Altbrief von 1848 (Vorphilatelie)

Altbriefe aus der Zeit vor der Herausgabe von Briefmarken gehören zum Gebiet der Vorphilatelie. Die Vorphilatelie ist ein Teilbereich der Philatelie, welcher sich mit der Postgeschichte und den Briefen der Vormarkenzeit beschäftigt.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes gehörte im 19. Jahrhundert bis 1815 als Teil des Departement de la Sarre zu Frankreich. Nach den Beschlüssen des ‹Wiener Kongresses› 1814/15 wurde das Department de la Sarre unter verschiedenen Fürsten aufgeteilt:

  • Kgr. Preussen → Ghzm. Niederrhein, ab 1822 Rheinprovinz
  • Kgr. Bayern → Bayerische Pfalz
  • Ghzm. Oldenburg → Fsm. Birkenfeld
  • Hzm. Sachsen-Coburg-Gotha → Fsm. Lichtenberg (bis 1834, an Preussen veräussert)
Karte aus: Westermann, Heimat und Welt Universalatlas, aktuelle Ausgabe Saarland, S. 26, Abb. 4

Preussen und Bayern unterhielten eigene staatliche Postanstalten. Das Fürstentum Birkenfeld hatte am 4. August 1817 für die Bestellung des Postwesens einen Vertrag mit Thurn & Taxis geschlossen. Dieser Vertrag wurde 1837 nicht verlängert und ab November 1837 versorgte die preussische Post das Fürstentum mit Post-Dienstleistungen.

Mit Ausgabe erster Briefmarken endete am 30. Oktober 1849 die vorphilatelistische Zeit im bayerischen Teil und am 14. November 1850 im von der preussischen Post versorgten Teil des Saarlandes.

Der vorgestellte Altbrief ist ein gesiegelter Faltbrief – Papierinnenseite für den Text, die gefaltete Papieraussenseite für die Anschrift – und wurde am 1. Juli 1848 von Saarbrücken an das Bankhaus Berthoud & Frères in Paris versandt.

Altbrief Saarbrücken – Paris, Sammlung ‹Montclair›

Der Altbrief trägt drei unterschiedliche Stempelabschläge (→1).

  • Tagesstempel ‹SAARBRÜCK›. Doppelkreisstempel (SHB DKa ∅ 26 mm) mit Datum ‹1 7› ohne Datumsstrich im Zentrum. Abschläge kommen mit und ohne Datumsstrich vor. Es handelte sich um einen Steckstempel und es war dem bearbeitenden Postbeamten überlassen, den Datumsstrich zuzustecken oder nicht. Der Stempel wurde nachweislich zwischen 1840 und 1850 verwendet.
  • Französischer Grenzübergangsstempel ‹PRUSSE 2 FORBACH 2›. Doppelkreisstempel (SHB DK b ∅ 26 mm) mit Datum ‹3 JUIL 48› im Zentrum. Abschlag erfolgte immer mit roter Stempelfarbe.
  • Französischer Grenzbezirksstempel  ‹REG. FR.›. Kastenstempel (SHB Ka 1 a, 34 x 10 mm). Reg. Fr. steht für Region Frontalière resp. Grenzbezirk. Der Stempel wurde zwischen 1848 und 1853 eingesetzt.

Gebührenvermerk 15 Décimen in schwarzer Schrift. Davon erhielt die preussische Post 5 Décimen. Ein Décimen entsprach 10 Centimes.

Varia
Das Bankhaus Berthoud & Frères wurde von den Brüdern Jonas, Charles-Frédéric und Auguste Berthoud aus Fleurier im Schweizer Kanton Neuenburg gegründet. Die Familie Berthoud hat im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert viele Politiker, Uhrmacher und Bankiers hervorgebracht.
Das Bankhaus Berthoud agierte in Augenhöhe mit den führenden Häusern wie Rothschild, Hottinguer, Mallet, Hentsch.

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Hinweise
(→1) empfohlene Lektüre. Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes; Hrsg. Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes e.V. für die Lieferungen 1-8, ab der 9. Lieferung: Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR für Philatelie und Postgeschichte e.V.
Hier Kapitel 102 Vorphilatelie.

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🇬🇧 In a nutshell: Due to first stamps issues prephilately in the Saarland ends 1849 for the former bavarian part and 1850 for the part with prussian postal services. The folded and sealed letter shown in this post dates from 1848 and had been sent from Saarbrücken to ‹Berthoud & Frères›, a private bank in Paris. It carries three different postmarks:

  • ‹SAARBRÜCK› with ‹1 7› in the centre (i.e. 1st July) from the accepting post-office in Saarbrucken.
  • ‹PRUSSE 2 FORBACH 2› with ‹3 JUIL 48› in the centre. In Forbach the letter entered France.
  • ‹REG. FR.› Reg. Fr. french abbreviation ‹Region Frontalière› meaning border district.

The recipient ‹Berthoud & Frères› had been a private bank with an equal standing as Rothschild, Hottinguer, Mallet, Hentsch.

🇫🇷 En bref: La pré-philatélie a pris fin en Sarre en 1849 pour la partie anciennement bavaroise et en 1850 pour la partie relevant des services postaux prussiens.
La lettre pliée et scellée présentée dans cet article date de 1848 et a été envoyée de Sarrebruck à « Berthoud & Frères », une banque privée à Paris. Elle porte trois cachets postaux différents :

  • « SAARBRÜCK » avec « 1 7 » au centre (c’est-à-dire le 1er juillet) provenant du bureau de poste de Saarbrücken où la lettre a été acceptée.
  • « PRUSSE 2 FORBACH 2 » avec « 3 JUIL 48 » au centre. À Forbach, la lettre est entrée en France.
  • « REG. FR. » Reg. Fr., abréviation française de « Région Frontalière »

Le destinataire, « Berthoud & Frères », était une banque privée jouissant d’une réputation équivalente à celle de Rothschild, Hottinguer, Mallet ou Hentsch.

#saarphila #saarphilately

‹Vor 80 Jahren› – 9. Juni 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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9. Juni 1946

Bekanntmachung der OPD Saar.
Internationale Antwortscheine werden in Briefmarken im Wert von 75 (Reichs-)Pfennig umgetauscht.

Ob mit diesen Briefmarken zwingend eine Auslandssendung freigemacht werden muss, steht nicht in der Bekanntmachung. Sprich: Die für den Internationalen Antwortschein eingetauschten Briefmarken können auch anderweitig verwendet – also beispielsweise auch verkauft – werden.

Internationale Antwortscheine (IAS) ermöglichen es, in Mitgliedstaaten des Weltpostvereins einen bis zu 20 Gramm schweren Auslandsbrief auf dem Postamt ohne Porto aufzugeben. Häufig hatten reichere Verwandte im Ausland einem Brief einen bereits bezahlten IAS beigelegt, um den ärmeren Verwandten das Porto für den Antwortbrief zu bezahlen und so den brieflichen Kontakt aufrecht zu erhalten.

Internationaler Antwortschein, Design London

Das Saarland war 1946 kein eigenständiges Land und somit auch nicht Mitglied des Weltpostvereins. Wie die Verrechnung angenommener Internationaler Antwortscheine erfolgte, ist nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass die Verrechnung über die französische Post erfolgte.

Auf dem 28. Weltpostkongress in Dubai wurde am 17. September 2025 beschlossen, Internationale Antwortscheine zum 31. Dezember 2026 einzustellen.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the acceptance of international reply coupons by post-offices in the Saarland from 9th June 1946. IRC would be exchanged for stamps worth 75 Reichspfennige.
It’s not mentioned, that the stamps must be immediately used to pay for a letter abroad. Meaning, the stamps can be used otherwise, for example sold for money.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite de l’acceptation des coupons-réponse internationaux par les bureaux de poste de la Sarre à partir du 9 juin 1946. Les coupons-réponse internationaux étaient échangés contre des timbres d’une valeur de 75 Reichspfennige.
Il n’est pas précisé que ces timbres devaient être immédiatement utilisés pour affranchir une lettre à l’étranger. Cela signifie qu’ils pouvaient être utilisés à d’autres fins, par exemple vendus contre de l’argent.

#saarphila #saarphilately

Ersttagsbeleg 24 PF. | 45 PF.

Ich konnte meine Sammlung ‹Montclair› mit einem schönen Ersttagsbeleg bereichern.
Die verklebten Werte, je zweimal 24 Pfennig sowie 45 Pfennig sind am 4. Februar 1947 als dritter und vierter von insgesamt 20 Werten der Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten› verausgabt worden.

Ersttagsbeleg 4. Februar 1947, abgeschlagen in Saarlouis

Der in Saarlouis aufgegebene Beleg ist überfrankiert, der leere Umschlag verschlossen; beides deutet klar auf einen philatelistischen Hintergrund hin.

Der Absender ist die J. Spanier o.H.G. in Saarlouis-Lisdorf. Ein Lebensmittelgrosshandel, der bereits 1921 existierte, wie dieser Ausschnitt aus der Saarzeitung vom 21. Dezember 1921 belegt.

Saarzeitung 12. Dezember 1921

Weshalb ein mit Gummistempel überdruckter Firmenumschlag des Lebensmittelgrosshandels Alois Immetsberger in Homburg verwendet wurde, bleibt wohl ein Rätsel.

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Hinweis
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🇬🇧 In a nutshell: I have added this fine first day cover to my ‹Montclair›-collection. All four stamps used had been issued on 4th February 1947, making them number three and four of total 20 stamps of the issue ‹Works and sights at the Saar›. The still closed empty cover, cancelled in Saarlouis, is totally overpaid, clear signs of philatelistic background.

🇫🇷 En bref: J’ai ajouté cette belle enveloppe premier jour à ma collection « Montclair ». Les quatre timbres utilisés ont été émis le 4 février 1947 ; il s’agit des numéros trois et quatre d’une série de vingt timbres intitulée « Métiers et sites de la Sarre ». L’enveloppe oblitérée à Saarlouis, encore fermée et vierge, clairement surpayé, signe évident d’une fabrication à des fins philatéliques.

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‹Vor 80 Jahren› – 28./29. Mai 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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28./29. Mai 1946

Die bevorstehenden Kommunalwahlen im Saarland wollen gut vorbereitet sein. Die Mitte Mai 1946 aufgrund der fristgerecht eingegangenen Registrierungen erstellten, vorläufigen Wählerlisten (vgl. diesen Beitrag) müssen nun von Bürgermeistern und Überwachungsausschüssen bis 20. Juni 1946 überprüft werden. Ausschlüsse vom aktiven und/oder passiven Wahlrecht werden einer Berufungskommission zur endgültigen Beurteilung zugeleitet. Der abschliessende Entscheid hat bis zum 12. Juli 1946 zu erfolgen.

Général Pierre-Marie Kœnig erlässt hierzu am 28. Mai 1946 Verordnung Nr. 45 ‹Aufstellung der Wählerlisten, die Wahlen im Saargebiet betreffend›. In dieser Verordnung werden Wahlrecht und Wählbarkeit für die vorgesehenen Kommunalwahlen festgelegt.

Die Verfügung Nr. 62, am 29. Mai 1946 ausgegeben von Generalverwalter Émile Laffon, führt die Bestimmungen der Verordnung Nr. 45 im Detail aus.
NSDAP-Mitglieder und Mitglieder ihrer Unterorganisationen sowie ehemalige Berufsoffiziere und -unteroffiziere sind generell vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Vom aktiven Wahlrecht werden NSDAP-Mitglieder und Mitglieder ihrer Unterorganisationen ausgeschlossen, wenn sie einen der aufgeführten Ränge oder darüber bekleidet haben oder – unabhängig vom Rang – hauptberuflich für die NSDAP oder einer ihrer Unterorganisationen tätig waren.

Amtsblatt RP Saar Nr. 18 vom 12. Juni 1946 (Click to View)

Die Erlasse wurden am 15. Juni 1946 auch im ‹Journal officiel du Commandement en Chef Français en Allemagne› Nr. 26 veröffentlicht.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the organisation of the upcoming elections. A decision and an order make sure, who is eligible to vote and who’s not. The process of assembling the voter-lists including the process of exclusion and appeal as well as the timeline is stated. Please click on the pic to read the Official Gazette (Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar No. 18 of 12. June 1946).

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite de l’organisation des prochaines élections. Une décision et un arrêté précisent qui a le droit de voter et qui n’y a pas droit. La procédure d’établissement des listes électorales, y compris les procédures d’exclusion et de recours, ainsi que le calendrier, y sont exposés. Veuillez cliquer sur l’image pour consulter le Journal officiel (Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar n° 18 du 12 juin 1946).

#saarphila #saarphilately

2F | 12 PF. Neudruck Feld 76 mit Abweichungen

Ausgangslage
Die Urmarken des Malstatt-Burbacher Überdrucks MBD I sind die Werte der der ersten Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› (BuS I); in den Akten der Post als Altdruck bezeichnet.
Die Urmarken des Malstatt-Burbacher Überdrucks MBD II sind dagegen die Werte der zweiten Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› (BuS II), also des Neudrucks vom Herbst 1947.
In diesem Beitrag stelle ich ein Feldmerkmal der zweiten Auflage vor. Auf dem betroffenen Bogenfeld befindet sich interessanterweise auch eine der wenigen konsistenten Überdruck-Abweichungen.

Die aktuellen MICHEL®-Kataloge führen für die zweite Ausgabe bloss elf Feldmerkmale auf. Die Kataloge von End/Becker und Paul Staedel sowie das Saarhandbuch beschreiben dagegen viele weitere Feldmerkmale (→ 1). Dieses Missverhältnis ist nichts Neues.
MICHEL®-Kataloge – selbst Spezial-Kataloge – eignen sich zwar hervorragend als Einstieg für Anfänger, Sammler und Liebhaber. Die Bedürfnisse von Spezialisten und Philatelisten decken diese Kataloge jedoch bei weitem nicht ab.

Feldmerkmal
Das Feldmerkmal ‹heller Fleck rechts des Bergmanns› tritt auf Bogenfeld 76B des 12 PF.-Werts der zweiten Ausgabe (Neudruck, BuS II) auf.
Exemplare des 12 PF:-Werts des Neudrucks lassen sich einfach von Exemplaren des Altdrucks unterscheiden. Die Querstriche der beiden ‹A› von ‹SAAR› sind tiefer angeordnet, das Papier ist heller und weist KEIN Wasserzeichen auf.
Die Abbildung zeigt ein später in der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei zu Saarbrücken in Frankenwährung überdrucktes Exemplar.

Merkmal 12 PF. BuS II Feld 76B
Detail 12 PF. BuS II Feld 76B

Das Feldmerkmal entstand bereits während des Herstellungsprozesses in der Druckerei Burda in Offenburg und tritt ausschliesslich auf B-Bogen auf. A-Bogen zeigen keine besondere Auffälligkeit..
Der später in Saarbrücken applizierte Überdruck interessiert hinsichtlich des Feldmerkmals nicht; er ändert nichts an den Abweichungen der jeweiligen Urmarken.

Das Feldmerkmal ist seit 1950 bekannt:
→ End/Becker: 242e ‹Loch in der Kohlenwand›
→ Étude: 37g ‹Petit trou blanc dans le charbon›
→ Saarhandbuch: ‹Loch in der Höhlenwand›

Überdruckmerkmal
Der Überdruck ist aber für die nun beschriebene Abweichung interessant.
Die bekannten Philatelisten, Saar-Spezialisten und hervorragenden Beobachter, Karl End, Willibald Becker, Paul Staedel sowie die Mitglieder der Handbuchkommission um Pierre Séguy haben eine auf demselben Bogenfeld wie dem Feldmerkmal auftretende konsistente Abweichung des Überdrucks übersehen.

Der Überdruck wurde – wie erwähnt – in Saarbrücken bei der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei appliziert. Zum Einsatz kamen ‹Original Heidelberger Tiegel-Automaten›. Mit den Tiegel-Automaten wurde und wird stabiles, gleichförmiges Papier – bspw. Plakate, Einladungskarten oder Briefumschläge – im Hochdruckverfahren bedruckt. Für das Bedrucken von dünnen, perforierten und ungleichmässig grossen Schalterbogen, welche darüber hinaus noch unterschiedliche grosse Bogenränder aufwiesen, waren die Tiegel-Automaten denkbar ungeeignet. Entsprechend vielfältig sind die produktionsbedingten Abweichungen beim Überdruck.
Wer einen ‹Original Heidelberger Tiegel-Automaten› im Betrieb gesehen hat, kann über die exorbitanten Preise, welche bei unseren Nachbarn im Westen für kleinste Verschiebungen des Überdrucks ausgerufen werden, nur lächeln.
Nach mehr als 1’000 ausgewerteten und dokumentierten Schalterbogen sämtlicher Werte der MBD I/II (SAAR II) bin ich zum Schluss gekommen, dass Abweichungen beim Überdruck nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel.

Dennoch weisen die für den Überdruck hergestellten Matrizen und Stereoplatten einige wenige konsistente Abweichungen auf, die eine eindeutige Zuordnung zu Bogenfeldern zulassen.
Die folgende Überdruck-Abweichung ‹heller Fleck am unteren Rand des unteren Balkens› ist bislang nicht dokumentiert oder publiziert worden.

12 PF. BuS II Feld 76B mit Feldmerkmal und Überdruckabweichung (Pfeil)

In der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei wurden Schalterbogen – wie vom Wertzeichenverteilungsamt im Postamt Saarbrücken 2 angeliefert – überdruckt. Eine konsistente Überdruck-Abweichung muss somit auf A- wie auf B-Bogen auftreten.

12 PF. BuS II Feld 76A mit Überdruckabweichung (Pfeil)
Detail ÜA 76A
Detail ÜA 76B

Die Schalterbogen 12 PF. des Neudrucks wurden am 24. November 1947 von Burda nach Saarbrücken geliefert und am 24./25. November 1947 überdruckt, wofür neu hergestellte Stereoplatten verwendet wurden. Daher findet sich diese Überdruck-Abweichung ausschliesslich beim 12 PF.-Wert der MBD II (Überdruck auf Neudruck).
Die Anfang November 1947 für den Überdruck der Schalterbogen des 12 PF.-Werts des Altdrucks (mit Wasserzeichen) verwendeten Stereoplatten waren nach über 36’000 Druckvorgängen verschlissen und wurden am 29. November 1947 zusammen mit den anderen Matrizen und Stereoplatten vernichtet.

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Hinweis
(→ 1)
End, Karl und Becker, Willibald; SAAR-Briefmarken-Spezial-KATALOG, Ausgabe 1950, Saarbrücken 1950
Staedel, Paul; Étude des timbres-poste et obliterations de la Sarre 1945-1955, Illkirch-Graffenstaden 1955
Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes; Herausgeber für die Lieferungen 1-8 der Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes e.V.;
ab der 9. Lieferung die Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR für Philatelie und Postgeschichte e.V.

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🇬🇧 In a nutshell: With the stamps of ‹Works and Sights at the Saar› we distinguish two different issues. The first issue of winter 1946/47 (BuS I) and the second issue of autmn 1947 (BuS II).
I present the variety ‹bright spot right of the miner› sheet-position 76B, 12 PF.-value of the second issue (BuS II). This variety is known since 1950, but not listed in the MICHEL®.
At the same sheet-position, but on both, A- and B-sheets of the 2F | 12 PF.-value we find a flaw of the overprint: ‹bright spot on the lower black beam›. This variety hasn’t been published before.

🇫🇷 En bref: En ce qui concerne les timbres de la série « Métiers et sites de la Sarre », on distingue deux émissions distinctes : la première, datant de l’hiver 1946/47 (BuS I), et la seconde, datant de l’automne 1947 (BuS II).
Je présente ici la variante « tache claire à droite du mineur », position 76B, d’une valeur de 12 PF, issue de la deuxième émission (BuS II). Cette variante est connue depuis 1950, mais n’est pas répertoriée dans le MICHEL®.
Sur la même position de feuille, mais sur les feuilles A et B de la valeur faciale 2F | 12 PF, on trouve un défaut de la surimpression : « tache claire sur la poutre noire inférieure ». Cette variante n’a jamais été publiée auparavant.

#saarphila #saarphilately

Historische Aufnahmen zum Plebiszit vom 13. Januar 1935

Saarphila History

Das Saarländische Landesarchiv hat gut 400 Glasplattennegative mit historischen Aufnahmen zur Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 digitalisiert und in Zusammenarbeit mit dem Wikipedia-Support-Team in der deutschen Wikipedia zur Nachnutzung bereitgestellt.

Der ehemalige Reichskanzler, Vizekanzler und Saarbeauftrage Franz von Papen verlässt mit Frau und Töchtern das Abstimmungslokal in Saarlouis (SaarLA_F02-057-464)

Die Bilder sind ein Eldorado für alle Sammler von Belegen der Abstimmungstruppen, aber auch für Historiker und Geschichtsinteressiere.

Ist ein Bild geöffnet, kann man sämtliche Bilder wie bei einem Diavortrag durchklicken. Die Fotografien sind leider innerhalb der Thematik nicht zeitlich oder örtlich strukturiert.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: The Saarland State Archives has digitised over 400 glass plate negatives containing historical photographs of the Saar referendum held on 13 January 1935. In collaboration with the Wikipedia support team, these photographs are available for reuse on the German Wikipedia.

🇫🇷 En bref: Les Archives régionales de la Sarre ont numérisé plus de 400 négatifs sur plaque de verre contenant des photographies historiques du référendum de la Sarre qui s’est tenu le 13 janvier 1935. En collaboration avec l’équipe de soutien de Wikipédia, ces photographies sont disponibles pour être réutilisées sur Wikipédia en allemand.

#saarphila #saarphilately

 

‹Vor 80 Jahren› – 18. Mai 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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18. Mai 1946

Seit 80 Jahren steht die rund 5 Meter hohe Statue im Schatten einer grossen Eiche auf dem alten Pulvermagazin der Vauban-Insel und blickt auf Saarlouis (→ 1).
Geschaffen von dem bekannten französischen  Bildhauer Jean Lambert-Rucki (1888-1967) ist diese nüchtern gehaltene, monolithische Betonplastik eine Personifikation der vorgesehenen Verbindung zwischen dem Saarland und der ‹Grande Nation›.

Denkmal Marschall Michel Ney auf dem alten Pulvermagazin der Vauban-Insel Copyright© Saarphila® 2023
Copyright© Saarphila® 2023

Punkt 18 Uhr am 18. Mai 1946 enthüllt Gilbert Grandval das Denkmal für Marschall Michel Ney, den grossen Sohn dieser von Louis XIV. gegründeten Stadt. Die Enthüllung gestaltet sich aufgrund von Regen etwas schwierig. Der Kopf von Michel Ney als störrisch. Die für die Verhüllung verwendete riesige französische Fahne ist nass und schwer.

Denkmal Ney unter Trikoloren (Stadtmuseum Saarlouis)

Es ist der von etwa 2’000 Besuchern verfolgte Auftakt der ‹Französischen Festtage an der Saar› [Journées Française de la Sarre], dem Höhepunkt eines frankophilen Frühlings, in welchem die Zukunft des Saarlandes an der Seite Frankreichs gebaut zu werden schien. Falls der Begriff französisches Saarland jemals seine Berechtigung hatte, dann 1946 in Saarlouis.

Zwei Ansprachen von Gilbert Grandval und dem Präsidenten des Marschall Ney-Vereins, in dessen Auftrag Jean Lambert-Rucki die Plastik geschaffen hatte, das war’s jedoch für den ersten Tag. Der gemäss Festprogramm für 22 Uhr geplante Fackelumzug mit Feuerwerk scheint buchstäblich ins Wasser gefallen zu sein. Zumindest werden diese in den verschiedenen Quellen mit keinem Wort erwähnt.

Festprogramm

Samstag, 18. Mai
18:00 Uhr Enthüllung Ney-Denkmal
22:00 Uhr Fackelzug und Feuerwerk

Sonntag, 19. Mai
11:00 Uhr Hochamt mit Général Kœnig in der Christ-König-Kirche Saarbrücken
15:15 Uhr Kranzniederlegung Ney-Denkmal Saarlouis durch Général Kœnig
15:30 Uhr Ankunft Général Kœnig auf dem Grossen Markt Saarlouis
15:30 Uhr Truppenparade
16:00 Uhr Ansprache Bürgermeister und Gilbert Grandval
16:40 Uhr Vorbeimarsch der Truppen
17:10 Uhr Volksbelustigungen
18:30 Uhr Abreise Général Kœnig

Der Sonntag, 19. Mai, bringt mehr Wetterglück. Zehntausende Saarländer (→ 2) besuchen die aufwendige Veranstaltung inmitten von Nachkriegsruinen, was auf dem Festplakat auch gezeigt wird.

Plakat für die Französischen Festtage an der Saar, Sammlung ‹Montclair›

Das Plakat zeigt nicht den Marschall, sondern Marianne, die Symbolfigur Frankreichs, als ‹La Semeuse›, resp. die Säerin (→ 3). Die Säerin schreitet barfuss über Ruinen der Sonne entgegen, mit der rechten Hand jenen Samen verteilend, aus dem ein neues Saarland entspringen sollte.

Für den Anlass wird von der Post ein Gummi-Nebenstempel entworfen und auf Postsendungen abgeschlagen. Es ist der erste von bloss zwei Nebenstempeln in der Saarlandphilatelie.
Der zweite wird später im Jahr 1946 anlässlich des Besuchs der Saargruben durch Général Pierre-Marie Kœnig am 22. Dezember 1946 verwendet.

Beleg mit Nebenstempel vom 18.05.1946

Der Aufwand für die ‹Französischen Festtage an der Saar› ist enorm. 30 Kilometer Strasse von Saarbrücken nach Saarlouis über das rechte Saarufer werden in weniger als drei Wochen von einer durch den Krieg zerstörten Schlaglochpiste zu einer Prachtstrasse saniert. In Saarlouis entstehen in der Innenstadt 10 vollausgerüstete Sanitätsstationen inkl. Telefonverbindung zum Krankenhaus.
Bier, Wein, sonstige Lebensmittel aber auch Treibstoffe für Busse und Lkw müssen beschafft werden.
Die Eisenbahn bringt mittels eines Sonderfahrplans auf dem nicht komplett wiederhergestellten Schienennetz  – wenige – Besucher aus allen Himmelsrichtungen nach Saarlouis.
150 Pressevertreter aus dem In- und Ausland berichten über die Französischen Festtage und lassen diese zum ersten medialen Grossereignis der saarländischen Nachkriegsgeschichte werden.

Der zentrale Punkt des Festprogramms sind die Festreden am Sonntag. Diese sollen die Zukunft des Saarlandes skizzieren und sind selbstverständlich genau choreographiert.
Saarlouis‘ Bürgermeister Walter Bloch verlangt nicht weniger als die sofortige Vereinigung des Saarlandes mit der französischen Nation sowie die Wiederherstellung der Grenzen von 1814.
Général Kœnig fordert in seiner ebenfalls auf Französisch gehaltenen Rede den wirtschaftlichen Anschluss des Saarlandes an Frankreich und die Verfügung über die Saargruben (→ 4).
Gouverneur Gilbert Grandval betont in seiner auf Französisch gehaltenen Ansprache dagegen das bisher erreichte und die Zusammengehörigkeit des saar-lothringischen Wirtschaftsraums.

Böse Zungen behaupten, es habe sich bloss um einen Abklatsch von ‹Brot und Spiele› im Kaiserlichen Rom gehandelt. Das Argument hat was für sich. Man muss sich vorstellen, wenn Menschen mit weniger als 1000 Kalorien pro Tag auskommen müssen, ist das Versprechen auf zwei Weck, 100 Gramm Wurst und vier Glas Bier für jeden erwachsenen Festbesucher ein starker Anreiz. Auch Kinder bis 12 Jahren erhalten Wurst und Weck, wenn diese im Klassenverband anreisen.
Dazu wollen die obersten Vertreter Frankreichs erläutern, wo es – ein Jahr nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht – mit dem Saarland weitergehen soll. Hätte ich keinen weiten Weg gehabt … ich wäre nach Saarlouis gegangen.

Die Diskussionen über die ‹Französischen Festtage an der Saar› werden wohl nie ganz verebben. Das Denkmal für Marschall Ney steht dennoch seit 80 Jahren und schaut auf Saarlouis.
Die Plastik von Jean Lambert-Rucki aus dem Jahr 1946 wird noch im selben Jahr Vorlage für ein Bildmotiv der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›. Vytautas Kazimieras Jonynas fertigt erst Skizzen an und erstellt dann die Vorlage.

Vorlage von Vytautas K. Jonynas
Marschall Ney – Altdruck MiNr. SL 224

An der Vorderwand des alten Pulvermagazins unterhalb des Denkmals für Maréchal Michel Ney hängt seit dem 23. Mai. 1991 eine Tafel mit einigen Lebensdaten, dem Jahr der Errichtung sowie dem Namen des Bildhauers.

Tafel mit einigen Lebensdaten von Maréchal Michel Ney

Das Geburtshaus Michel Neys an der Bierstrasse 13 in Saarlouis ist heute ein empfehlenswertes Restaurant.

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Hinweise
(→ 1) Saarlouis war 1936 von Reichsstatthalter Josef Bürckel per Dekret in ‹Saarlautern› umbenannt worden. In einer seiner ersten Amtshandlungen als Präsident des Regierungspräsidiums Saar machte Dr. Hans Neureuter diese Umbenennung mit Anordnung Nr. 5 am 14. Juli 1945 rückgängig. Symbolträchtig geschieht dies am französischen Nationalfeiertag.

Anordnung Nr. 5, Amtsblatt Nr. 2 1945

(→ 2) Exakte Besucherzahlen lassen sich im Nachhinein nicht mehr ermitteln. Die einige Tage nach der Veranstaltung in den Neuen Saarbrücker Nachrichten veröffentlichte Zahl von 120’000 Festbesuchern dürfte unter politischer Prämisse ermittelt worden sein.

(→ 3) Die Figur wurde 1886 von Louis Oscar Roty (1846-1911) für eine Medaille des französischen Landwirtschaftsministeriums geschaffen. Sie zierte französische Briefmarken und Münzen.

5 französische Francs von 1970 (Avers)

(→ 4) Er erneuert damit die Forderung von Georges Bidault in einer Note an die Botschafter der Siegermächte vom Februar 1946. Wiederholt in einer Rede Bidaults vor der französischen Nationalversammlung im März 1946.

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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the ‹French Festival at the Saar›, that took place on 18./19. May 1946 in Saarlouis. The city still in ruins after the war, the organisation of this festival was in all aspects a major feat. On the first day the monolithic sculpture of Napoleons Maréchal Michel Ney was revealed. This sculpture was transformed by Vytautas Kazimieras Jonynas into the template for the 84 Pfennig of the definitive stamp issues ‹Works and sights at the Saar›.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article porte sur la « Journées Française de la Sarre », qui s’est déroulée les 18 et 19 mai 1946 à Sarrelouis. La ville étant encore en ruines après la guerre, l’organisation de ce festival fut à tous égards un véritable exploit. Le premier jour, la sculpture monolithique du maréchal Michel Ney, officier de Napoléon, fut dévoilée. Cette sculpture a été reprise par Vytautas Kazimieras Jonynas pour servir de modèle au timbre de 84 pfennigs de la série définitive « Metiers et sites de la Sarre ».

#saarphila #saarphilately

 

‹Vor 80 Jahren› – 14. Mai 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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14. Mai 1946

Bekanntmachung der Oberpostdirektion Saar über die Wiederbenutzung der Strassenbriefkästen.

Mangels Briefmarken war seit der Zulassung des zivilen Postverkehrs am 1. September 1945 bis Ende März 1946 Einlieferung bei der Post und Barfrankierung mit entsprechendem Stempel vorgeschrieben gewesen.

Drucksache von Dillingen nach Saarbrücken. Abschlag ‹Dillingen (Saar) b -4.10.45-12› mit Nebenstempel ‹Gebühr bezahlt›

«Die Strassenbriefkästen können vom 16. Mai 1946 ab zur Einlieferung freigemachter gewöhnlicher Briefe, Postkarten, Drucksachen und Geschäftspapiere wieder benutzt werden. Anschrift des Empfängers und Absenderangabe nicht vergessen. Nicht oder unzureichend freigemachte Sendungen werden nicht befördert. Umfangreiche Sendungen und Massensendungen am Postschalter abgeben. Ansichtskarten oder Postkarten mit Bildern oder Zeichnungen sowie gefütterte Briefumschläge sind nicht zugelassen.»

Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Nr. 12 vom 16. Mai 1946, S. 73

Hinweis
Bekanntmachungen, Verfügungen usw. der OPD Saar, sowie der Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes erschienen bis zum 30. August 1948 in den jeweiligen Regierungs-Amtsblättern. Am 1. September 1948 erscheint nach 13-jähriger Pause – das letzte Amtsblatt der Saargebietspost war am 28. Februar 1935 veröffentlicht worden – die Nr. 1 des neuen saarländischen Amtsblattes der Post.

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In den saarländischen Gemeinden werden aufgrund der eingegangenen Registrierungen vorläufige Wählerlisten für die bevorstehenden Gemeindewahlen erstellt. Die Frist zur Registrierung war am 12. Mai 1946 abgelaufen.

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Hinweise
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Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the usage of postboxes in the streets. Since the admission of civilian postal service on 1. September 1945 until the end of March 1946 the usage of post-boxes had been forbidden due to the lack of stamps.
Second part: The councils work at provisional voter lists for the upcoming council elections. The deadline for registration had expired on 12. May 1946.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite de l’utilisation des boîtes aux lettres dans les rues. Depuis la reprise du service postal civil le 1er septembre 1945 jusqu’à la fin mars 1946, l’utilisation des boîtes aux lettres avait été interdite en raison de la pénurie de timbres.
Deuxième partie : Les municipalités travaillent à l’établissement des listes électorales provisoires en vue des prochaines élections municipales. La date limite d’inscription avait expiré le 12 mai 1946.

#saarphila #saarphilately

75 PF. BuS I: ‹A› von Bogennummer beschädigt

In diesem Beitrag schreibe ich über die Bogenrandsignaturen der Ausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›. Genauer um ein Abweichung bei den Bogennummern des 75 Pfennig-Wertes (MiNr. 222).

Die von den Mitarbeitern der Druckerei Franz Burda aus der Druckmaschine ‹Palatia O› entnommenen frischen Druckbogen wurden

  • mit einer Schnellpresse Typ ‹Rex› mit Bogennummern und Bogendatum versehen
  • mit einer Goebel Flachperforiermaschine Typ ‹Titan› perforiert und dann
  • mittels eines Planoschneiders in zwei Schalterbogen (A-Bogen | B-Bogen) getrennt.

Ich verdeutliche diese Vorgänge anhand von Abbildungen eines Druckbogens des 45 Pfennig-Wertes.

Druckbogen 2890 vom 13. Januar 1947
A-Bogen
B-Bogen

Die Bogennummern wurden in der Regel – keine Regel ohne Ausnahme – in absteigender Reihenfolge appliziert.
Das bedeutet: Bei einer Auflage von 10’000 Druckbogen erhielt der erste fertiggestellte Bogen die Nummer 10000, der nächste die Nummer 9999  und der letzte Bogen die Nummer 1.

Die Druckbogen des 75 Pfennig-Werts wurden am 27. und 28. Dezember 1946 gedruckt; die Gesamtauflage von 10’700 Druckbogen am Montag, 30. Dezember 1946 fertiggestellt.

Bei einigen A-Bogen ist das ‹A› der Bogennummer an der Spitze beschädigt.

A beschädigt

Diese Abweichung tritt am Freitag, 27. Dezember 1946, kurz nach Druckbeginn auf.
Ich konnte die Abweichung bislang auf den Schalterbogen A 7798 (frühester Bogen) bis A 5196 (spätester Bogen) nachweisen.
Ob der Fehler auch auf Bogen mit Bogendatum 28. Dezember 1946 auftritt, ist noch nicht belegt.

A 7184 vom 27. Dezember 1947

Schalterbogen, bei welchen die Abweichung nachweislich nicht auftritt:
A 10000 bis A 8346
A 3854 bis A 110
A 10700 bis A 10001 (Bogendatum 30. Dezember 1946)

Bitte kontaktiert mich, falls euch eine Bogenecke, ein Bogenteil oder sogar ein Schalterbogen mit dieser Abweichung vorliegt.
Interessant sind auch die nachstehende Nummernbereiche:
A 8345 bis A 7799
A 5168 bis A 3855

Ihr helft mit eurer Meldung die Anzahl der von dieser Abweichung betroffenen Schalterbogen genau einzugrenzen. Danke

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Nachtrag vom 04.05.2026

Ich bedanke mich bei Martin Kessler. Dank seiner Aufmerksamkeit und Marktkenntnis konnte der Nummernbereich, in welchem die Spitze des ‹A› beschädigt ist, nachweislich bis mindestens A 4912 und damit auf das Bogendatum 28. Dezember 1946 erweitert werden.

Die Abweichung hat sich gegenüber der Abbildung von A 7184 leicht verändert. Es sieht so aus, als ob auf der Spitze des ‹A› ein ‹Sichelmond› wäre.

A 4912 mit ‹Sichelmond› (WZ ‹F›)
Detail A 4912
Nachtrag vom 05.05.2026

Ich bedanke mich bei Ralf-Martin Müller. Dieser hat mir soeben ergänzende Informationen zukommen lassen.

Ralf-Martin erweitert den Nummernbereich, in welchem die Spitze des ‹A› beschädigt ist, bis mindestens A 4731 (Bogendatum 28. Dezember 1946).
Spätestens ab der Bogennummer A 4493 mit Bogendatum 28. Dezember 1946 tritt die Abweichung Spitze des ‹A› beschädigt gemäss Ralf-Martin nicht mehr auf.
Bei A-Bogen im Bereich A 4731 bis A 4493 sollen sogar vereinzelt Bogen ganz ohne ‹A› hergestellt worden sein. (Beleg hierfür fehlt!)

Ralf-Martin weist darauf hin, dass bereits bei Bogen A 8271 die Abweichung in ihren Anfängen festzustellen ist.

Detail A 8271

Diese Aussage ist richtig. Der mir bis heute vorliegenden Scan der Bogenecke mit Bogennummer und vier Marken war wenig detailreich. Dank Ralf-Martin liegt mir nun ein detailreicherer Scan vor. Wie viele andere Abweichungen in Teilauflage entwickelt sich auch diese Abweichung langsam, bis sie, da augenfällig geworden, entdeckt und korrigiert wird.

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Hinweis
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🇬🇧 In a nutshell: This post is about a variety appearing in the letter ‹A› of sheet-numbers. The sheet-numbers of certain A-sheets of the 75 Pfennig value are showing a broken letter ‹A›.
As of today A-sheets in the range of A 7798 to A 5169 are affected, all sheets bearing the sheet-date ‹27. Dezember 1946›. If further A-sheets are showing this variety ist not known.

Addendum: Thanks to assistance from Martin Kessler and Ralf-Martin Müller I was able to expand this post. As of today A-sheets in the range of A 7798 to A 4731 are effected. So are A-sheets bearing the date ‹28. Dezember 1946›. First signs of the variety can be identified as early as from A 8271.

🇫🇷 En bref: Cet article traite d’une variante apparaissant dans la lettre « A » des numéros de feuille. Les numéros de feuille de certaines feuilles de la série « A » de la valeur de 75 pfennigs présentent une lettre « A » brisée.
À ce jour, les feuilles A comprises entre A 7798 et A 5169 sont concernées, toutes portant la date de tirage « 27 décembre 1946 ». On ignore si d’autres feuilles A présentent cette variante.

Supplément : J’ai pu compléter cet article grâce à l’aide de Martin Kessler et de Ralf-Martin Müller. À ce jour, les feuilles A comprises entre les numéros A 7798 et A 4731 sont concernées. Il en va de même pour les feuilles A portant la date « 28 décembre 1946 ». Premiers signes de cette variante peuvent être repérés dès la feuille A 8271.

#saarphila #saarphilately

‹Vor 80 Jahren› – 18. April 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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18. April 1946

Die Gemeinde Bous liegt südöstlich von Saarlouis an der Saar. Der 22. August 1935 bringt grosse Veränderungen. Das Nazi-Regime verordnet der Gemeinde die Änderung ihres Namens von ‹Bous› zu ‹Buß›.
Das ist für die Einwohner nichts Neues. Bereits 1917 hatte die Gemeinde auf königlichen Erlass ihren Namen von ‹Bous› zu ‹Buß› gewechselt. 1921, in der Zeit des Völkerbundsmandates, dann zurück zum althergebrachten Gemeindenamen ‹Bous›.

In frühen Urkunden findet sich für die Gemeinde der Name ‹Bouza›, welcher vermutlich keltischen Ursprungs ist.
Nun wird ‹ou› von Deutschen gerne als Hinweis für romanischen, sprich französischen Ursprung, gedeutet. Diese Missdeutung lag den ‹Germanisierungen› von 1917 und 1935 zugrunde.

Am Donnerstag, 18. April 1946 wird die Gemeinde wieder in ‹Bous› umbenannt. Für die Post bedeutet dies: neue Stempel. Übergangsmässig wird bis Anfang August 1946 ein Gummistempel ohne Datum sowie parallel ein ‹stummer› Datumsstempel verwendet.

BUSS (SAAR) b, bis 17.04.1946
Gummistempel BOUS (Saar)
stummer Datumsstempel
Amtsblatt Nr. 8 vom 18.04.1946, S. 52

Viel grösseres Ungemach kommt 1974 mit der kommunalen Gebietsreform über die kleine Gemeinde Bous. Die Eingemeindung nach Schwalbach sorgt für so grosse Proteste, das diese rückgängig gemacht wird.
Seit 1982 ist Bous die kleinste eigenständige saarländische Gemeinde.

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18. April 1946

Das Regierungspräsidium Saar informiert die Saarländer, dass im Verlauf des Jahres erstmals freie Gemeindewahlen stattfinden sollen.
Wer wählen möchte, muss sich zwischen dem 2. Mai und 12. Mai 1946 bei den Gemeinden mit einem Formular registrieren. Die Gemeinden erstellen dann aus den abgegebenen Formularen vorläufige Wahllisten.

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18. April 1946

Nach §1 der Verordnung über die gesetzlichen Feiertage vom 22. Oktober 1945 ist der 1. Mai, der 1946 auf einen Mittwoch fällt, ein gesetzlicher Feiertag.

Amtsblatt Nr. 8 vom 18.04.1946, S. 52

Weder Verwaltungen noch gewerbliche Betriebe arbeiten. Die Löhne werden wie für einen Arbeitstag ausbezahlt.
Mit Rücksicht auf die Produktion und den Wiederaufbau müssen die ausgefallenen Arbeitsstunden nachgeholt werden. Die Sperrstunden wird für die Nacht vom 1. zum 2. Mai 1946 ausnahmsweise auf 2 Uhr morgens festgesetzt. Gaststätten schliessen spätestens um 1 Uhr.

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18. April 1946

Auf seiner letzten Sitzung in Genf löst sich der Völkerbund selbst auf.

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Hinweise
Diese Website verwendet Lightbox. Für grössere Abbildungen eine Abbildung berühren oder anklicken.

Der Begriff ‹Saarphila Historyist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

This post is about the frequent name-changes of the parish of Bous due to ‹ou› in a word in Germany often being misinterpreted as to have French roots.
The second part ist the announcement of first democratic local elections in 1946. Inhabitants should register with the local authorities/councils from 2. May to 12. May 1946.
The third part is about the First of May holiday 1946.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Cet article traite des fréquents changements de nom de la paroisse de Bous, dus au fait qu’en Allemagne, la lettre « ou » dans un mot est souvent interprétée à tort comme ayant des racines françaises.
La deuxième partie concerne l’annonce des premières élections locales démocratiques de 1946. Les habitants devaient s’inscrire auprès des autorités locales/conseils municipaux du 2 au 12 mai 1946.
La troisième partie porte sur la fête du 1er mai 1946.

#saarphila #saarphilately