‹Vor 80 Jahren› – 17. Juli 1946

Saarphila History

Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe für das Saarland: ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar›.
Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben ‹Berufe und Sehenswürdigkeiten an der Saar› sind untrennbar miteinander verwoben.

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17. Juli 1946

Anweisung der OPD Saar an alle Postämter, Zweigpostämter und Poststellen

Auslandsbriefe sind möglichst mit Postwertzeichen freizumachen. Sind Postwertzeichen nicht in ausreichender Menge vorhanden, ist ein Stempel ‹Taxe perçue› … Pfg. mit roter Stempelfarbe zu verwenden. Die Barfrankierung ist mit zwei Unterschriften zu versehen.

Hintergrund
Der Auslandspostverkehr ist im Saarland ab 1. April 1946 mit Einschränkungen wieder aufgenommen worden (→ 1).

Auswirkungen
Briefmarken, der Ausgabe ‹Deutsche Wappen und Dichter› (WuD) sind grundsätzlich an den Postschaltern vorhanden, jedoch fehlen die Werte für Auslandssendungen; 75 Pfennig für einen Brief und 45 Pfennig für eine Postkarte. Die sonstigen Werte der Ausgabe ‹Wappen und Dichter› sind meist nur in kleinen Mengen an den Schaltern vorrätig.
Dieser Missstand betrifft nicht allein das Saarland, sondern auch die Provinzen der französischen Besatzungszone. Ein Umstand, welcher die Verantwortlichen der Militärregierung ärgert und den Journalisten bissig kommentieren.

«Es gibt keine Briefmarken in Baden-Baden. Ausverkauft. Die französische Zone hat nicht die gleichen wie die anderen Zonen. Daher kleine Auflagen, daher der Run der Sammelwütigen; im Jahre 1946 wütiger denn je.
Es ist eine Währung, die nicht die Gleichschaltung Franc gleich Dollar mitmacht, es ist eine Währung, von der viele hoffen, daß sie die Mark [Anm. Reichsmark] überleben wird. Es ist auch ein Unfug. Man geht an den Schalter, und der Brief wird dort gestempelt. Man steht Schlange, einmal mehr. Da man noch Marken aus der britischen Zone bei sich hatte, glaubte man, die Schlange überlisten zu können. Nach drei Tagen kam der Brief zurück. ‹Marken unzulässig› stand darauf. Ja, hätte der Adressat des Briefes beim nicht nachzahlen körnen? Das geht heute nicht zwischen Baden-Baden und Hamburg. Würde man protestiert haben – man weiss von vornherein was geschehen wäre. Man zuckt die Achseln: die Besatzungsbehörde … Das hörte man schon in allen Zonen zu allen Anlässen. Es scheint die schlimmste deutsche Krankheit von 1946 zu sein. Die bequemste natürlich auch.» (→ 2)

Ein Auslandsbrief der ersten Gewichtsstufe bis 20 Gramm, gelaufen von Höcherberg-Frankenholz nach Belgien.
Beförderungsgebühr 75 Pfennig. DieAusgabe ‹Wappen und Dichter› hat keinen  entsprechenden Wert. Die Frankatur wird daher mit anderen Werten zusammengesetzt, in diesem Fall mir fünf 15 Pfennig-Marken. Ein Vorgehen, welches den ohnehin vorhandenen  Briefmarkenmangel noch zusätzlich verschärft.
Postkunden müssen darüber hinaus die zusammengesetzte Frankatur berücksichtigen und neben der Adresse und evtl. vorgedruckten Absenderangaben (Firmen) ausreichend Platz für die Briefmarken lassen.

Verwendet werden fast alle Werte der ‹Wappen und Dichter› (3, 5, 8, 10, 12, 15, 20, 24, 30 Pfennig), wobei 10, 12 sowie 24 Pfennig auf Auslandsbriefen kaum vorkommen. Der 10 Pfennig-Wert mit kleiner Auflage ist ohnehin selten, 12 Pfennig wird für die Inlandspostkarte und 24 Pfennig für den Inlandsbrief benötigt.

Dieser Beleg, gelaufen von Landsweiler-Reden nach Frankreich zeigt, dass neben dem Mangel an Briefmarken auch Mangel an Rohstoffen bestand. Im Fenster des Couverts steht:

«Gib Altpapier an Deine örtl. Sammelstelle dann können wir auch neue Briefumschläge liefern»

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Hinweise
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(→ 1) Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Nr. 06/1946, S. 47 (abrufbar bei → 🌐 Universität des Saarlandes)

(→ 2) Lenz, Walter; Frankreich in Baden-Baden, in: ‹Die Zeit›, 1. August 1946, Feuilleton (zitiert wird ein Auszug aus dem Artikel)
Walter Lenz (1911-1963) war 1946 Leiter einer französischen Nachrichtenagentur in Baden-Baden.

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🇬🇧 In a nutshell: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland ‹Works and sights at the Saar›.
Both, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues ‹Works and sights at the Saar› are inextricably entwined.

An instruction, dated 17th July 1946, addressed to all post offices stresses the need to use stamps on all international post. International post was reintroduced after the war on 1st April 1946 but the stamp series in use ‹German coats of arms and poets› was not available in sufficient quantities and lacked the values needed for international letters (75 Pf.) and postcards (45 Pf.).
So, adhering to the standing instruction multiple values were used instead.

🇫🇷 En bref: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont été posées. Il y a 80 ans, les plans ont été dessinés et les travaux ont commencé pour la première série de timbres de la Sarre intitulée « Metiers et sites de la Sarre ».
L’histoire politique de la Sarre et l’histoire de la série de timbres « Metiers et sites de la Sarre » sont inextricablement liées.

Une instruction datée du 17 juillet 1946, adressée à tous les bureaux de poste, souligne la nécessité d’utiliser des timbres sur tout le courrier international.
Le courrier international avait été réintroduit après la guerre, le 1er avril 1946, mais la série de timbres alors en circulation, intitulée « Armoiries et poètes allemands », n’était pas disponible en quantités suffisantes et ne comprenait pas les valeurs nécessaires pour les lettres internationales (75 Pf.) et les cartes postales (45 Pf.).
C’est pourquoi, conformément à la directive en vigueur, plusieurs valeurs ont été utilisées à la place.

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