschlüsse vom aktiven und/oder passiven Wahlrecht werden einer Berufungskommission zur endgültigen Beurteilung zugeleitet. Der abschliessende Entscheid hat bis zum 12. Juli 1946 zu erfolgen.

Général Pierre-Marie Kœnig erlässt hierzu am 28. Mai 1946 Verordnung Nr. 45 ‹Aufstellung der Wählerlisten, die Wahlen im Saargebiet betreffend›. In dieser Verordnung werden Wahlrecht und Wählbarkeit für die vorgesehenen Kommunalwahlen festgelegt.

Die Verfügung Nr. 62, am 29. Mai 1946 ausgegeben von Generalverwalter Émile Laffon, führt die Bestimmungen der Verordnung Nr. 45 im Detail aus.
NSDAP-Mitglieder und Mitglieder ihrer Unterorganisationen sowie ehemalige Berufsoffiziere und -unteroffiziere sind generell vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Vom aktiven Wahlrecht werden NSDAP-Mitglieder und Mitglieder ihrer Unterorganisationen ausgeschlossen, wenn sie einen der aufgeführten Ränge oder darüber bekleidet haben oder – unabhängig vom Rang – hauptberuflich für die NSDAP oder einer ihrer Unterorganisationen tätig waren.

Amtsblatt RP Saar Nr. 18 vom 12. Juni 1946 (Click to View)

Die Erlasse wurden am 15. Juni 1946 auch im ‹Journal officiel du Commandement en Chef Français en Allemagne› Nr. 26 veröffentlicht.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the organisation of the upcoming elections. A decision and an order make sure, who is eligible to vote and who’s not. The process of assembling the voter-lists including the process of exclusion and appeal as well as the timeline is stated. Please click on the pic to read the Official Gazette (Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar No. 18 of 12. June 1946).

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite de l’organisation des prochaines élections. Une décision et un arrêté précisent qui a le droit de voter et qui n’y a pas droit. La procédure d’établissement des listes électorales, y compris les procédures d’exclusion et de recours, ainsi que le calendrier, y sont exposés. Veuillez cliquer sur l’image pour consulter le Journal officiel (Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar n° 18 du 12 juin 1946).

#saarphila #saarphilatelie

2F | 12 PF. Neudruck Feld 76 mit Abweichungen

Die Urmarken des Malstatt-Burbacher Überdrucks MBD I sind die Werte der der ersten Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› (BuS I); in den Akten der Post als Altdruck bezeichnet.
Die Urmarken des Malstatt-Burbacher Überdrucks MBD II sind dagegen die Werte der zweiten Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› (BuS II), also des Neudrucks vom Herbst 1947.
In diesem Beitrag stelle ich ein Feldmerkmal der zweiten Auflage vor. Auf dem betroffenen Bogenfeld befindet sich interessanterweise auch eine der wenigen konsistenten Überdruck-Abweichungen.

Die aktuellen MICHEL®-Kataloge führen für die zweite Ausgabe bloss elf Feldmerkmale auf. Die Kataloge von End/Becker und Paul Staedel sowie das Saarhandbuch beschreiben dagegen viele weitere Feldmerkmale (→ 1). Dieses Missverhältnis ist nichts Neues.
MICHEL®-Kataloge – selbst Spezial-Kataloge – eignen sich zwar hervorragend als Einstieg für Anfänger, Sammler und Liebhaber. Die Bedürfnisse von Spezialisten und Philatelisten decken diese Kataloge jedoch bei weitem nicht ab.

Das Feldmerkmal ‹heller Fleck rechts des Bergmanns› tritt auf Bogenfeld 76B des 12 PF.-Werts der zweiten Ausgabe (Neudruck, BuS II) auf.
Exemplare des 12 PF:-Werts des Neudrucks lassen sich einfach von Exemplaren des Altdrucks unterscheiden. Die Querstriche der beiden ‹A› von ‹SAAR› sind tiefer angeordnet, das Papier ist heller und weist KEIN Wasserzeichen auf.
Die Abbildung zeigt ein später in der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei zu Saarbrücken in Frankenwährung überdrucktes Exemplar.

Merkmal 12 PF. BuS II Feld 76B
Detail 12 PF. BuS II Feld 76B

Das Feldmerkmal entstand bereits während des Herstellungsprozesses in der Druckerei Burda in Offenburg und tritt ausschliesslich auf B-Bogen auf. A-Bogen zeigen keine besondere Auffälligkeit..
Der später in Saarbrücken applizierte Überdruck interessiert hinsichtlich des Feldmerkmals nicht; er ändert nichts an den Abweichungen der jeweiligen Urmarken.

Das Feldmerkmal ist seit 1950 bekannt:
→ End/Becker: 242e ‹Loch in der Kohlenwand›
→ Étude: 37g ‹Petit trou blanc dans le charbon›
→ Saarhandbuch: ‹Loch in der Höhlenwand›

Der Überdruck ist aber für die nun beschriebene Abweichung interessant.
Die bekannten Philatelisten, Saar-Spezialisten und hervorragenden Beobachter, Karl End, Willibald Becker, Paul Staedel sowie die Mitglieder der Handbuchkommission um Pierre Séguy haben eine auf demselben Bogenfeld wie dem Feldmerkmal auftretende konsistente Abweichung des Überdrucks übersehen.

Der Überdruck wurde – wie erwähnt – in Saarbrücken bei der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei appliziert. Zum Einsatz kamen ‹Original Heidelberger Tiegel-Automaten›. Mit den Tiegel-Automaten wurde und wird stabiles, gleichförmiges Papier – bspw. Plakate, Einladungskarten oder Briefumschläge – im Hochdruckverfahren bedruckt. Für das Bedrucken von dünnen, perforierten und ungleichmässig grossen Schalterbogen, welche darüber hinaus noch unterschiedliche grosse Bogenränder aufwiesen, waren die Tiegel-Automaten denkbar ungeeignet. Entsprechend vielfältig sind die produktionsbedingten Abweichungen beim Überdruck.
Wer einen ‹Original Heidelberger Tiegel-Automaten› im Betrieb gesehen hat, kann über die exorbitanten Preise, welche bei unseren Nachbarn im Westen für kleinste Verschiebungen des Überdrucks ausgerufen werden, nur lächeln.
Nach mehr als 1’000 ausgewerteten und dokumentierten Schalterbogen sämtlicher Werte der MBD I/II (SAAR II) bin ich zum Schluss gekommen, dass Abweichungen beim Überdruck nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel.

Dennoch weisen die für den Überdruck hergestellten Matrizen und Stereoplatten einige wenige konsistente Abweichungen auf, die eine eindeutige Zuordnung zu Bogenfeldern zulassen.
Die folgende Überdruck-Abweichung ‹heller Fleck am unteren Rand des unteren Balkens› ist bislang nicht dokumentiert oder publiziert worden.

12 PF. BuS II Feld 76B mit Feldmerkmal und Überdruckabweichung (Pfeil)

In der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei wurden Schalterbogen – wie vom Wertzeichenverteilungsamt im Postamt Saarbrücken 2 angeliefert – überdruckt. Eine konsistente Überdruck-Abweichung muss somit auf A- wie auf B-Bogen auftreten.

12 PF. BuS II Feld 76A mit Überdruckabweichung (Pfeil)
Detail ÜA 76A
Detail ÜA 76B

Die Schalterbogen 12 PF. des Neudrucks wurden am 24. November 1947 von Burda nach Saarbrücken geliefert und am 24./25. November 1947 überdruckt, wofür neu hergestellte Stereoplatten verwendet wurden. Daher findet sich diese Überdruck-Abweichung ausschliesslich beim 12 PF.-Wert der MBD II (Überdruck auf Neudruck).
Die Anfang November 1947 für den Überdruck der Schalterbogen des 12 PF.-Werts des Altdrucks (mit Wasserzeichen) verwendeten Stereoplatten waren nach über 36’000 Druckvorgängen verschlissen und wurden am 29. November 1947 zusammen mit den anderen Matrizen und Stereoplatten vernichtet.

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Hinweis
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(→ 1)
End, Karl und Becker, Willibald; SAAR-Briefmarken-Spezial-KATALOG, Ausgabe 1950, Saarbrücken 1950
Staedel, Paul; Étude des timbres-poste et obliterations de la Sarre 1945-1955, Illkirch-Graffenstaden 1955
Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes; Herausgeber für die Lieferungen 1-8 der Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes e.V.;
ab der 9. Lieferung die Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR für Philatelie und Postgeschichte e.V.

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🇬🇧 In a nutshell: With the stamps of ‹Works and Sights at the Saar› we distinguish two different issues. The first issue of winter 1946/47 (BuS I) and the second issue of autmn 1947 (BuS II).
I present the variety ‹bright spot right of the miner› sheet-position 76B, 12 PF.-value of the second issue (BuS II). This variety is known since 1950, but not listed in the MICHEL®.
At the same sheet-position, but on both, A- and B-sheets of the 2F | 12 PF.-value we find a flaw of the overprint: ‹bright spot on the lower black beam›. This variety hasn’t been published before.

🇫🇷 En bref: En ce qui concerne les timbres de la série « Métiers et sites de la Sarre », on distingue deux émissions distinctes : la première, datant de l’hiver 1946/47 (BuS I), et la seconde, datant de l’automne 1947 (BuS II).
Je présente ici la variante « tache claire à droite du mineur », position 76B, d’une valeur de 12 PF, issue de la deuxième émission (BuS II). Cette variante est connue depuis 1950, mais n’est pas répertoriée dans le MICHEL®.
Sur la même position de feuille, mais sur les feuilles A et B de la valeur faciale 2F | 12 PF, on trouve un défaut de la surimpression : « tache claire sur la poutre noire inférieure ». Cette variante n’a jamais été publiée auparavant.

#saarphila #saarphilatelie