{"id":645,"date":"2026-04-08T00:45:45","date_gmt":"2026-04-07T22:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=645"},"modified":"2026-04-09T14:10:58","modified_gmt":"2026-04-09T12:10:58","slug":"vor-80-jahren-8-april-1946","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=645","title":{"rendered":"Vor 80 Jahren &#8211; 8. April 1946"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #1e73be;\"><strong>Saarphila<\/strong><\/span> <span style=\"color: #f27200;\"><strong>History<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen f\u00fcr eine und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe f\u00fcr das Saarland: \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a.<br \/>\nDie politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a sind untrennbar miteinander verwoben.<\/p>\n<p>In den kommenden 27 Monate werde ich in loser Folge zu bestimmten Ereignissen dieser Zeit Beitr\u00e4ge verfassen. Mal mehr aus politischer mal mehr aus philatelistischer Perspektive; aber immer als Ereignisgeschichte, der \u2039courte dur\u00e9e\u203a nach Fernand Braudel.<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">8. April 1946<\/h4>\n<p>Seit diesem Tag rapportiert Gilbert Grandval, Milit\u00e4rgouverneur des Saarlandes, direkt an den Quay d&#8217;Orsay in Paris. Genauer an die Kommission f\u00fcr Saar-Angelegenheiten im Pariser Aussenministerium.<br \/>\nDies beendet einerseits die Unterstellung Grandvals unter die franz\u00f6sische Milit\u00e4rregierung f\u00fcr Deutschland in Baden-Baden, andererseits die administrative Trennung des Saarlandes von der franz\u00f6sischen Besatzungszone in Deutschland. Erste Schritte dazu hatte es bereits 1945 gegeben.<\/p>\n<p>Ein Jahr zuvor, am 21. M\u00e4rz 1945 ist der Krieg f\u00fcr die wenigen verbliebenen zivilen Bewohner der Saar-Region vorbei.<br \/>\nTruppen der 7. US-Armee, verst\u00e4rkt durch zwei Divisionen der 3. US-Armee und mit Unterst\u00fctzung durch Jagdbomber des XII. Tactical Air Commands sowie Bombern der 8. US-Luftflotte hatten im Zuge der Operation \u2039Undertone\u203a die Fl\u00fcsse Mosel, Saar und Nahe, sowie den Westwall innerhalb weniger Tage \u00fcberwunden. Die Front verl\u00e4uft nun entlang des Westufers des Rheins.<br \/>\nHinter der Front herrscht Ruhe.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Eingang des Saarbr\u00fccker Rathauses weht das Sternenbanner. Saarbr\u00fccken ist nach 32 schweren Luftangriffen eine Tr\u00fcmmerw\u00fcste. 80 Prozent der Geb\u00e4ude sind besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt. Die Wasser- und Energieversorgung l\u00e4ngst zusammengebrochen. Etwa 7&#8217;000 Menschen hausen in den Ruinen und einigen H\u00f6hlen. 7&#8217;000 von \u00fcber 130&#8217;000 vor dem Krieg.<\/p>\n<figure id=\"attachment_652\" aria-describedby=\"caption-attachment-652\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=652\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-652\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24.jpeg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24.jpeg 1000w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-652\" class=\"wp-caption-text\">Stadtarchiv Saarbr\u00fccken V III B 2 -30_70<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Saarbr\u00fccker Rathaus ist Amtssitz des 48-j\u00e4hrigen Colonels Louis G. Kelly (1897-1970). Kelly leitet seit dem 22. M\u00e4rz 1945 die US-Milit\u00e4rverwaltung f\u00fcr Saarbr\u00fccken. In einer seiner ersten Amtshandlungen ernennt er am 24. M\u00e4rz den \u00f6rtlichen Nudelfabrikanten Heinrich Wahlster (1892-1968) zum Oberb\u00fcrgermeister von Saarbr\u00fccken. Der leitende Angestellte Heinrich Detjen wird zweiter B\u00fcrgermeister, der Kaufmann Richard Neu Beigeordneter. Fertig ist die Stadtregierung.<br \/>\nDanach organisiert Kelly Tr\u00fcmmerr\u00e4umung, Wasser, Nahrungsmittel, Kohlen, Strom und die medizinische Versorgung. Eine Herkulesaufgabe.<br \/>\nColonel Kelly macht seine Arbeit gut.<br \/>\nMitte April 1945 \u2013 in Deutschland wird weiterhin verbissen gek\u00e4mpft \u2013 wird ihm die Leitung der US-Milit\u00e4rverwaltung f\u00fcr die gesamte Saar-Region \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Ich kann leider kein Bild von Colonel Louis G. Kelly zeigen. Meine Kontakte beim Pentagon, dem Archiv der New York Times, beim Oberkommando der US-Truppen in Wiesbaden und bei der NATO School in Oberammergau (damals 6819th AIESS, die Kelly Ende der 1940er-Jahr leitete) waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, konnten in ihren Best\u00e4nden jedoch kein Bild von Kelly finden.<\/p>\n<p>Ich halte Colonel Kelly f\u00fcr einen von drei Gr\u00fcndungsv\u00e4tern des modernen Saarlands. Weshalb?<br \/>\nColonel Kelly errichtet am 4. Mai 1945 \u2013 also noch vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht \u2013 das Regierungspr\u00e4sidium Saar. Damit schafft er die institutionelle Basis f\u00fcr das Saarland. Die Leitung des Regierungspr\u00e4sidiums \u00fcbertr\u00e4gt Colonel Kelly dem 44-j\u00e4hrigen Rechtsanwalt Dr. Hans Neureuter (1901-1953). Kelly beweist mit dieser Wahl Menschenkenntnis, denn Neureuter ist ein Macher, der den Wiederaufbau vorantreiben will.<\/p>\n<p>Die Errichtung des Regierungspr\u00e4sidiums Saar erfolgt im Einklang mit der generellen Anweisung des Supreme Headquarters, in den besetzten Gebieten schnell eine der Weisungsbefugnis der US-Milit\u00e4rbeh\u00f6rden unterstellte regionale Verwaltung zu errichten. Ich gehe jedoch davon aus, dass Colonel Kelly bei der Schaffung des Regierungspr\u00e4sidiums Saar eigenm\u00e4chtig handelt. Warum? Zwei Gr\u00fcnde<\/p>\n<p>Ein Regierungspr\u00e4sidium Saar hatte es zuvor nicht gegeben. Die Saar-Region geh\u00f6rte zum gr\u00f6ssten Teil zur preussischen Rheinprovinz (Regierungsbezirk Trier) und zu einem kleineren Teil zur bayrischen Pfalz. Nach der R\u00fcckgliederung des V\u00f6lkerbundsmandats \u2039Saargebiet\u203a am 1. M\u00e4rz 1935 wurde das Saarland Reichsland unter einem Reichskommissar und ab 1941 Teil der sogenannten \u2039Westmark\u203a.<br \/>\nDie US-amerikanische Milit\u00e4rregierung in Frankfurt bildet \u2013 wohl in Unkenntnis der Massnahme Kellys \u2013 am 10. Mai 1945 die Provinzialregierung Saar-Pfalz und Rheinhessen mit Sitz in Neustadt an der Haardt. Aus der Provinzialregierung entsteht, erweitert um die Regierungsbezirke Trier und Koblenz mit Wirkung vom 1. Juni 1945 das Oberregierungspr\u00e4sidium Mittelrhein-Saar unter Dr. Hermann Heimerich (1885-1963). Ein Regierungspr\u00e4sidium Saar ist in dieser Verwaltungseinheit nicht vorgesehen. Erst mit der Organisationsverf\u00fcgung Nr. 7 vom 3. Juni 1945 sanktioniert die US-Milit\u00e4rregierung nachtr\u00e4glich Colonel Kellys \u2039Neugr\u00fcndung\u203a und errichtet neben Trier und Koblenz offiziell die drei Regierungsbezirke Saar, Pfalz und Rheinhessen.<\/p>\n<p>Die Unterstellung unter ein Oberregierungspr\u00e4sidium ist f\u00fcr Regierungspr\u00e4sident Dr. Neureuter gl\u00fccklicherweise nur ein kurzfristiges \u00c4rgernis, denn in Neustadt sitzen keine Macher, sondern Sesselfurzer.<\/p>\n<p>Wie steht es mit dem Postverkehr im Saarland?<br \/>\nDer Postdienst ist seit Ende 1944 komplett eingestellt. Im Gegensatz zu Aachen wird nach der Besatzung durch alliierte Truppen auch kein Postdienst eingerichtet, werden keine Briefmarken [AM-Post, 19. M\u00e4rz 1945] ausgegeben. Der zivile Postverkehr bleibt untersagt. F\u00fcr die Post zwischen zivilen Dienststellen wie B\u00fcrgermeistern, Landr\u00e4ten, Kreisverwaltungen wird ein Kurierdienstes eingerichtet. Dies bleibt jedoch ein kurzlebiges Provisorium. Weshalb?<\/p>\n<p>Das Hauptpostamt in Saarbr\u00fccken, Post\u00e4mter in den St\u00e4dten und auf dem Land sowie andere Einrichtungen sind zerst\u00f6rt. Die Reichspostdirektion Saarbr\u00fccken hatte 1944 mit der gesamten Belegschaft und 12 Postbussen erst nach Speyer verlegt, war vor der n\u00e4herr\u00fcckenden Front nach Heidelberg evakuiert worden und danach nach Bayern gelangt.<br \/>\nErst unter massivem Druck der US-Milit\u00e4rregierung macht sich die Postbelegschaft am 14. Mai 1945 samt Bussen aus dem Allg\u00e4u auf den Weg in die Heimat. Dort ist die vordringliche Aufgabe nicht die Briefpost, sondern der Kraftpostverkehr zwischen den Wohngebieten der Bergleute und den Kohlengruben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=656\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-656 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26-218x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26-218x300.jpeg 218w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26-744x1024.jpeg 744w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26.jpeg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 10. Juli 1945 l\u00f6sen franz\u00f6sische Truppen die US-amerikanischen Besatzungstruppen ab; das Saarland ist nun gem\u00e4ss finalem Zonenprotokoll der European Advisory Commission (EAC) in London f\u00fcr kurze Zeit Teil der franz\u00f6sischen Besatzungszone in Deutschland.<\/p>\n<figure id=\"attachment_657\" aria-describedby=\"caption-attachment-657\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=657\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-657 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27-300x228.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27-300x228.jpeg 300w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27-768x583.jpeg 768w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27.jpeg 905w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-657\" class=\"wp-caption-text\">EAC, Public Domain<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die franz\u00f6sische Besatzungszone umfasst Gebiete im Westen Deutschlands sowie \u2013 um die sch\u00f6ne Schweiz herum \u2013 das Vorarlberg und die westlichen Teile Tirols in \u00d6sterreich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_658\" aria-describedby=\"caption-attachment-658\" style=\"width: 218px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=658\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-658 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-218x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-218x300.jpeg 218w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-746x1024.jpeg 746w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-768x1055.jpeg 768w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28.jpeg 897w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-658\" class=\"wp-caption-text\">Public Domain, digitally enhanced by author<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die franz\u00f6sische Besatzungszone in Deutschland \u00e4hnelt auf Karten einer Sanduhr, deren Engstelle bei Karlsruhe liegt. Auf der Karte sehen wir die Lage des Saarlandes blassblau eingezeichnet. Die Grenzen des Saarlandes sind nicht die von 1945, sondern jene zur Zeit der gr\u00f6ssten territorialen Ausdehnung nach Juli 1946. Thema eines der kommenden Beitr\u00e4ge von Saarphila History \u2039Vor 80 Jahren\u203a.<\/p>\n<p>Am 10. Juli 1945 r\u00fccken nicht bloss franz\u00f6sische Truppen im Saarland ein, sondern G\u00e9n\u00e9ral Louis-Constant Morli\u00e8re (1897-1980) \u00fcbernimmt die provisorische Truppenverwaltung die Saar-Region.<\/p>\n<figure id=\"attachment_659\" aria-describedby=\"caption-attachment-659\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=659\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-659 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/30.jpeg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"250\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-659\" class=\"wp-caption-text\">Louis-Constant Morli\u00e8re<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich halte G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8re f\u00fcr den zweiten Gr\u00fcndungsvater des modernen Saarlands. Wieso?<\/p>\n<p>Am 25. Juli 1945 gliedert er \u2013 ratzfatz \u2013 das Regierungspr\u00e4sidium Saar aus der Zust\u00e4ndigkeit des Oberregierungspr\u00e4sidiums in Neustadt aus. Das Oberregierungspr\u00e4sidium legt G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8re keine Steine in den Weg. Die feinen Herren der Regierung hatten am 5. Juli 1945 geschlossen den R\u00fccktritt eingereicht.<br \/>\nGrund: Mit den US-Amerikanern h\u00e4tten sie zusammenarbeiten wollen, aber eine Zusammenarbeit mit dem \u2039Erbfeind\u203a Frankreich fanden sie unzumutbar. Was f\u00fcr eine Hybris!<\/p>\n<p>G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8re schreibt gleichentags an Dr. Neureuter:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;, dass das Saarland k\u00fcnftighin eine eigene Verwaltungseinheit bildet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das war ein grosser Schritt auf dem Weg zur Losl\u00f6sung des Saarlandes von der franz\u00f6sischen Besatzungszone und schlussendlich von Deutschland. G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8res Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Saarland endet offiziell am 30. August 1945.<\/p>\n<p>Vorhang auf f\u00fcr den Mann, welcher die Basis f\u00fcr das heutige Saarland gelegt hat; der das Saarland so gepr\u00e4gt hat, wie sonst niemand. Bis heute! Es wundert mich, dass die Saarl\u00e4nder ihm noch kein Denkmal gesetzt haben. Ich habe ihn eingangs erw\u00e4hnt: Gilbert Grandval.<\/p>\n<figure id=\"attachment_660\" aria-describedby=\"caption-attachment-660\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=660\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-660 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/31.jpeg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"222\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-660\" class=\"wp-caption-text\">Gilbert Grandval<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach Ende der Potsdamer Konferenz, an welcher die alliierten Besatzungszonen gem\u00e4ss den Vorschl\u00e4gen der EAC endg\u00fcltig legitimiert wurden, wird der 41-j\u00e4hrige Gilbert Grandval (1904-1981, eigentlich Yves Gilbert Edmond Hirsch-Ollendorf) zum Milit\u00e4rgouverneur des Saarlandes ernannt.<br \/>\nSeine Ernennung erfolgt auf direkte Veranlassung von Pr\u00e4sident Charles de Gaulle gegen das Aussenministerium, welche L\u00e9once Abel Verdier, von 1935-1939 franz\u00f6sischer Konsul an der Saar, favorisierten.<br \/>\nGrandval tritt seine Position am 7. September 1945 an. Er arbeitet sich rasch in die Thematik ein und entwickelt eine eigene, von seinem Mentor De Gaulle unabh\u00e4ngige Vision des Saarlandes. Grandval erweist sich als Gl\u00fccksgriff f\u00fcr das Saarland.<\/p>\n<p>Der 8. April 1946, heute vor 80 Jahren ist der Tag der weitestgehend administrativen Trennung des Saarlandes von der franz\u00f6sischen Besatzungszone. Die Trennung betrifft nicht die Eisenbahn und nur zu einem\u00a0Teil die inzwischen gegr\u00fcndete Oberpostdirektion Saar.<br \/>\nDie Trennung und die direkte Unterstellung Grandvals unter das franz\u00f6sische Aussenministerium am Quay d&#8217;Orsay erfolgt nicht gegen den Willen des franz\u00f6sischen Milit\u00e4rgouverneurs f\u00fcr Deutschland, G\u00e9n\u00e9ral Pierre-Marie K\u0153nig. Im Gegenteil. Sie erfolgt auf Vorschlag von G\u00e9n\u00e9ral K\u0153nig.<br \/>\nBeide, K\u0153nig und Grandval hatten bereits seit der letzten Phase des Krieges gut zusammengearbeitet. So gut, dass De Gaulle, Grandval als K\u0153nigs Stellvertreter vorgesehen hatte. Doch Grandval hatte diese Position abgelehnt. Er wollte aufbauen. Er war ein \u2039Macher\u203a.<\/p>\n<h4>Einige Eckdaten zum Postverkehr<\/h4>\n<ul>\n<li>Juli 1945: Die franz\u00f6sischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden gr\u00fcnden \u00fcber das Regierungspr\u00e4sidium Saar die Oberpostdirektion Saar mit Sitz in Saarbr\u00fccken. Die Belegschaft rekrutiert sich mehrheitlich aus Angestellten der ehemaligen Reichspost. Erster Pr\u00e4sident wird Paul Beinlich.<\/li>\n<li>September 1945: Der zivile Postverkehr wird ab 1. September im n\u00f6rdlichen Teil der franz\u00f6sischen Besatzungszone und somit auch im Saarland wieder zugelassen und umgehend rege genutzt. Erlaubt sind Postkarten mit bis zu 10 Zeilen Text. Geb\u00fchr 5 Pfennig im Orts- und 6 Pfennig im Fernverkehr. Barfrankierung.<br \/>\nAm 6. September wird der Postscheckdienst wieder aufgenommen.<br \/>\nAm 17. September wird der zivile Postverkehr auf Briefe, Drucksachen und Zeitungen ausgeweitet.<\/li>\n<li>Oktober 1945: Der zivile Postverkehr wird am 14. Oktober auf die gesamte franz\u00f6sische Besatzungszone und am 30. Oktober auf die anderen Besatzungszonen ausgeweitet.<\/li>\n<li>Januar 1946: Erste Werte der Briefmarkenausgabe \u2039Wappen und Dichter\u203a kommen an die saarl\u00e4ndischen Postschalter. Barfrankierung weiterhin weit verbreitet.<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_664\" aria-describedby=\"caption-attachment-664\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=664\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-664 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-300x116.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-300x116.jpeg 300w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-1024x396.jpeg 1024w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-768x297.jpeg 768w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-1200x464.jpeg 1200w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD.jpeg 1428w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-664\" class=\"wp-caption-text\">Wappen und Dichter<\/figcaption><\/figure>\n<ul>\n<li>M\u00e4rz 1946: Portoerh\u00f6hung im Saarland wie auch in der franz\u00f6sischen Besatzungszone zum 1. M\u00e4rz. Verdoppelung aller wesentlichen Inlandspostgeb\u00fchren. Die Geb\u00fchren f\u00fcr die \u2014 noch nicht \u2014 zugelassenen Auslandsdienste werden verdreifacht<\/li>\n<li>April 1946: Wiederaufnahme des Auslandspostverkehrs in allen Besatzungszonen am 1. April. Destinationen Japan, Spanien und Ungarn sind nicht gestattet. Die franz\u00f6sische Zensurstelle in Saarbr\u00fccken \u00fcberwacht die bei der Auslandsleitstelle Saarbr\u00fccken (Postamt Saarbr\u00fccken 2, Stempel c) eingehende Post.<\/li>\n<\/ul>\n<p>____________________<\/p>\n<p>\ud83c\uddec\ud83c\udde7 <strong>In a nutshell<\/strong>: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland \u2039Works and sights at the Saar\u203a.<br \/>\nBoth, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues \u2039Works and sights at the Saar\u203a are inextricably entwined.<\/p>\n<p>In no particular order I&#8217;m going to publish over the next 27 months blog-posts on certain historical events of that time. Sometimes from a political and sometimes from a philatelic perspective.<\/p>\n<p>This post traces the early beginnings of the nascent Saarland. from March 1945 to April 1946.<\/p>\n<p>\ud83c\uddeb\ud83c\uddf7 <strong>En bref<\/strong>: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont \u00e9t\u00e9 pos\u00e9es. Il y a 80 ans, les plans ont \u00e9t\u00e9 dessin\u00e9s et les travaux ont commenc\u00e9 pour la premi\u00e8re s\u00e9rie de timbres de la Sarre intitul\u00e9e \u00ab Metiers et sites de la Sarre \u00bb.<br \/>\nL&#8217;histoire politique de la Sarre et l&#8217;histoire de la s\u00e9rie de timbres \u00ab Metiers et sites de la Sarre \u00bb sont inextricablement li\u00e9es.<\/p>\n<p>Au cours des 27 prochains mois, je publierai, sans ordre particulier, des articles de blog sur certains \u00e9v\u00e9nements historiques (Fernand Braudel) de cette \u00e9poche. Parfois d&#8217;un point de vue politique, parfois d&#8217;un point de vue philat\u00e9lique.<\/p>\n<p>Cet article retrace les tout d\u00e9buts de la Sarre naissante, de mars 1945 \u00e0 avril 1946.<\/p>\n<p>#saarphila #saarphilatelie<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saarphila History Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen f\u00fcr eine und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe f\u00fcr das Saarland: \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a. Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a sind untrennbar miteinander&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog-beitrag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=645"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":671,"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/645\/revisions\/671"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.saarphila.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}