Saarphila History
Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.
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24. Juni 1946
Das Saarland erhält ein eigenständiges Rundfunkamt
Die französische Militärregierung für Deutschland mit Sitz in Baden-Baden baute seit Sommer 1945 dort einen Rundfunksender auf. Noch bevor dieser Sender, der spätere SWF, am 31. März 1946 den Sendebetrieb aufnehmen konnte, hatten Gouverneur Gilbert Grandval und Lieutenant Claude Boudeille von der ‹section de l’information› der Militärregierung des Saarlandes (GMSA) den Sender Saarbrücken aus der Taufe gehoben.
Am Sonntag, 17. März 1946 um 19:10 Uhr war Sendestart im Funkhaus ‹Wartburg›, einem ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum an der Nauwieserstrasse in Saarbrücken-St. Johann. Nach der ‹Marseillaise› hielt Gilbert Grandval eine Ansprache an die Saarländer. Um 21 Uhr wurde aus dem grossen Saal der Wartburg die erste öffentliche Live-Sondersendung von Radio Saarbrücken übertragen. Nebst Moderation gab es musikalische Gestaltung durch das ein Unterhaltungsorchester, das kleine Ensemble sowie das Symphonie-Orchester Metz.
Am 24. Juni 1946 erhält das Saarland mit Verordnung Nr. 46 (→ 1) ein eigenständiges Rundfunkamt.

Das besondere an dieser Neugründung erschliesst sich nicht sofort. Das Rundfunkamt wird bereits in der Verordnung mit finanzieller Selbständigkeit ausgestattet. Die Verfügung Nr. 19 (→ 2) vom gleichen Tag listet genau die Leitungsstruktur und Finanzierung auf. Bereits in Artikel 1 der Verfügung erhält der bestehende Sender Saarbrücken den Namen ‹Radio Sarrebruck›.
‹Radio Sarrebruck› wird von einem Direktor und dem neunköpfigen Verwaltungsrat geleitet, untersteht jedoch allein Gouverneur Grandval. Obschon eine Zensurbehörde besteht, wird im Gegensatz zum SWF in Baden-Baden beim ‹Radio Sarrebruck› nachweislich keine Zensur ausgeübt.
‹Radio Sarrebruck› und das Rundfunkamt sind weitere Schritte auf dem Weg hin zu einem ‹autonomen›, von Deutschland und seiner Besatzungsregierung (Alliierter Kontrollrat) unabhängigen Saarland.
1947 wird Pierre Séguy (→ 3) Sendeleiter bei ‹Radio Sarrebruck› und etabliert Sendungen zur Philatelie. Séguy war Mitbegründer des ‹Landesverbandes der Briefmarkensammler des Saarlandes› sowie federführendes Mitglied der Handbuchkommission, welche das ‹Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes› in der schwierigen Anfangsphase prägte.
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Hinweise
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(→ 1) Veröffentlicht im ‹Journal officiel du Commendment en chef français en Allemagne› Nr. 27 vom 29. Juni 1946, S. 221 (abrufbar bei → 🌐 Gallica)
(→ 2) Veröffentlicht im ‹Journal officiel du Commendment en chef français en Allemagne› Nr. 27 vom 29. Juni 1946, S. 221ff (abrufbar bei → 🌐 Gallica)
(→ 3) Geboren 1921 als Otto Robert Steinschneider in Wien. Die Familie flüchtete 1938 nach Frankreich. Im Krieg nimmt er den nom de guerre Pierre Séguy an. Séguy starb 2004 in Saarbrücken.
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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.
On Sunday, 17 March 1946 at 7.10 pm, broadcasting began at the radio station Saarbrucken, located in the ‹Wartburg›, a former Protestant community centre in Saarbrucken-St. Johann.
About three month later, on 24th June 1946, with order number 46 a broadcasting authority for the Saarland was established. The broadcasting authority was financially independent and in the end responsible to Governor Gilbert Grandval only.
Although a censorship authority existed there is no evidence that any censorship is practised at ‹Radio Sarrebruck›.
🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.
Le dimanche 17 mars 1946 à 19 h 10, la station de radio de Sarrebruck, située dans la « Wartburg », un ancien centre communautaire protestant du quartier de Sarrebruck-St. Johann, a commencé à émettre.
Environ trois mois plus tard, le 24 juin 1946, l’arrêté n° 46 créait une autorité de régulation de l’audiovisuel pour la Sarre. Cette autorité était financièrement indépendante et ne rendait compte, en dernier ressort, qu’au gouverneur Gilbert Grandval.
Bien qu’une autorité de censure existât, rien n’indique qu’une quelconque censure ait été pratiquée à « Radio Sarrebruck ».
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