{"id":795,"date":"2026-05-26T12:45:31","date_gmt":"2026-05-26T10:45:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=795"},"modified":"2026-07-24T15:24:38","modified_gmt":"2026-07-24T13:24:38","slug":"ueberdruck-abweichung-bei-2f-12-pf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=795","title":{"rendered":"2F | 12 PF. Neudruck Feld 76 mit Abweichungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ausgangslage<\/strong><br \/>\nDie Urmarken des Malstatt-Burbacher \u00dcberdrucks MBD I sind die Werte der der ersten Ausgabe \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a (BuS I); in den Akten der Post als Altdruck bezeichnet.<br \/>\nDie Urmarken des Malstatt-Burbacher \u00dcberdrucks MBD II sind dagegen die Werte der zweiten Ausgabe \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a (BuS II), also des Neudrucks vom Herbst 1947.<br \/>\nIn diesem Beitrag stelle ich ein Feldmerkmal der zweiten Auflage vor. Auf dem betroffenen Bogenfeld befindet sich interessanterweise auch eine der wenigen konsistenten \u00dcberdruck-Abweichungen.<\/p>\n<p>Die aktuellen MICHEL\u00ae-Kataloge f\u00fchren f\u00fcr die zweite Ausgabe bloss elf Feldmerkmale auf. Die Kataloge von End\/Becker und Paul Staedel sowie das Saarhandbuch beschreiben dagegen viele weitere Feldmerkmale (\u2192 <strong>1<\/strong>). Dieses Missverh\u00e4ltnis ist nichts Neues.<br \/>\nMICHEL\u00ae-Kataloge \u2013 selbst Spezial-Kataloge \u2013 eignen sich zwar hervorragend als Einstieg f\u00fcr Anf\u00e4nger, Sammler und Liebhaber. Die Bed\u00fcrfnisse von Spezialisten und Philatelisten decken diese Kataloge jedoch bei weitem nicht ab.<\/p>\n<p><strong>Feldmerkmal<\/strong><br \/>\nDas Feldmerkmal \u2039heller Fleck rechts des Bergmanns\u203a tritt auf Bogenfeld 76B des 12 PF.-Werts der zweiten Ausgabe (Neudruck, BuS II) auf.<br \/>\nExemplare des 12 PF:-Werts des Neudrucks lassen sich einfach von Exemplaren des Altdrucks unterscheiden. Die Querstriche der beiden \u2039A\u203a von \u2039SAAR\u203a sind tiefer angeordnet, das Papier ist heller und weist KEIN Wasserzeichen auf.<br \/>\nDie Abbildung zeigt ein sp\u00e4ter in der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei zu Saarbr\u00fccken in Frankenw\u00e4hrung \u00fcberdrucktes Exemplar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_799\" aria-describedby=\"caption-attachment-799\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=799\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-799 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-1a-244x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-1a-244x300.jpeg 244w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-1a.jpeg 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-799\" class=\"wp-caption-text\">Merkmal 12 PF. BuS II Feld 76B<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_800\" aria-describedby=\"caption-attachment-800\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=800\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-800 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-FM-1xx.jpeg\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-FM-1xx.jpeg 236w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-FM-1xx-150x150.jpeg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-800\" class=\"wp-caption-text\">Detail 12 PF. BuS II Feld 76B<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Feldmerkmal entstand bereits w\u00e4hrend des Herstellungsprozesses in der Druckerei Burda in Offenburg und tritt ausschliesslich auf B-Bogen auf. A-Bogen zeigen keine besondere Auff\u00e4lligkeit..<br \/>\nDer sp\u00e4ter in Saarbr\u00fccken applizierte \u00dcberdruck interessiert hinsichtlich des Feldmerkmals nicht; er \u00e4ndert nichts an den Abweichungen der jeweiligen Urmarken.<\/p>\n<p>Das Feldmerkmal ist seit 1950 bekannt:<br \/>\n\u2192 End\/Becker: 242e \u2039Loch in der Kohlenwand\u203a<br \/>\n\u2192 \u00c9tude: 37g \u2039Petit trou blanc dans le charbon\u203a<br \/>\n\u2192 Saarhandbuch: \u2039Loch in der H\u00f6hlenwand\u203a<\/p>\n<p><strong>\u00dcberdruckmerkmal<\/strong><br \/>\nDer \u00dcberdruck ist aber f\u00fcr die nun beschriebene Abweichung interessant.<br \/>\nDie bekannten Philatelisten, Saar-Spezialisten und hervorragenden Beobachter, Karl End, Willibald Becker, Paul Staedel sowie die Mitglieder der Handbuchkommission um Pierre S\u00e9guy haben eine auf demselben Bogenfeld wie dem Feldmerkmal auftretende konsistente Abweichung des \u00dcberdrucks \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Der \u00dcberdruck wurde \u2013 wie erw\u00e4hnt \u2013 in Saarbr\u00fccken bei der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei appliziert. Zum Einsatz kamen \u2039Original Heidelberger Tiegel-Automaten\u203a. Mit den Tiegel-Automaten wurde und wird stabiles, gleichf\u00f6rmiges Papier \u2013 bspw. Plakate, Einladungskarten oder Briefumschl\u00e4ge \u2013 im Hochdruckverfahren bedruckt. F\u00fcr das Bedrucken von d\u00fcnnen, perforierten und ungleichm\u00e4ssig grossen Schalterbogen, welche dar\u00fcber hinaus noch unterschiedliche grosse Bogenr\u00e4nder aufwiesen, waren die Tiegel-Automaten denkbar ungeeignet. Entsprechend vielf\u00e4ltig sind die produktionsbedingten Abweichungen beim \u00dcberdruck.<br \/>\nWer einen \u2039Original Heidelberger Tiegel-Automaten\u203a im Betrieb gesehen hat, kann \u00fcber die exorbitanten Preise, welche bei unseren Nachbarn im Westen f\u00fcr kleinste Verschiebungen des \u00dcberdrucks ausgerufen werden, nur l\u00e4cheln.<br \/>\nNach mehr als 1&#8217;000 ausgewerteten und dokumentierten Schalterbogen s\u00e4mtlicher Werte der MBD I\/II (SAAR II) bin ich zum Schluss gekommen, dass Abweichungen beim \u00dcberdruck nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel.<\/p>\n<p>Dennoch weisen die f\u00fcr den \u00dcberdruck hergestellten Matrizen und Stereoplatten einige wenige konsistente Abweichungen auf, die eine eindeutige Zuordnung zu Bogenfeldern zulassen.<br \/>\nDie folgende \u00dcberdruck-Abweichung \u2039heller Fleck am unteren Rand des unteren Balkens\u203a ist bislang nicht dokumentiert oder publiziert worden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_803\" aria-describedby=\"caption-attachment-803\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=803\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-803 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-1x-244x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-1x-244x300.jpeg 244w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-1x.jpeg 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-803\" class=\"wp-caption-text\">12 PF. BuS II Feld 76B mit Feldmerkmal und \u00dcberdruckabweichung (Pfeil)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei wurden Schalterbogen \u2013 wie vom Wertzeichenverteilungsamt im Postamt Saarbr\u00fccken 2 angeliefert \u2013 \u00fcberdruckt. Eine konsistente \u00dcberdruck-Abweichung muss somit auf A- wie auf B-Bogen auftreten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_804\" aria-describedby=\"caption-attachment-804\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=804\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-804 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76A-1x-244x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76A-1x-244x300.jpeg 244w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76A-1x.jpeg 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-804\" class=\"wp-caption-text\">12 PF. BuS II Feld 76A mit \u00dcberdruckabweichung (Pfeil)<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_805\" aria-describedby=\"caption-attachment-805\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=805\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-805 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76A-1xx.jpeg\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76A-1xx.jpeg 236w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76A-1xx-150x150.jpeg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-805\" class=\"wp-caption-text\">Detail \u00dcA 76A<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_806\" aria-describedby=\"caption-attachment-806\" style=\"width: 237px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=806\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-806 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-UeA-1xx.jpeg\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-UeA-1xx.jpeg 237w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/76B-UeA-1xx-150x150.jpeg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-806\" class=\"wp-caption-text\">Detail \u00dcA 76B<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Schalterbogen 12 PF. des Neudrucks wurden am 24. November 1947 von Burda nach Saarbr\u00fccken geliefert und am 24.\/25. November 1947 \u00fcberdruckt, wof\u00fcr neu hergestellte Stereoplatten verwendet wurden. Daher findet sich diese \u00dcberdruck-Abweichung ausschliesslich beim 12 PF.-Wert der MBD II (\u00dcberdruck auf Neudruck).<br \/>\nDie Anfang November 1947 f\u00fcr den \u00dcberdruck der Schalterbogen des 12 PF.-Werts des Altdrucks (mit Wasserzeichen) verwendeten Stereoplatten waren nach \u00fcber 36&#8217;000 Druckvorg\u00e4ngen verschlissen und wurden am 29. November 1947 zusammen mit den anderen Matrizen und Stereoplatten vernichtet.<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<p><strong>Hinweis<\/strong><br \/>\n(\u2192\u00a0<strong>1<\/strong>)<br \/>\n<strong>End, Karl und Becker, Willibald<\/strong>; SAAR-Briefmarken-Spezial-KATALOG, Ausgabe 1950, Saarbr\u00fccken 1950<br \/>\n<strong>Staedel, Paul<\/strong>; \u00c9tude des timbres-poste et obliterations de la Sarre 1945-1955, Illkirch-Graffenstaden 1955<br \/>\n<strong>Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes<\/strong>; Herausgeber f\u00fcr die Lieferungen 1-8 der Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes e.V.;<br \/>\nab der 9. Lieferung die Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR f\u00fcr Philatelie und Postgeschichte e.V.<\/p>\n<p>Diese Website verwendet <strong>Lightbox<\/strong>. F\u00fcr gr\u00f6ssere Abbildungen eine Abbildung ber\u00fchren oder anklicken.<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<p>\ud83c\uddec\ud83c\udde7 <strong>In a nutshell<\/strong>: With the stamps of \u2039Works and Sights at the Saar\u203a we distinguish two different issues. The first issue of winter 1946\/47 (BuS I) and the second issue of autmn 1947 (BuS II).<br \/>\nI present the variety \u2039bright spot right of the miner\u203a sheet-position 76B, 12 PF.-value of the second issue (BuS II). This variety is known since 1950, but not listed in the MICHEL\u00ae.<br \/>\nAt the same sheet-position, but on both, A- and B-sheets of the 2F | 12 PF.-value we find a flaw of the overprint: \u2039bright spot on the lower black beam\u203a. This variety hasn&#8217;t been published before.<\/p>\n<p>\ud83c\uddeb\ud83c\uddf7 <strong>En bref<\/strong>: En ce qui concerne les timbres de la s\u00e9rie \u00ab M\u00e9tiers et sites de la Sarre \u00bb, on distingue deux \u00e9missions distinctes : la premi\u00e8re, datant de l&#8217;hiver 1946\/47 (BuS I), et la seconde, datant de l&#8217;automne 1947 (BuS II).<br \/>\nJe pr\u00e9sente ici la variante \u00ab tache claire \u00e0 droite du mineur \u00bb, position 76B, d&#8217;une valeur de 12 PF, issue de la deuxi\u00e8me \u00e9mission (BuS II). Cette variante est connue depuis 1950, mais n\u2019est pas r\u00e9pertori\u00e9e dans le MICHEL\u00ae.<br \/>\nSur la m\u00eame position de feuille, mais sur les feuilles A et B de la valeur faciale 2F | 12 PF, on trouve un d\u00e9faut de la surimpression : \u00ab tache claire sur la poutre noire inf\u00e9rieure \u00bb. Cette variante n\u2019a jamais \u00e9t\u00e9 publi\u00e9e auparavant.<\/p>\n<p>#saarphila #saarphilately<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgangslage Die Urmarken des Malstatt-Burbacher \u00dcberdrucks MBD I sind die Werte der der ersten Ausgabe \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a (BuS I); in den Akten der Post als Altdruck bezeichnet. 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