Das Saarland hebt ab!

Saarphila History

St. Arnual (AK Sammlung Montclair)

St. Arnual mit seiner prominenten Stiftskirche und den Saarwiesen liegt im Südosten Saarbrückens unweit der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. Die eigenständige Gemeinde wird mit Wirkung zum 1. April 1897 Stadtteil von (Alt-) Saarbrücken.
Saarbrücken, St. Johann an der Saar sowie Malstatt-Burbach schliessen sich mit Vertrag vom 5. Dezember 1908 zum 1. April 1909 unter dem Namen Saarbrücken zur ersten und bis heute einzigen Grossstadt des Saarlandes zusammen.

Die in der Bildmitte der Abbildung gut erkennbaren Saarwiesen befinden sich zwischen dem Winterberg im Nordwesten, St. Arnual im Westen, dem Halberg und Brebach im Osten sowie Güdingen im Süden. Von Süden kommend umfliesst die Saar die Wiesen im Westen und Norden.

Am Wochenende des 14./15. Oktober 1911 finden auf den St. Arnualer Saarwiesen die ‹Saarbrücker Flugtage› statt. Flugmaschinen unterschiedlicher Bauart geben sich ein Stelldichein und selbst der 140 Meter lange Zeppelin LZ 10 ‹Schwaben› macht über den Wiesen fest. Was für eine Attraktion!

LZ 10 Schwaben (public domain)

Im Sommer 1914 erste Kampfhandlungen, die sich schnell zum 1. Weltkrieg ausweiten. Die St. Arnualer Saarwiesen werden während des Krieges als Militärflugplatz genutzt.

Das ‹Saargebiet› ist ab Januar 1920 Mandatsgebiet des Völkerbundes. Zwischen 1924 und 1928 werden die Saarwiesen nun provisorisch zum Verkehrsflugplatz ausgebaut. Das Gebiet ist für einen Verkehrsflugplatz denkbar ungeeignet:

  • die Saarwiesen werden für die Trinkwassergewinnung genutzt
  • der Platz ist begrenzt und lässt keinen weiteren Ausbau zu
  • Wohngebiete grenzen direkt an den Flugplatz
  • Saarhochwasser setzen die Saarwiesen häufig unter Wasser. Bspw. rissen sich beim Saar-Hochwasser Ende Dezember 1948 mehrere Treidelschiffe los und strandeten auf den überfluteten Saarwiesen.
  • der Anflug ist aufgrund plötzlicher Fallwinde schwierig
Ausschnitt Stadtplan Saarbrücken 1927 (die Saar noch nicht begradigt)

Der regelmässige Linien-Flugverkehr wird am Montag, 17. September 1928 aufgenommen. Die Deutsche Luft Hansa AG fliegt von Berlin über Frankfurt am Main nach Saarbrücken, während die französische ‹Societé Général des Transport Aérienne› die Strecke Paris – Saarbrücken bedient. Umstieg in Saarbrücken für einen Flug zwischen den beiden Hauptstädten.

St. Arnual Luftbild August 1928 (©Rheinische Provinzialverwaltung, Düsseldorf)

Philatelistisch bedeutsam ist für das Saargebiet die Aufnahme des Luftpostdienstes am 20. September 1928. Passend dazu werden am 19. September 1928 erste Luftpostmarken verausgabt.

Luftpost 50 Centimes (©2026 Saarphila, MiNr. SG 126)
Luftpost 1 Franc (©2026 Saarphila, MiNr. SG 127)

Das Markenbild zeigt einen Doppeldecker ‹Breguet 14T› nach dem Abheben in St. Arnual auf dem Weg nach Westen. Die ‹Breguet 14T› wird von französischen Fluggesellschaften bis Mitte der 1930er-Jahre zur Postbeförderung eingesetzt.

Die Aufnahme des Luftpostdienstes ist so bedeutsam, dass die Saarbrücker Zeitung am 19. September 1928 einen sehr informativen Artikel mit einer Aufstellung sämtlicher Luftpost-Gebühren publiziert. Hier die Abschrift dieses Artikel als PDF-Datei.

Der Luftpostdienst wird kontinuierlich ausgebaut und umfasst Anfang der 1930er-Jahre neben der Strecke Paris – Frankfurt (M) – Berlin, die Strecken Karlsruhe – Stuttgart – München ab 1929 sowie Köln – Düsseldorf ab 1930. Selbstverständlich werden auf den Strecken nebst der Post auch Passagiere befördert.

Verkehrsflugplatz St. Arnual 1930 (©Rheinische Provinzialverwaltung, Düsseldorf)

Am 20. April 1932 verausgabt die Oberpostdirektion für das Saargebiet zwei weitere Luftpostmarken.

Luftpost 60 Centimes (©2026 Saarphila, MiNr. SG 158)
Luftpost 5 Francs (©2026 Saarphila, MiNr. SG 159)

Das Markenbild zeigt eine abhebende Focke-Wulf A-17 ‹Möwe› über dem Flugfeld von St. Arnual. Im Hintergrund sind prominent die Stiftskirche, das helle Flughafengebäude sowie ganz im Hintergrund der Winterberg abgebildet.

Am 1. November 1934, im Vorfeld der Volksabstimmung vom 15. Januar 1935, werden alle vier Flugpostmarken mit unveränderter Nominale, jedoch mit dem Überdruck ‹Volksabstimmung 1935› neu verausgabt.

Luftpost 50 Centimes (©2026 Saarphila, MiNr. SG 195)
Luftpost 60 Centimes (©2026 Saarphila, MiNr. SG 196)
Luftpost 1 Franc (©2026 Saarphila, MiNr. SG 197)
Luftpost 5 Francs (©2026 Saarphila, MiNr. SG 198)

Nazi-Deutschland verwendet weiterhin den Verkehrsflugplatz St. Arnual, beginnt jedoch direkt nach der Übernahme der Regierungsgewalt im Saarland mit dem Bau eines neuen, günstiger gelegenen Verkehrsflugplatzes in Ensheim. Die Arbeiten werden kurz vor der Fertigstellung des Verkehrsflugplatzes aufgrund der Kriegsvorbereitungen eingestellt.

Am 25. Oktober 1939, fast zwei Monate nachdem Deutschland einen weiteren (Welt-)Krieg angezettelt hat, wird der Linienflug- sowie Flugpostverkehr ab Saarbrücken St. Arnual eingestellt.

Beide Verkehrsflugplätze, St. Arnual und das fast fertiggestellte Ensheim überstehen die Kriegshandlungen fast unversehrt.

Gilbert Grandval, ab 1945 französischer Militärgouverneur, Hochkommissar (1948) sowie Botschafter (1952) im Saarland und ausgebildeter Militärpilot nutzt gerne den Flugplatz St. Arnual, unweit seiner Residenz auf Schloss Halberg.
Ab 1949 wird der Flugplatz auch von Fliegern des Aero-Clubs Saar genutzt.

Verkehrsflughafen St. Arnual etwa 1950 (Foto GÖ 17.101 Flugh. Arnual_0001/ Stadtarchiv Saarbrücken)

1949 werden St. Arnual und sein Flugplatz ein letztes Mal Bildmotiv einer Briefmarke, womit auch der Bogen zu meinem Sammelgebiet geschlagen wird.

St. Arnual, Stiftskirche, Saarwiesen und die Halberger Guss-Stahlfabriken (©2026 Saarphila, Entwerfer Karl-Friedrich Winter 1914-1984, MiNr. SL 285)

Wohnungsbau und Beseitigung von Kriegsschäden haben Vorrang. Es dauert bis 1955, ehe der Verkehrsflugplatz Ensheim das kleine St. Arnual ablöst.

Heute umfliesst die Saar die Saarwiesen nicht mehr. Autobahn und Saar fliessen heute dort, wo 27 Jahre lang Flugzeuge abgefertigt wurden. Sie trennen den Stadtteil St. Arnual von seinen Wiesen. Ensheim, der neue Verkehrsflughafen, wurde im Zuge der kommunalen Neuordnung 1974 nach Saarbrücken eingemeindet.

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Hinweise

Feldmerkmale auf den Marken-Abbildungen

MiNr. SG 127 mit Feldmerkmal VII vom Feld 24
MiNr. SG 158 mit Feldmerkmal II von Feld 23
MiNr. SG 159 mit Feldmerkmal VI vom Feld 25
MiNr. SG 197 mit Feldmerkmal III vom Feld 45
MiNr. SG 198 Mit Feldmerkmal I vom Feld 49

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Der Begriff ‹Saarphila History› ist geschützt.

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🇬🇧 In a nutshell: The history of the small, but only notable airport of the Saargebiet and the Saarland from 1911 to 1955. The philatelic importance lies in the airmail-service provided from 1928-1939 as well as 1946-1955.
The airport doesn’t exist anymore. The A621 motorway and the straightened river Saar run today, where over a quarter of a century airplanes and airmail had been handled.

🇫🇷 En bref: L‘ histoire du un petit aéroport de la Sarre, de 1911 à 1955. Son intérêt philatélique réside dans le service de poste aérien assuré de 1928 à 1939 ainsi que de 1946 à 1955.
L‘ aéroport n’existe plus. L‘ autoroute A621 et la Sarre, dont le cours a été rectifié, passent aujourd’hui là où, pendant plus d’un quart de siècle, on a accueilli des avions et traité du poste aérien.

#saarphila #saarphilately

 

Die älteste Briefmarke der Welt?

Am 1. Mai 1840 wurde in Grossbritannien die ‹One Penny Black› herausgegeben. Diese Marke gilt gemeinhin als erste Briefmarke der Welt.

One Penny Black 1840

Die Briefmarken Frankreichs und somit auch die Briefmarken, welche von Frankreich zwischen 1945 und 1948 für das Saarland herausgegeben wurden, weisen eine Besonderheit auf. Die Druckbogen dieser Briefmarkenausgaben verfügen über eine ‹Geburtsurkunde›, wie Dr. Wolf-Dietrich Meisel diese Besonderheit treffend beschrieben hat (→ 1).

Druckbogen 45 Pfennig

Die beiden Schalterbogen eines Druckbogens weisen auf dem rechten unteren Bogenrand ein Datum auf, das Bogendatum. Dieses Datum gibt an, an welchem Tag der Markenbogen fertiggestellt wurde. Das kann, muss aber nicht, das Datum des Markendrucks sein. Zur Herstellung der Briefmarken in der Druckerei Burda vgl. ‹Handbuch Feldmerkmale SAAR I›, Kapitel 1.3 ‹Herstellung›.

Dr. Meisel hat bereits vor über 60 Jahren darauf hingewiesen, dass Schalterbogen des 12 Pfennig-Werts für Württemberg-Hohenzollern das Bogendatum 11.3.948 aufweisen. Damit wären diese Marken knapp 900 Jahre älter als die ‹One Penny Black›.
Später hat sich herausgestellt, dass die Gesamtauflage vom 11.3.1948, rd. 15’500 Druckbogen à 200 Marken diesen Setzfehler aufweist. (→ 2)

Das Saarland kann jedoch mit noch älteren Briefmarken aufwarten: Einige Exemplare des 24 Pfennig-Werts der Briefmarkenausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› stammen vom 21. Januar 194, sind somit rund 1’650 Jahre älter als die ‹One Penny Black›.

Bogendatum A 26867 (→ 3)

Es handelt sich nicht um einen Setzfehler, wie bei den Bogen Württemberg-Hohenzollern, sondern um eine Druckzufälligkeit, wie bereits Dr. Heinrich Schneider richtig konstatierte. (→ 4)
Er schrieb:

Ganz offensichtlich hat sich auf die 7 von 1947 ein Papierschnitzel gelegt, so dass der Druck der vollen 7 einige Zeit ausblieb und so die ‹Abart› 194 verursachte.

Wie richtig Dr. Schneiders Aussage ist, können wir an dem folgenden Bogendatum eines kurz darauf mit Bogenrandsignaturen versehenen Schalterbogens erkennen.

Bogendatum A 26852 (→ 3)

Bei diesem Schalterbogen sind oben und unten Teile der 7 gedruckt worden.

Das Handbuch der Französischen Zone Kap. 3.1.2 wurde 1986 von Dr. Hans Flatters und Dr. Steinkamp verfasst. Eine enorme Fleissarbeit, die in einigen Bereichen – bspw. beim 75 Pfennig Wert der BuS I – nicht mehr aktuell ist.
Für die Druckzufälligkeit ‹194› wird von den beiden Autoren bei A-Bogen mit Bogendatum 21. Januar 1947 der Bereich A 26863 bis A 21406 angegeben. Wie ich gezeigt habe weist bereits der zuvor fertiggestellte Bogen A 26867 den Druckfehler auf. Über Meldungen von kompletten A-Bogen oder Bogenteilen, welche Bogennummern und Bogendatum aufweisen – ob nun mit oder ohne Setzfehler –, freue ich mich.

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Nachtrag vom 17.03.2026

Ron Pichler (→ 🌐 Briefmarkenecke by RonAlex) hat mir freundlicherweise einen Scan der Württemberg-Hohenzollern MiNr. 4 mit Bogendatum 11.3.948 zur Verfügung gestellt.

MiNr. 4 ‹Friedrich Schiller›

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Hinweise
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(→ 1) Meisel, Wolf-Dietrich; Marken mit Geburtsurkunde, München 1962
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(→ 2) vgl. Handbuch der Französischen Zone Kap. 3.1.2
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(→ 3) beide Schalterbogen liegen mir komplett vor
—
(→ 4) Schneider, Heinrich Dr.; Über die Geburtsurkunden und anderes Unbekanntes bei der ersten Saarausgabe von 1947, in: Der Heimatsammler 09/1968, S. 120ff

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🇬🇧 In a nutshell: Everybody has been thinking the ‹One Penny Black› of 1840 was the world’s oldest stamp. At least two sorts of stamps are much older, though. One ist the 12 PF. of Wurttemberg-Hohenzollern printed ‹11.3.948› and the other some of Saarland’s 24 PF. ‹Works and sights at the Saar› which bear the date ‹21. Januar 194›.
Background: French stamp issues usually bear a date printed on the margins of the sheets. In both stated cases the print was faulty.
Both cases are being known for at least 60 years. It is my opinion, that it’s good practice to recall such ‹lost› knowledge once in a while.

🇫🇷 En bref: Tout le monde pensait que le « One Penny Black » de 1840 était le plus ancien timbre au monde. Il existe pourtant au moins deux types de timbres bien plus anciens. L’un est le timbre de 12 pfennigs du Wurtemberg-Hohenzollern portant la date « 11.3.948 », et l’autre, certains exemplaires de la série de 24 pfennigs de la Sarre « Métiers et sites de la Sarre » qui portent la date « 21 janvier 194 ».
Contexte : les émissions de timbres français portent généralement une date imprimée sur les marges des feuilles. Dans les deux cas cités, l’impression était défectueuse.
Ces deux cas sont connus depuis au moins 60 ans. Je pense qu’il est bon de rappeler de temps à autre ces connaissances « perdues ».

#saarphila #saarphilately

1933 – Der Gasometer in Neunkirchen explodiert

Saarphila History

Neunkirchen (Saar) 1932 (AK Sammlung Montclair)

Freitagabend in der Industriestadt Neunkirchen. Es ist fast dunkel am Abend des 10. Februar 1933 um 18:05 Uhr. Da wird es plötzlich wieder hell. Riesige Flammen schiessen in den dunklen Himmel empor, dann folgt eine ohrenbetäubende Explosion. Sämtliche Scheiben in der Stadt zerbersten. Decken grosser Gebäude stürzen ein und begraben Menschen unter sich. Wohnhäuser an der Saarbrückerstrasse werden durch den Druck der gewaltigen Explosion dem Erdboden gleich gemacht und viele Häuser in der Schlawerie komplett zerstört.

Der erst vor zwei Jahren erbaute MAN Scheiben-Gasometer, 72 Meter hoch, 50 Meter im Durchmesser explodiert mit so einer Wucht, dass die erdbebenartigen Erschütterungen noch im Umkreis von 200 Kilometern wahrnehmbar sind. Im etwa 100 Kilomenter entfernten Heidelberg gehen noch Scheiben zu Bruch.  Die schreckliche Bilanz des Unglücks: 68 Menschen tot, 160 Menschen zum Teil schwer verletzt, 167 Familien obdachlos. (→ 1)

Nach der Explosion (‹Le Miroir du Monde›)
‹Le Miroir du Monde› No. 155 18 Fevrier 1933, Sammlung Montclair, Click to view

Die internationale mediale Aufmerksamkeit ist riesig. → 🌐 Hier die Filmberichterstattung ‹In a second of time!› von British Pathé am Wochenende nach dem Unglück, welche ab dem 16. Februar 1933 in den Kinos gezeigt wird.

Gross ist ebenfalls das Spendenaufkommen im In- und Ausland. Die Postverwaltung des Saargebietes gibt einige Monate später Sondermarken (MiNr. SG 168-170) heraus, welche als Bildmotiv die Rettungsarbeiten nach der Explosion zeigen.

Welchen Bezug hat dieses schreckliche Ereignis zu meinem Sammel- und Forschungsgebiet, den Ausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›?

Das Bildmotiv ‹Bäuerinnen bei der Rübenernte› zeigt im Bildhintergrund prominent einen Gasometer inmitten anderer Industrieanlagen. Die Aufteilung des Bildmotives in Bildvorder- und Bildhintergrund ist 1947 eine kleine Revolution für Briefmarkenentwürfe (→ 2).  Dem Künstler Vytautas Kazimieras Jonynas (1907-1997) gelingt, wichtige Zusammenhänge subtil in das gerade einmal 18,5 x 22 Millimeter grosse Markenbild einfliessen zu lassen. Der in seiner Umwelt agierende Mensch steht im Mittelpunkt. Interessanterweise lässt Jonynas Frauen das Bildmotiv prominent dominieren; nicht dekorativ platzierte Frauen, sondern Frauen, die körperlich hart arbeiten und ihre Werkzeuge routiniert benutzen. Dabei ist seine Darstellung der Frauen überaus detailliert: Kopftuch, Hemd, Rock über Strumpfhosen, Schürze und derbe Schuhe. Das Bildmotiv stellt den essentiellen Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Industrie her. Ohne Nahrungsmittel keine Arbeiter, keine Produktion, kein Wohlstand. Darüber hinaus wird harte körperliche Arbeit dargestellt, welche den wirtschaftlichen Erfolg – hier symbolisiert durch die rauchenden Fabrikschlote – und damit den Wohlstand der Saarländer erst generiert.

Das i-Tüpfelchen des Bildmotivs ist jedoch der abgebildete Gasometer. Eine subtile Warnung vor den Gefahren industrieller Arbeit. Den Saarländern dürften 1947 – bloss 14 Jahre nach dem Unglück – die Bilder des verwüsteten Neunkirchen trotz aller schrecklichen Kriegsbilder noch gut in Erinnerung gewesen sein.

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Hinweise
(→ 1) Wolfgang Melnyk/Horst Schwenk; Schreckenstage in Neunkirchen – als der Gasometer explodierte, Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V. (Hrsg.), 2. Auflage, Neunkirchen 2013
—
(→ 2) Dasselbe Prinzip der Unterteilung des Bildmotives wendet Jonynas auf beim Motiv ‹Bergmann vor Ort› an.

externe Links
→ 🌐 ARD Mediathek
→ 🌐 Wikipedia

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🇬🇧 In a nutshell: Friday evening in the industrial town of Neunkirchen. It is almost dark on the evening of 10 February 1933 at 6:05 p.m. Suddenly, it becomes light again. Huge flames shoot up into the dark sky, followed by a deafening explosion. All the windows in the city shatter. The ceilings of large buildings collapse, burying people beneath them. Residential buildings on Saarbrückerstrasse are razed to the ground by the pressure of the violent explosion, and many houses in Schlawerie are completely destroyed.
The very large MAN-gasometer, built just two years earlier, 72 metres high and 50 metres in diameter, explodes with such force that the earthquake-like tremors can still be felt within a radius of 200 kilometres. Windows are still breaking in Heidelberg, some 100 kilometres away. The terrible toll of the accident: 68 people dead, 160 people injured, some seriously, and 167 families left homeless.
Where’s the connection to my field of research, the stamp editions ‹Works and sights at the Saar›? The motif ‹Farming women harvesting beets› prominently features a gasometer in the background of the picture, surrounded by other industrial facilities. A subtle warning about the dangers of industrial work. In 1947, just 14 years after the disaster, the people of the Saarland would still have had vivid memories of the images of a devastated Neunkirchen, despite all the horrible images of war since then.

🇫🇷 En bref: Vendredi soir dans la ville industrielle de Neunkirchen. Il fait presque nuit, le 10 février 1933, à 18 h 05. Soudain, la lumière revient. D’énormes flammes jaillissent dans le ciel sombre, suivies d’une explosion assourdissante. Toutes les fenêtres de la ville volent en éclats. Les plafonds des grands bâtiments s’effondrent, ensevelissant les personnes qui se trouvent dessous. Les immeubles résidentiels de la Saarbrückerstrasse sont rasés par la pression de la violente explosion, et de nombreuses maisons de Schlawerie sont complètement détruites.
Le très grand gazomètre MAN, construit deux ans plus tôt, haut de 72 mètres et d’un diamètre de 50 mètres, explose avec une telle force que les secousses sismiques sont encore perceptibles dans un rayon de 200 kilomètres. À Heidelberg, à une centaine de kilomètres de là, des vitres continuent de se briser. Le bilan terrible de l’accident : 68 morts, 160 blessés, dont certains gravement, et 167 familles sans abri.
Quel est le lien avec mon domaine de recherche, les éditions de timbres « Metiers et sites de la Sarre » ? Le motif « Femmes agricoles récoltant des betteraves » met en évidence un gazomètre à l’arrière-plan de l’image, entouré d’autres installations industrielles. Un avertissement subtil sur les dangers du travail industriel. En 1947, seulement 14 ans après la catastrophe, les habitants de la Sarre avaient encore en mémoire les images d’une ville de Neunkirchen dévastée, malgré toutes les horribles images de guerre qui avaient suivi.

#saarphila #saarphilately

 

‹Bibliografie zur Saarlandphilatelie› erschienen

Ich habe heute in der Reihe Saarphila Ratgeber
einen weiteren Titel publiziert.

alle wichtigen Informationen zu diesem Titel findet ihr → hier.

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🇬🇧 In a nutshell: I published a new title of the series Saarphila Guide, today. It’s a comprehensive bibliography for Saar-philately. Click on the cover for more information.

🇫🇷 En bref: J’ai publié aujourd’hui un nouveau titre de la série Saarphila Guide. Il s’agit d’une bibliographie complète sur la philatélie sarroise. Cliquez sur la couverture pour plus d’informations.

#saarphila #saarphilately

 

10 Pf.-Wert — bislang nicht dokumentiertes Reihenmerkmal

Die Bogen des 10 Pfennig-Werts des Altdrucks (SAAR I) der Briefmarkenserie ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› weisen auf sämtlichen Marken der 2. | 7. Bogenreihe ein auffälliges Merkmal auf. Wir bezeichnen solche Merkmale als ‹Reihenmerkmal›.

‹Fuss der 1 der Wertangabe 10 rechts verkürzt›
Feld 52 | 53, Bogen 05097-B, Bogendatum 13. Februar 1947
Detail
Vergleich

Die folgenden im MICHEL® aufgeführten Feldmerkmale weisen dieses Reihenmerkmal ebenfalls auf:

  • MiNr. 210 I, Feld 2AB
  • MiNr. 210 II, Feld 12AB
  • MiNr. 210 VII, Feld 82B
  • MiNr. 210 VIII, Feld 87AB

Ich habe dieses → Reihenmerkmal unter dem Menupunkt ‹Besonderheiten und Abweichungen/Reihenmerkmale› aufgenommen.

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🇬🇧 In a nutshell: A variety appearing on each stamp of the 2nd an 7th sheet-row of the 10 Pfennig (see illustrations). This variety hasn’t been documented yet.

🇫🇷 En bref: Une variante apparaissant sur chaque timbre de la 2e et de la 7e rangée de la feuille de la valeur 10 pfennigs  (voir illustrations). Cette variante n’a pas encore été documentée.

#saarphila #saarphilately

Ein Podcast über die Erfindung der Briefmarke

Der Podcast ‹Geschichten aus der Geschichte› ist bekannt und beliebt. Die beiden Historiker Richard Hemmer und Daniel Messner erzählen sich seit über 10 Jahren jede Woche eine Geschichte. Inzwischen haben sie ein gleichnamiges Buch sowie ein Spiel veröffentlicht. Sie touren durch Deutschland und füllen mit ihrem Programm auch grosse Säle.

Die Folge 424 behandelt die ‹Erfindung der Briefmarke›. Die Moderatoren gehen den Fragen nach:

  • Was war das Revolutionäre an der Briefmarke?
  • Wie veränderte die Briefmarke das Postwesen?
  • Wie veränderte die Briefmarke die Kommunikation einer ganzen Gesellschaft?

Der Podcast schlägt in knapp einer Stunde einen äusserst interessanten Bogen über den ‹Tre Skilling Banco›-Fehldruck, die British Guiana 1 ¢ magenta, die Mauritius-Marken, Philipp von Ferrary, die erste Penny-Post des Jahres 1680 zu Rowland Hill, die Mulready-Stationary und die One Penny Black. (→ 1)

Quelle: Geschichten aus der Geschichte (→ 🌐 Link)

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🇬🇧 In a nutshell: A ‹Stories from History›-podcast in German. Topic of this episode is the invention of stamps. What was the real revolution of this invention? How did it change the postal system and the communication of the society?

🇫🇷 En bref: Un podcast « Histoires de l’histoire » en allemand. Le thème de cet épisode est l’invention des timbres-poste. En quoi cette invention a-t-elle constitué une véritable révolution ? Comment a-t-elle transformé le système postal et la communication au sein de la société ?

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(→ 1) Zu dem ‹Tre Skilling Banco›-Fehldruck, der British Guiana 1 ¢ magenta sowie der One Penny Black findet ihr lesenswerte Artikel in dem Buch ‹MICHEL® Raritäten – Marken, die Sie kennen sollten›.

Aufnahme des Autors

#saarphila #saarphilately

Briefmarken als Thema eines Podcast des SR

Ich bin vor einigen Tagen in der SR-Audiothek auf einen Podcast über Saar-Briefmarken und das Sammeln von Briefmarken gestossen. Journalistin Katja Preissner spricht über das Thema Briefmarken u.a. mit Axel Braun, Vorsitzender der ArGe Saar, sowie Jürgen Priebe, Vorsitzender des Landesverbandes der Briefmarkensammler des Saarlandes.

Quelle: SR-Audiothek (→ 🌐 Link)

Der Podcast weist an einer Stelle [Minute 06:30 bis 07:00] zwei historische Ungenauigkeiten auf.

  • Das Bildmotiv ‹Eichenlaubbekränzte Mutter schliesst die kleine Tochter in die Arme› tritt auf allen vier Wertstufen der Ausgabe ‹Die Saar kehrt heim› von 1935 auf. Entworfen von Emmy Glintzer (1899-1992).
    Die Ausgabe erschien am 16. Januar 1935, nur drei Tage, nachdem die sich die grosse Mehrheit der Stimmberechtigten bei der Volksabstimmung im Saargebiet vom 13. Januar 1935 zugunsten des Anschlusses an das Deutsche Reich ausgesprochen hatte.

  • Das Bildmotiv ‹Zwei Hände umschliessen ein Stück Saarerde› war Teil einer am 26. August 1934 — also Monate vor der Volksabstimmung im Saargebiet — erschienenen Briefmarkenausgabe. Entworfen von Karl Schulpig (1884-1948).
    Diese zwei Briefmarken waren Teil der enormen propagandistischen Anstrengungen der Nazi-Diktatur, mit der Volksabstimmung im Saarland einen ersten aussenpolitischen Erfolg und eine erste ‹Revision› des Versailler Vertrages zu erzielen.

Die in diesem Beitrag gezeigten Abbildungen historisch-zeitgeschichtlicher Artikel (Belege, Briefmarken, Ganzsachen, usw.) aus der Zeit von 1933-1945 werden im Rahmen der staatsbürgerlichen Aufklärung, der wissenschaftlichen Forschung sowie der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens verwendet (StGB § 86 Abs. 4 resp. § 86a Abs. 3).

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🇬🇧 In a nutshell: A podcast in German by SR (Saarland Broadcasting). Topics are stamps of the Saar and the collecting of stamps. Katja Preissner speaks among others with Axel Braun, chairman of the philatelic study group Saar, and Jürgen Priebe, charman of the regional association of stamp collectors in the Saarland. Two historical inaccuracies at 06:30 to 07:00 (see pictures).

🇫🇷 En bref: Un podcast en allemand réalisé par SR (Diffusion Sarre). Thèmes abordés : les timbres de la Sarre et la collection de timbres en général. Katja Preissner s’entretient notamment avec Axel Braun, président du groupe d’étude philatélique de la Sarre, et Jürgen Priebe, président de l’association régionale Sarroise des collectionneurs de timbres poste. Deux inexactitudes historiques entre 06h30 et 07h00 (voir photos).

#saarphila #saarphilately

Nachtrag zu „Preise für Saarmarken 1947-1955“

Mein letzter Beitrag über die Preise für Saarmarken 1947-1955 hat viele positive Reaktionen erhalten. Aus den Gesprächen und Chats konnte ich einige wertvolle Informationen mitnehmen, welche ich in diesem Nachtrag zusammenfasse.

Sicher kann man auf Tauschtagen, Briefmarkenbörsen und auf den ‹einschlägigen› Webportalen immer wieder Schnäppchen machen. Ich weiss das. Wir Sammler sollten aber auch immer die Qualität der von uns erworbenen Stücke im Auge haben. In die Sammlung gehören nur einwandfreie Stücke; das ist mein Credo. Wie ich in meinem letzten Beitrag schrieb:

Einwandfreie, postfrische Erhaltung heisst,

  • einwandfreie Originalgummierung ohne Büge oder helle Stellen
  • keine Fingerabdrücke
  • kein dunkler Abrieb durch schwarzen Steckbuchkarton (ich rate jedem Sammler, auf Steckbücher mit weissem Karton und Pergaminstreifen umzustellen)
  • keine Verfärbungen durch Kunststoffstreifen von Steckbüchern
  • keine fehlenden, geknickte oder kurze Zähne; die häufig in Angeboten zu lesende Aussage in der üblichen Zähnung ist sehr häufig Quatsch und meines Erachtens eine Verarschung der Kunden
  • zentriertes Markenbild
  • farbfrische Erhaltung
  • keine Schürfungen der Bildseite
  • keine Farbverwischungen

Meine Erfahrung zeigt, dass nur wenige Anbieter auf den ‹einschlägigen› Webportalen aussagekräftige Bilder der angebotenen Lose zeigen. Es ist sicherlich sinnvoller, nachzuhaken und bessere Abbildungen anzufordern, als eine minderwertige Lieferung zu erhalten. Eine mögliche Alternative zu den Webportalen sind beispielsweise seriöse Verkaufsgruppen auf Facebook usw.

Mein Sammler-Freund Ron Pichler kommt auf seinem empfehlenswerten YouTube-Kanal ‹RonAlex Briefmarkenecke› im Video vom 30. März 2025 zum Saarland-Jahrgang 1954 zum Schluss, dass der Handelswert (postfrisch) zwischen €1 und €4 sei. In meinem Beitrag gebe ich für denselben Jahrgang €10 an. Ein grosser Unterschied! Aber: Sind in den Angeboten im Web auch die Markenrückseiten gezeigt? Können wir als Käufer also beurteilen, ob die Gummierung wirklich frei von Fingerabdrücken und Abrieb ist? Oder erkennen wir dies erst nach Erhalt der Sendung? Gibt der Verkäufer – bei wertvolleren Stücken – eine Prüfgarantie, die etwas wert ist? Räumt der Käufer Rückgaberecht ein? Wer trägt die Kosten, wenn die Marken nicht der Beschreibung entsprechen? Das sind Fragen, die wir Sammler uns bei Käufen im Web immer stellen sollten. Damit Schnäppchen auch wirklich Schnäppchen sind.

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🇬🇧 In a nutshell: My previous article about the prices for Saarmarken 1947-1955 received many positive reactions. From the conversations and chats I was able to pick up some valuable information, which I summarise in this addendum. You certainly find bargains at swap meets, stamp fairs and on the popular web portals. I know that. But we collectors should always keep an eye on the quality of the items we buy. Only flawless items belong in the collection; that is my maxim. My experience shows that only a few sellers on web portals show detailed pictures of the lots on offer. It certainly makes more sense to follow up and request better pictures than to receive an unsatisfactory delivery. A possible alternative to the web portals are, for example, reputable sales groups on Facebook etc.
My collector friend Ron Pichler on his highly recommendable YouTube-channel in his video of 30 March 2025 on the Saarland 1954 comes to the conclusion, that the commercial value (mint never hinged) is between €1 and €4. In my previous article I quote €10 for the same year. A big difference! But: Are the backs of the stamps also shown in the offers on the web? Can we as buyers judge whether the gum is really free of fingerprints and abrasion? Or do we only recognise this after receiving the item? Does the seller – in case of more valuable items – provide a guarantee that is worth more than a fart? Does the buyer grant a right of return? Who bears the costs if the stamps received do not correspond to the description? These are questions that we collectors should always ask ourselves when buying online. So that bargains really are bargains.

🇫🇷 En bref: Mon précédent article sur les prix des Saarmarken 1947-1955 a suscité de nombreuses réactions positives. Les conversations et les discussions m’ont permis de recueillir des informations précieuses, que je résume dans cet addendum. Il est certain que l’on trouve de bonnes affaires dans les bourses d’échange, les foires aux timbres et sur les portails Internet les plus populaires. J’en suis conscient. Mais nous, collectionneurs, devrions toujours garder un œil sur la qualité des objets que nous achetons. Seules les pièces irréprochables ont leur place dans une collection, telle est ma maxime. D’après mon expérience, seuls quelques vendeurs sur les portails Web présentent des photos détaillées des lots proposés. Il est certainement plus judicieux d’effectuer un suivi et de demander de meilleures photos que de recevoir une livraison insatisfaisante. Les groupes de vente réputés sur Facebook, par exemple, peuvent constituer une alternative aux portails web.
Mon ami collectionneur Ron Pichler, sur sa très recommandable chaîne YouTube, dans sa vidéo du 30 mars 2025 sur le Saarland 1954, arrive à la conclusion que la valeur commerciale (non oblitéré) se situe entre 1 et 4 €. Dans mon article précédent, j’ai cité 10 € pour la même année. Une grande différence ! Mais.. : Le verso des timbres est-il également montré dans les offres sur le web ? En tant qu’acheteurs, pouvons-nous juger si la gomme est réellement exempte de traces de doigts et d’abrasion ? Ou ne le constatons-nous qu’après avoir reçu l’objet ? Le vendeur offre-t-il, pour les objets de grande valeur, une garantie qui vaut plus qu’un pet ? L’acheteur bénéficie-t-il d’un droit de retour ? Qui supporte les frais si les timbres reçus ne correspondent pas à la description ? Ce sont des questions que nous, collectionneurs, devrions toujours nous poser lorsque nous achetons en ligne. Pour que les bonnes affaires soient vraiment des bonnes affaires.

#saarphila #saarphilately

 

Preise für Saarmarken 1947-1955

Zu diesem Beitrag habe ich am 30. März 2025 einen Nachtrag geschrieben.

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Ich bin heute beim Stöbern auf Angebote der Deutschen Post für Saarmarken 1947-1955 gestossen. Für die Saarland-Ausgaben (ohne den ‹Urdruck›-Satz sowie die Jahrgänge 1951 und 1956) berechnet die Deutsche Post € 2’386! Das ist – wohlgemerkt – ein Preis, keine Katalog-Bewertung! Da kommt man schon ins Staunen.

Ich nehme diese Angebote der Deutschen Post zum Anlass, mich detailliert über die Preise beim Sammelgebiet Saarland auszulassen. Basis sind meine Marktbeobachtungen der letzten 15 Jahre.
Die von mir angegebenen Preise beziehen sich immer auf absolute Top-Stücke mit einwandfreier postfrischer Erhaltung (1, siehe unten) ohne Versand- und Nebenkosten wie Aufgelder, Losgebühren, MWSt., Plattformkosten usw.
Es handelt sich um Verkaufspreise des Handels. Ankaufspreise, selbst für Top-Stücke liegen naturgemäss viel tiefer.

Jahrgang 1947
Angebot Deutsche Post:
Die Post unterscheidet bei der Originalausgabe (SAAR I) die beiden Wasserzeichen-Orientierungen F/S nicht. Der sogenannte ‹Urdruck›-Satz fehlt; wird von der Post auch nicht separat angeboten. Ebenso fehlt die Neuausgabe (ohne Aufdruck). Bei der Überdruckausgabe werden die Abstandstypen e/w bei 1F|10 Pf. sowie 10F|50 Pf. nicht berücksichtigt. Der Preis von €21.50 ist meines Erachtens durch nichts gerechtfertigt.
Eigene Marktbeobachtungen:
22 Werte der Originalausgabe ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› (SAAR I) inkl. 12 Pf. F/S sowie 75 Pf. F/S etwa €10
13 Werte Neudruck (ohne Aufdruck) etwa €500-600
16 Werte ‹Urdruck›-Satz inkl. 2F|12 Pf. F/S, 1F|10 Pf. e/w und 10F|50 Pf. e/w etwa €1’700; einfacher ‹Urdruck›-Satz (13 Werte) etwa €700
15 Werte Überdruck auf Neuausgabe (SAAR II) mit 1F|10 Pf. e/w und 10F|50 Pf. e/w etwa €8
Der Jahrgang 1947 komplett ohne Fehldruck 3F|2Pf (ca. €900) ist für etwa €2’300 zu haben.
HINWEIS: Der ‹Urdruck›-Satz wird gerne gefälscht. Insbesondere die seltenen Werte zu 10 cent.|2 Pf., 60 cent.|3 Pf., 3F|15 Pf. und 10F|50 Pf. nur mit aktuellem Befund resp. Attest kaufen. Der Neudruck-Satz ist ebenfalls fälschungsgefährdet. Gerne wird dem Aufdruck von billigen SAAR II-Marken mit chemischen Mitteln zu Leibe gerückt.

Jahrgang 1948 (o. Blockausgaben)
Angebot Deutsche Post:
Keine Unterscheidung der Typen bei der Ausgabe ‹1 Jahr Verfassung›. Meines Erachtens teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Einen wirklich gut erhaltenen Satz der ‹Wiederaufbau›-Ausgabe (SAAR III) zu finden, ist nicht einfach. Oft sind die Marken dezentriert oder die Farbe ist verwischt.
‹Wiederaufbau›-Ausgabe etwa €40-50
1 Jahr Verfassung inkl. aller Typen etwa €25
Hochwassermarken etwa €40-50
Kompletter Jahrgang 1948 MiNr. 239-261 etwa €120
HINWEIS: Fälschungen sind insbesondere bei den Hochwassermarken im Umlauf. ‹Entfalzte› Marken mit falscher Gummierung. Dran denken: Es gibt keine verfälschten Marken, bloss echt oder falsch!

Hochwasserblöcke 1948
Angebot Deutsche Post:
Meines Erachtens sehr teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Das Blockpaar kompetent geprüft ist für etwa €350-400 bei bekannten Auktionshäusern erhältlich.
HINWEIS: Die Blockausgaben werden gerne gefälscht. Die Prüfzeichen der Prüfer ebenfalls. Nur bei seriösen Anbietern mit aktueller Prüfung kaufen!

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Jahrgang 1949
Angebot Deutsche Post:
Typen bei Jugendherberge und Tag des Pferdes nicht berücksichtigt. Meines Erachtens sehr teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Jugendherbergs-Satz inkl. Typen etwa €20
Universität etwa €5
Tag des Pferdes inkl. beider Typen der 15F etwa €25
Satz ‹Industrie, Handel, Kultur› (SAAR IV) etwa €30
Volkshilfe-Ausgaben etwa €60
Kompletter Jahrgang MiNr. 262-288 etwa €140

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Jahrgang 1950
Angebot Deutsche Post:
Vollständig, aber m.E. teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Von Prophila werden dieselben Marken wie bei der Post zum selben Preis angeboten!
Kolping bis Ottweiler etwa €40
Europarat etwa €50-60
Volkshilfe-Satz etwa €25
Kompletter Jahrgang MiNr. 289-303 etwa €125

Jahrgang 1951
Wird aktuell von der Deutschen Post nicht angeboten.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Jahrgang MiNr. 304-313 etwa €50

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Jahrgang 1952
Angebot Deutsche Post:
Komplett, aber m.E. zu teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Jahrgang MiNr. 314-340 etwa €40

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Jahrgang 1953
Angebot Deutsche Post:
Komplett, aber m.E. zu teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Jahrgang MiNr. 341-347 etwa €10

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Jahrgang 1954
Angebot Deutsche Post:
Komplett, aber m.E. zu teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Jahrgang MiNr. 348-356 etwa €10

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Jahrgang 1955
Angebot Deutsche Post:
Komplett, aber m.E. zu teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Jahrgang MiNr. 357-367 etwa €10

Jahrgang 1956
Wird aktuell von der Deutschen Post nicht angeboten.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Jahrgang MiNr. 368-378 etwa €5

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/sammelgebiete-raritaeten/weitere-gebiete; abgerufen am 12.03.2025

Saarland Dienstmarken
Angebot Deutsche Post:
Komplett, aber m.E. zu teuer.
Eigene Marktbeobachtungen:
Kompletter Satz MiNr. D33-D44 etwa €70

Fazit
Es ist sinnvoll, eine in den Hauptnummern komplette, postfrische Saar-Sammlung 1947-1959 bei einer Auktion eines Auktionshauses wie Christoph Gärtner, Dr. Reinhard Fischer, Peter Klüttermann, Veuskens usw. – bei Philasearch zum Teil sogar live – zu ersteigern. Ohne ‹Urdruck›-Satz und Hochwasser-Blockpaar – diese kann man problemlos separat erwerben – liegen nach meiner Marktbeobachtung zwischen €300-500. In den Hauptnummern komplett und inkl. den Ausgaben der Deutschen Bundespost für die OPD Saarbrücken 1957-1959 kommt man für eine sauber postfrische Sammlung auf etwa €1’500. Rechnet dann noch etwa €150 für ein wirklich gutes Album hinzu. Ich empfehle das System Kobra. Dieses lässt jedem Sammler viel Spielraum, seine Sammlung individuell zu erweitern und gleichzeitig gut, sicher und dazu noch präsentabel aufzubewahren.

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(1) Einwandfreie, postfrische Erhaltung heisst:

  • einwandfreie Originalgummierung ohne Büge oder helle Stellen
  • keine Fingerabdrücke
  • kein dunkler Abrieb durch schwarzen Steckbuchkarton (ich rate jedem Sammler, auf Steckbücher mit weissem Karton und Pergaminstreifen umzustellen)
  • keine Verfärbungen durch Kunststoffstreifen von Steckbüchern
  • keine fehlenden, geknickte oder kurze Zähne; die häufig in Angeboten zu lesende Aussage in der üblichen Zähnung ist sehr häufig Quatsch und meines Erachtens eine Verarschung der Kunden
  • zentriertes Markenbild
  • farbfrische Erhaltung
  • keine Schürfungen der Bildseite
  • keine Farbverwischungen

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Nachtrag

Auf Wunsch füge ich die Preise (eigene Markbeobachtung) für die Jahrgänge 1957-1959 hinzu.
Jahrgänge 1957-1959, MiNr. 379-488 komplett etwa €30

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🇬🇧 In a nutshell: This article is about prices – not catalogue values – for Saarland-stamps. I stumbled over offers of Deutsche Post. Yes, it’s really astonishing, but they still sell these stamps, although they didn’t issue them! Anyway, the prices Deutsche Post asks, are hilarious to say the least! I analyse the market for Saarland-stamps for much over a decade, now. You’ll find ‹my› realistic prices in the text. Please note: this prices are buyer-prices of german stamp-dealers excluding costs for shipment, buyers premium, VAT, platform costs and so on. If you’d like to sell, the prices are of course much lower. I come to the conclusion that buying a complete Saarland-collection – even without the ‹Urdruck›-Set (MiNr. 226 I-239 I) and the two miniature sheets – at an auction is a sensible and cost-saving way to obtain Saarland-stamps. Please beware! Forgers like Saarland-stamps, too! It is advisable to buy from dealers with reputation. If you’re looking around at platforms like Delcampe or ebay, look out for the sign of APHV Bundesverband des Deutschen Briefmarkenhandels (Federation of German Philatelic Dealers).

🇫🇷 En bref: Cet article concerne les prix – et non les cotations du catalogue – des timbres de la Sarre. Je suis tombé sur des offres de la Deutsche Post. Oui, c’est vraiment étonnant, mais ils vendent encore ces timbres, bien qu’ils ne les aient pas émis ! En tout cas, les prix demandés par la Deutsche Post sont pour le moins hilarants ! J’analyse le marché des timbres de la Sarre depuis plus d’une décennie. Vous trouverez « mes » prix réalistes dans le texte. Veuillez noter que ces prix sont les prix d’achat des négociants en timbres allemands, hors frais d’expédition, prime d’acheteur, TVA, frais de plateforme, etc. Si vous souhaitez vendre, les prix sont bien sûr beaucoup plus bas. J’en conclus que l’achat d’une collection sarroise complète – même sans la série « Urdruck » (MiNr. 226 I-239 I, Yt 216A/228A) et les deux feuilles miniatures – lors d’une vente aux enchères est un moyen judicieux et économique d’obtenir des timbres sarrois. Mais attention ! Les faussaires aiment aussi les timbres de Sarre ! Il est conseillé de s’adresser à des négociants réputés. Si vous cherchez sur des plates-formes comme Delcampe ou ebay, cherchez le signe de l’APHV Bundesverband des Deutschen Briefmarkenhandels (Fédération des négociants philatéliques allemands).

#saarphila #saarphilately

Zwei interessante Belege

Es ist selten, dass ich auf einer Auktion interessante und passende Stücke für meine Sammlung ‹Montclair› finde. Gestern konnte ich auf der 2. Auktion von Ralf Krenz für kleines Geld zwei schöne Ersttagsbelege ersteigern.

Ersttagsbeleg 12 Pf. | 75 Pf.; Stempel ‹St. Ingbert (Saar) d 20.1.47 17›; Not R-Zettel mit Gummistempel ‹St. Ingbert› und Nr. 629

Das 75 Pf.-Paar stammt von den Bogenfeldern 77B/78B. (1) Die linke Marke mit dem Reihenmerkmal der 7. Reihe ‹Kurbel an der Hauswand›, die rechte Marke mit Feldmerkmal ‹Fleck am Treppenturm›, landläufig als ‹Storchennest› bezeichnet (MiNr. 222 PF I). Dieses Feldmerkmal gehört mit dem Merkmal ‹fehlender Endstrich bei der 2 der Wertangabe 12› zu den sehr früh katalogisierten Feldmerkmalen der ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›. Die früheste Erwähnung habe ich als Unternummer 17 I im Müller Briefmarken-Katalog Neudeutschland 1948 (Redaktionsschluss September 1947) gefunden.
Das 12 Pf.-Paar stammt von den Bogenfeldern 39A/40A. Die rechte Marke mit Feldmerkmal ‹Strich am linken Stiefelhacken›.

Ersttagsbeleg 12 Pf. | 75 Pf.; Stempel ‹St. Ingbert (Saar) d 20.1.47 17›; Not R-Zettel mit Gummistempel ‹St. Ingbert› und Nr. 630

Das 75 Pf.-Paar stammt von den Bogenfeldern 67B/68B. Die linke Marke mit dem Reihenmerkmal der 7. Reihe ‹Kurbel an der Hauswand›, die rechte Marke mit Feldmerkmal ‹Strich über Turmdach›.
Das 12 Pf.-Paar stammt von den Bogenfeldern 29A/30A. Kein auffälliges Feldmerkmal.

Der 75 Pfennig-Wert wurde am 27./28. und 30. Dezember 1946, der 12 Pfennig-Wert vom 30. Dezember 1946 bis zum 9. Januar 1947 in der Druckerei Franz Burda, Offenburg, hergestellt. Die Auslieferung an die Wertzeichenstelle in Saarbrücken erfolgte am 10. Januar. Der Tag der Erstausgabe war der 20. Januar 1947. Die Abgabe an den Postschaltern war für Privatpersonen pro Wert auf vier Exemplare pro Tag limitiert.

Wilhelm Deuchler hat am 20. Januar 1947 im Postamt St. Ingbert zwei Viererblocks (75 Pf. 67/68/77/78 B-Bogen | 12 Pf. 29/30/39/40 A-Bogen) erstanden und gleichentags verwendet. Ein Einschreiben kostete im Januar 1947 24 Pf. Briefgebühr Inland (bis 20 Gramm) plus 60 Pf. Einschreibegebühr. Für einen Brief der 2. Gewichtsstufe bis 250 Gramm hätte sich das Porto um 24 Pfennig erhöht. Beide Belege sind damit überfrankiert. Beide Belege sind auch echt gelaufen, aber offensichtlich philatelistisch geprägt. Ich gehe davon aus, dass Wilhelm Deuchler, wie sein in Sammlerkreisen bekannte Kollege Dr. med. Emil Dub (1883-1976) Philatelist war.

Dr. med. Wilhelm Deuchler wurde am 2. März 1899 in Offenburg geboren, erhielt 1927 seine Approbation und war seit den 1930er-Jahren Knappschafts-Arzt in St. Ingbert. Er war mit Dr. med. Maria Deuchler (10. April 1903), einer Chirurgin verheiratet.

Sobald ich die Belege in Händen halte, werde ich die verklebten Marken auf ihre Wasserzeichen-Orientierung hin untersuchen. Beide Werte, 12 Pfennig und 75 Pfennig, wurden auf sehr hellem, dünnen und hochwertigem Wasserzeichenpapier aus Vorkriegsproduktion gedruckt. Durch einen Fehler wurden einige wenige Papierbogen auf der «falschen» Seite gummiert. Die Normalvariante des Wasserzeichens ist steigende Wellenlinien (S), die seltenere – beim 75 Pfennig-Wert sehr seltene – Variante fallende Wellenlinien (F); jeweils von der Markenrückseite her betrachtet.

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(1) Handbuch Feldmerkmale SAAR I, Fehraltorf 2021; bei Interesse bitte mit mir Kontakt aufnehmen. Die entsprechende Seite unter dem Menüpunkt ‹Literatur› ist noch nicht fertiggestellt.

Mehr zu besprochenen Briefmarken in den nachstehenden Blog-Beiträgen (Archiv)
75 Pfennig
75 Pfennig
12 Pfennig

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Nachtrag

Die beiden Belege sind am 14. Januar 2025 bei mir eingegangen. Die vier Exemplare des 12 Pfennig-Werts stammen – das konnte man bereits am Bogenrand des einen Marken-Pärchens erahnen – von einem A-Bogen mit der normalen Wasserzeichen-Orientierung ‹steigende Wellenlinien› S (MICHEL® = Y).
Die vier Exemplare des 75 Pfennig-Werts weisen dagegen die extrem seltene Wasserzeichen-Orientierung ‹fallenden Wellenlinien› F (MICHEL® = X) auf. Die MICHEL®-Bewertung einer Einzelnen dieser Marken auf Brief ist sehr hoch und sicherlich übertrieben.
Mit den beiden Losen habe ich gleich vier Exemplare 75 Pf. (F) auf Ersttags-Beleg, davon zwei mit Feldmerkmal und zwei mit Reihenmerkmal, in meine Sammlung ‹Montclair› einfügen können.

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🇬🇧 In a nutshell: I rarely find interesting pieces that fit in my collection ‹Montclair›. So, I’m very happy to have acquired at auction these two fine covers, yesterday. Both are FDC.
The 12 Pf. and the 75 Pf. values were issued on 20. January 1947. Private persons were allowed to buy four stamps of each value per day. Dr. Deuchler bought 8 stamps, a block of four each, and used them all on the same day.
Both covers are heavily overfranked. I suppose, Dr. Deuchler was a philatelist. The icing on the cake: of eight stamps five carry known and listed flaws.
I can’t wait to receive the two covers. I’m going to examine the orientation of the watermarks. Both values were printed on good quality, white, thin, watermarked paper. Due to a mistake at the paper-mill, some sheets were gummed on the wrong side. Normally the watermark shows ascending wavy lines (S). The rare – in case of the 75 Pfennig-value – extremely rare watermark is descending wavy lines (F). In both cases watermark-orientiation is reported as seen from the stamps backside. (1)

Addendum
The 12 Pfennig-stamps on these covers are as expected with the normal watermark-orientation ascending wavy lines (S).
The 75 Pfennig-stamps, however, are of the extremely rare variety descending wavy lines (F). The valuation for just one of those stamps on piece in the MICHEL® catalogue ist very high and exaggerated, for sure.
I have now added four of those extremely rare stamps to my collection ‹Montclair›. All four on FDC, sporting listed varieties.

🇫🇷 En bref: Il est rare que je trouve dans les ventes aux enchères des pièces intéressantes qui correspondent à ma collection ‹Montclair›. Je suis donc très heureux d’avoir acheté aux enchères ces deux belles couvertures, hier. Les deux sont des FDC.
Les valeurs 12 Pf. et 75 Pf. ont été émises le 20. janvier 1947. Les particuliers étaient autorisés à acheter quatre timbres de chaque valeur par jour. Le Dr. Deuchler a acheté 8 timbres, un bloc de quatre timbres chacun, et les a tous utilisés le même jour.
Les deux enveloppes sont fortement surchargées. Je suppose que le Dr Deuchler était un philatéliste. Cerise sur le gâteau : sur les huit timbres, cinq présentent des variétés connues.
J’ai hâte de recevoir les deux enveloppes. Je vais examiner l’orientation des filigranes. Les deux valeurs ont été imprimées sur du papier filigrané blanc et fin de bonne qualité. À la suite d’une erreur de la papeterie, certaines feuilles ont été gommées du mauvais côté. Normalement, le filigrane présente des lignes ondulées ascendantes (S). Le filigrane rare – dans le cas de la valeur de 75 Pfennig – très rare est constitué de lignes ondulées descendantes (F). Dans les deux cas, le filigrane vu au verso du timbre. (1)

Addendum
Les 12 timbres de Pfennig figurant sur ces enveloppes présentent comme prévu les lignes ondulées ascendantes (S) habituelles en filigrane.
Les 75 timbres de Pfennig, par contre, sont de la variété extrêmement rare des lignes ondulées descendantes (F). L’évaluation d’un seul de ces timbres sur pièce dans le catalogue MICHEL® est très élevée et certainement exagérée.
J’ai maintenant ajouté quatre de ces timbres extrêmement rares à ma collection « Montclair ». Tous sur FDC et avec variétés listées.

#saarphila #saarphilately