{"id":645,"date":"2026-04-08T00:45:45","date_gmt":"2026-04-07T22:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=645"},"modified":"2026-07-17T15:50:39","modified_gmt":"2026-07-17T13:50:39","slug":"vor-80-jahren-8-april-1946","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=645","title":{"rendered":"\u2039Vor 80 Jahren\u203a &#8211; 8. April 1946"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #1e73be;\"><strong>Saarphila<\/strong><\/span> <span style=\"color: #f27200;\"><strong>History<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe f\u00fcr das Saarland: \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a.<br \/>\nDie politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a sind untrennbar miteinander verwoben.<\/p>\n<p>In den kommenden 27 Monate werde ich in loser Folge zu bestimmten Ereignissen dieser Zeit Beitr\u00e4ge verfassen. Mal mehr aus politischer mal mehr aus philatelistischer Perspektive; aber immer als Ereignisgeschichte, der \u2039courte dur\u00e9e\u203a nach Fernand Braudel.<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">8. April 1946<\/h4>\n<p>Seit diesem Tag rapportiert Gilbert Grandval, Milit\u00e4rgouverneur des Saarlandes, direkt an den Quay d&#8217;Orsay in Paris. Genauer an die Kommission f\u00fcr Saar-Angelegenheiten im Pariser Aussenministerium.<br \/>\nDamit endet einerseits die Unterstellung Grandvals unter die franz\u00f6sische Milit\u00e4rregierung f\u00fcr Deutschland in Baden-Baden, andererseits trennt sich das Saarland administrativ weiter von der franz\u00f6sischen Besatzungszone in Deutschland.<br \/>\nErste Schritte dazu hatte es bereits 1945 gegeben.<\/p>\n<p>Wie alles begann.<br \/>\nEin Jahr zuvor, am 21. M\u00e4rz 1945 ist der Krieg f\u00fcr die wenigen verbliebenen zivilen Bewohner der Saar-Region vorbei.<br \/>\nTruppen der 7. US-Armee, verst\u00e4rkt durch zwei Divisionen der 3. US-Armee und mit Unterst\u00fctzung durch Jagdbomber des XII. Tactical Air Commands sowie Bombern der 8. US-Luftflotte hatten im Zuge der Operation \u2039Undertone\u203a die Fl\u00fcsse Mosel, Saar und Nahe, sowie den Westwall innerhalb weniger Tage \u00fcberwunden. Die Front verl\u00e4uft nun entlang des Westufers des Rheins.<br \/>\nHinter der Front herrscht Ruhe.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Eingang des Saarbr\u00fccker Rathauses weht das Sternenbanner. Saarbr\u00fccken ist nach 32 schweren Luftangriffen eine Tr\u00fcmmerw\u00fcste und geh\u00f6rt zu den am schwersten zerst\u00f6rten St\u00e4dten des Deutschen Reichs. 80 Prozent der Geb\u00e4ude sind besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt. Die Wasser- und Energieversorgung l\u00e4ngst zusammengebrochen. Etwa 7&#8217;000 Menschen hausen in den Ruinen und einigen H\u00f6hlen. 7&#8217;000 von \u00fcber 130&#8217;000 vor dem Krieg.<\/p>\n<figure id=\"attachment_652\" aria-describedby=\"caption-attachment-652\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=652\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-652\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24.jpeg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24.jpeg 1000w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/24-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-652\" class=\"wp-caption-text\">Stadtarchiv Saarbr\u00fccken V III B 2 -30_70<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Saarbr\u00fccker Rathaus ist Amtssitz des 48-j\u00e4hrigen Colonels Louis G. Kelly (1897-1970). Kelly leitet seit dem 21. M\u00e4rz 1945 die US-Milit\u00e4rverwaltung f\u00fcr Saarbr\u00fccken. In einer seiner ersten Amtshandlungen ernennt er am 24. M\u00e4rz den \u00f6rtlichen Nudelfabrikanten Heinrich Wahlster (1892-1968) zum Oberb\u00fcrgermeister von Saarbr\u00fccken. Der leitende Angestellte Heinrich Detjen wird zweiter B\u00fcrgermeister, der Kaufmann Richard Neu Beigeordneter. Fertig ist die Stadtregierung.<br \/>\nDanach organisiert Kelly Tr\u00fcmmerr\u00e4umung, Wasser, Nahrungsmittel, Kohlen, Strom und die medizinische Versorgung. Eine Herkulesaufgabe.<br \/>\nColonel Kelly macht seine Arbeit gut.<br \/>\nMitte April 1945 \u2013 in Deutschland wird weiterhin verbissen gek\u00e4mpft \u2013 wird ihm die Leitung der US-Milit\u00e4rverwaltung f\u00fcr die gesamte Saar-Region \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Ich kann leider kein Bild von Colonel Louis G. Kelly zeigen. Ich bekam viel Unterst\u00fctzung, habe einiges gefunden, aber leider kein Bild von Colonel Kelly.<br \/>\n\u2192 Saarl\u00e4ndischen Landesarchiv<br \/>\n\u2192 Stadtarchiv Saarbr\u00fccken<br \/>\n\u2192 Pentagon<br \/>\n\u2192 Archiv der New York Times<br \/>\n\u2192 Library of Congress<br \/>\n\u2192 National Archives<br \/>\n\u2192 70th US-Division Association (Truppen der 70th haben Saarbr\u00fccken eingenommen)<br \/>\n\u2192 Oberkommando der US-Truppen in Wiesbaden<br \/>\n\u2192 NATO School in Oberammergau (damals 6819th AIESS, die Kelly Ende der 1940er-Jahr leitete)<\/p>\n<p>Ich erachte Colonel Kelly als den \u00a0e r s t e n \u00a0von drei Gr\u00fcndungsv\u00e4tern des modernen Saarlands.<br \/>\nNicht wegen seiner organisatorischen F\u00e4higkeiten, \u00fcber welche er unbestritten in hohem Mass verf\u00fcgte.<br \/>\nSondern weil Colonel Kelly am 4. Mai 1945 \u2014 also noch vor der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen \u2014 das Regierungspr\u00e4sidium Saar errichtet. Mit dem Regierungspr\u00e4sidium Saar schafft er die \u2014 zuvor nicht vorhandene \u2014 institutionelle Basis, legt im \u00fcbertragenen Sinn den Grundstein f\u00fcr das moderne Saarland.<\/p>\n<p>Die Leitung des Regierungspr\u00e4sidiums \u00fcbertr\u00e4gt Colonel Kelly dem 44-j\u00e4hrigen Rechtsanwalt Dr. Hans Neureuter (1901-1953). Kelly beweist mit dieser Wahl Menschenkenntnis, denn Neureuter ist ein Macher, der den Wiederaufbau vorantreiben will.<\/p>\n<p>Colonel Kelly h\u00e4lt sich bei seinem Vorgehen an die generelle Anweisung des \u2039 \u2039Supreme Headquarters\u203a, in den besetzten Gebieten schnell eine der Weisungsbefugnis der US-Milit\u00e4rbeh\u00f6rden unterstellte zivile Verwaltung zu errichten.<br \/>\nMeines Erachtens handelt Colonel Kelly bei der Schaffung eines neuen Regierungspr\u00e4sidiums dennoch eigenm\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Colonel Kelly reaktiviert keine zuvor existierende Verwaltungseinheit; ein Regierungspr\u00e4sidium Saar hatte zuvor nicht existiert. Die Saar-Region geh\u00f6rte zum gr\u00f6ssten Teil zur preussischen Rheinprovinz (Regierungsbezirk Trier) und zu einem kleineren Teil zur bayrischen Pfalz sowie zum F\u00fcrstentum Birkenfeld (Ghzm Oldenburg). Nach der R\u00fcckgliederung des V\u00f6lkerbundsmandats \u2039Saargebiet\u203a am 1. M\u00e4rz 1935 wurde das Saarland Reichsland unter einem Reichskommissar und ab 1941 Teil der sogenannten \u2039Westmark\u203a.<\/p>\n<p>Die US-amerikanische Milit\u00e4rregierung in Wiesbaden bildet \u2014 in Unkenntnis der Anordnung Colonel Kellys \u2014 am 10. Mai 1945 die Provinzialregierung Saar-Pfalz und Rheinhessen mit Sitz in Neustadt an der Haardt. Aus der Provinzialregierung entsteht, erweitert um die Regierungsbezirke Trier und Koblenz mit Wirkung vom 1. Juni 1945 das Oberregierungspr\u00e4sidium Mittelrhein-Saar unter Dr. Hermann Heimerich (1885-1963). Ein Regierungspr\u00e4sidium Saar ist in dieser Verwaltungseinheit nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Die Verwirrung ist nur von kurzer Dauer. Mit der Organisationsverf\u00fcgung Nr. 7 vom 3. Juni 1945 sanktioniert die US-Milit\u00e4rregierung in Wiesbaden das Regierungspr\u00e4sidium Saar und schafft zudem auch die Regierungsbezirke Pfalz und Rheinhessen neu.<br \/>\nDie Unterstellung unter ein Oberregierungspr\u00e4sidium ist f\u00fcr Regierungspr\u00e4sident Dr. Neureuter gl\u00fccklicherweise nur ein kurzfristiges \u00c4rgernis.<\/p>\n<p>Bisher war alles Politik. Wie steht es nach der Besetzung durch US-Truppen um das Postwesen im Saarland?<br \/>\nDer Postdienst ist seit Dezember 1944 komplett eingestellt.<br \/>\nDie Belegschaft der Reichpostdirektion Saarbr\u00fccken und der st\u00e4dtischen Post\u00e4mter verlegt am 2. Dezember 1944 mit 12 Postbussen nach Speyer. Das Personal der \u00fcbrigen Post\u00e4mter begibt sich gr\u00f6sstenteils in die ihnen zugewiesenen Bergungsgebiete.<br \/>\nDas Hauptpostamt in Saarbr\u00fccken, Post\u00e4mter in den anderen St\u00e4dten sowie auf dem Land sind jetzt, im Fr\u00fchjahr 1945, zerst\u00f6rt. Ebenso Fahrzeuge, Material, Telefon- und Telegrafenleitungen usw.<\/p>\n<p>Die US-Milit\u00e4rregierung beordert die evakuierte Postbelegschaft erst am 27. Juni 1945 samt Postbussen aus dem Allg\u00e4u zur\u00fcck in die Heimat, wo diese am 28. Juni 1945 eintreffen.\u00a0Dort heisst es f\u00fcr die Postangestellten, den wichtigen Kraftpostverkehr zwischen den Wohngebieten der Bergleute und den Kohlengruben aufzubauen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Aachen richtet die US-Milit\u00e4rverwaltung in Saarbr\u00fccken keinen Postdienst ein, werden keine Briefmarken ausgegeben. Der zivile Postverkehr bleibt untersagt.\u00a0F\u00fcr den Dienstpostverkehr zwischen B\u00fcrgermeistern, Landr\u00e4ten, Verwaltungen usw. besteht ein Motorrad-Kurierdienst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=656\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-656 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26-218x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26-218x300.jpeg 218w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26-744x1024.jpeg 744w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/26.jpeg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 10. Juli 1945 l\u00f6sen franz\u00f6sische Truppen die US-amerikanischen Besatzungstruppen ab; das Saarland ist nun gem\u00e4ss finalem Zonenprotokoll der European Advisory Commission (EAC) in London f\u00fcr kurze Zeit Teil der franz\u00f6sischen Besatzungszone in Deutschland.<\/p>\n<figure id=\"attachment_657\" aria-describedby=\"caption-attachment-657\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=657\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-657 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27-300x228.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27-300x228.jpeg 300w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27-768x583.jpeg 768w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/27.jpeg 905w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-657\" class=\"wp-caption-text\">EAC, Public Domain<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die franz\u00f6sische Besatzungszone umfasst Gebiete im Westen Deutschlands sowie \u2013 um die sch\u00f6ne Schweiz herum \u2013 das Vorarlberg und die westlichen Teile Tirols in \u00d6sterreich. Die Besatzungsgebiete in Deutschland und \u00d6sterreich sind beim Landkreis Lindau miteinander verbunden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_658\" aria-describedby=\"caption-attachment-658\" style=\"width: 218px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=658\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-658 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-218x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-218x300.jpeg 218w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-746x1024.jpeg 746w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28-768x1055.jpeg 768w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/28.jpeg 897w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-658\" class=\"wp-caption-text\">Public Domain, digitally enhanced by author<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die franz\u00f6sische Besatzungszone in Deutschland \u00e4hnelt auf Karten einer Sanduhr, deren Engstelle bei Karlsruhe liegt. Auf der Karte habe ich das Saarland blassblau eingezeichnet.<\/p>\n<p>Mit dem Einmarsch franz\u00f6sischer Truppen \u00fcbernimmt der 48-j\u00e4hrige G\u00e9n\u00e9ral Louis-Constant Morli\u00e8re (1897-1980) \u00fcbernimmt die provisorische Truppenverwaltung im Saarland von Colonel Louis G. Kelly.<\/p>\n<figure id=\"attachment_659\" aria-describedby=\"caption-attachment-659\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=659\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-659 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/30.jpeg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"250\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-659\" class=\"wp-caption-text\">Louis-Constant Morli\u00e8re<\/figcaption><\/figure>\n<p>G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8re ist ein brillianter Offizier und hervorragender Organisator.<br \/>\nIch erachte G\u00e9n\u00e9ral Louis Constant Morli\u00e8re als den<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>z w e i t e n von drei Gr\u00fcnderv\u00e4tern des modernen Saarlands.<\/p>\n<p>Wiederum nicht wegen seiner organisatorischen F\u00e4higkeiten, \u00fcber welche er unbestritten in dem gleichen hohen Mass verf\u00fcgte, wie Colonel Kelly. G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e9re l\u00f6st am 25. Juli 1945 das Regierungspr\u00e4sidium Saar aus der Zust\u00e4ndigkeit des Oberregierungspr\u00e4sidiums Mittelrhein-Saar in Neustadt. Die Regierung des Oberregierungspr\u00e4sidiums legt G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8re keine Steine in den Weg \u2026 sie war am 5. Juli 1945 geschlossen zur\u00fcckgetreten.<\/p>\n<p>G\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8re schreibt am 25. Juli 1945 an Dr. Neureuter:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;, dass das Saarland k\u00fcnftighin eine eigene Verwaltungseinheit bildet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das war, genau wie die Gr\u00fcndung des Regierungspr\u00e4sidiums Saar 11 Wochen zuvor,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>ein grosser Schritt auf dem Weg zum eigenst\u00e4ndigen Saarland.<\/p>\n<p>G\u00e9n\u00e9ral Moli\u00e8re veranlasst \u00fcber Dr. Neureuter die Gr\u00fcndung einer Oberpostdirektion Saar als eigene Mittelbeh\u00f6rde, welche am 31. Juli 1945 ihre Arbeit aufnimmt.<br \/>\nG\u00e9n\u00e9ral Morli\u00e8res Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Saarland endet offiziell am 30. August 1945.<\/p>\n<p>Der<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>d r i t t e<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Gr\u00fcndungsvater pr\u00e4gte das moderne Saarland wie sonst niemand vor ihm.<br \/>\nBis heute!<br \/>\nDie Saarl\u00e4nder sollten ihm endlich ein Denkmal setzen. Nicht einmal eine Strasse wurde nach ihm benannt.<br \/>\nIch habe ihn eingangs erw\u00e4hnt: Gilbert Grandval.<\/p>\n<figure id=\"attachment_660\" aria-describedby=\"caption-attachment-660\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=660\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-660 size-full\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/31.jpeg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"222\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-660\" class=\"wp-caption-text\">Gilbert Grandval<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach Ende der Potsdamer Konferenz, an welcher die alliierten Besatzungszonen gem\u00e4ss den Vorschl\u00e4gen der EAC endg\u00fcltig legitimiert wurden, wird der 41-j\u00e4hrige Gilbert Grandval (1904-1981, eigentlich Yves Gilbert Edmond Hirsch-Ollendorf) zum Milit\u00e4rgouverneur des Saarlandes ernannt.<br \/>\nSeine Ernennung erfolgt auf direkte Veranlassung von Pr\u00e4sident Charles de Gaulle gegen das Aussenministerium, welche L\u00e9once Abel Verdier, von 1935-1939 franz\u00f6sischer Konsul an der Saar, favorisierten.<\/p>\n<p>Der tatkr\u00e4ftige und charismatische Gilbert Grandval erweist sich als Gl\u00fccksgriff.\u00a0Er arbeitet sich schnell in die Thematik ein und entwickelt eine von seinem Mentor unabh\u00e4ngige Vision eines wirtschaftlich lebensf\u00e4higen Saarlandes \u2026 sowie eine Strategie zu deren Umsetzung.<br \/>\nSeine guten Beziehungen in Paris helfen ihm bei seiner Aufgabe genauso, wie das freundschaftliche Verh\u00e4ltnis, welches ihn mit G\u00e9n\u00e9ral Pierre-Marie K\u0153nig, dem franz\u00f6sischen Milit\u00e4rgouverneur f\u00fcr Deutschland verbindet.<\/p>\n<p>Der 8. April <a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?p=1119\">1946<\/a>, heute vor 80 Jahren ist der Tag der weitestgehend administrativen Trennung des Saarlandes von der franz\u00f6sischen Besatzungszone. Die Trennung betrifft nicht die Eisenbahn und nur zu einem\u00a0Teil die inzwischen gegr\u00fcndete Oberpostdirektion Saar.<br \/>\nDie Trennung und die direkte Unterstellung Grandvals unter das franz\u00f6sische Aussenministerium am Quay d&#8217;Orsay erfolgt nicht gegen den Willen des franz\u00f6sischen Milit\u00e4rgouverneurs f\u00fcr Deutschland, G\u00e9n\u00e9ral Pierre-Marie K\u0153nig. Im Gegenteil. Sie erfolgt auf Vorschlag von G\u00e9n\u00e9ral K\u0153nig.<br \/>\nBeide, K\u0153nig und Grandval hatten bereits seit der letzten Phase des Krieges gut zusammengearbeitet. So gut, dass De Gaulle, Grandval als K\u0153nigs Stellvertreter vorgesehen hatte. Doch Grandval hatte diese Position abgelehnt. Er wollte aufbauen. Er war ein \u2039Macher\u203a.<\/p>\n<h4>Einige Eckdaten zum Postverkehr<\/h4>\n<ul>\n<li>Juli 1945: Die franz\u00f6sischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden gr\u00fcnden \u00fcber das Regierungspr\u00e4sidium Saar die Oberpostdirektion Saar mit Sitz in Saarbr\u00fccken. Die Belegschaft rekrutiert sich mehrheitlich aus Angestellten der ehemaligen Reichspost. Erster Pr\u00e4sident wird Paul Beinlich.<\/li>\n<li>September 1945: Der zivile Postverkehr wird ab 1. September im n\u00f6rdlichen Teil der franz\u00f6sischen Besatzungszone und somit auch im Saarland wieder zugelassen und umgehend rege genutzt. Erlaubt sind Postkarten mit bis zu 10 Zeilen Text. Geb\u00fchr 5 Pfennig im Orts- und 6 Pfennig im Fernverkehr. Barfrankierung.<br \/>\nAm 6. September wird der Postscheckdienst wieder aufgenommen.<br \/>\nAm 17. September wird der zivile Postverkehr auf Briefe, Drucksachen und Zeitungen ausgeweitet.<\/li>\n<li>Oktober 1945: Der zivile Postverkehr wird am 14. Oktober auf die gesamte franz\u00f6sische Besatzungszone und am 30. Oktober auf die anderen Besatzungszonen ausgeweitet.<\/li>\n<li>Januar 1946: Erste Werte der Briefmarkenausgabe \u2039Wappen und Dichter\u203a kommen an die saarl\u00e4ndischen Postschalter. Barfrankierung weiterhin weit verbreitet.<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_664\" aria-describedby=\"caption-attachment-664\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/?attachment_id=664\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-664 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-300x116.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-300x116.jpeg 300w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-1024x396.jpeg 1024w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-768x297.jpeg 768w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD-1200x464.jpeg 1200w, https:\/\/blog.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WuD.jpeg 1428w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-664\" class=\"wp-caption-text\">Wappen und Dichter<\/figcaption><\/figure>\n<ul>\n<li>M\u00e4rz 1946: Portoerh\u00f6hung im Saarland wie auch in der franz\u00f6sischen Besatzungszone zum 1. M\u00e4rz. Verdoppelung aller wesentlichen Inlandspostgeb\u00fchren. Die Geb\u00fchren f\u00fcr die \u2014 noch nicht \u2014 zugelassenen Auslandsdienste werden verdreifacht<\/li>\n<li>April 1946: Wiederaufnahme des Auslandspostverkehrs in allen Besatzungszonen am 1. April. Destinationen Japan, Spanien und Ungarn sind nicht gestattet. Die franz\u00f6sische Zensurstelle in Saarbr\u00fccken \u00fcberwacht die bei der Auslandsleitstelle Saarbr\u00fccken (Postamt Saarbr\u00fccken 2, Stempel c) eingehende Post.<\/li>\n<\/ul>\n<p>____________________<\/p>\n<p><strong>Hinweise<\/strong><br \/>\nDiese Website verwendet <strong>Lightbox<\/strong>. F\u00fcr gr\u00f6ssere Abbildungen eine Abbildung ber\u00fchren oder anklicken.<\/p>\n<p>Der Begriff \u2039<span style=\"color: #1e73be;\">Saarphila <\/span><span style=\"color: #f27200;\">History<span style=\"color: #000000;\">\u203a <\/span><\/span>ist gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<p>\ud83c\uddec\ud83c\udde7 <strong>In a nutshell<\/strong>: 80 years ago, foundations for the nascent Saarland were laid. 80 years ago, plans were drawn for and work started at the first stamp issue for the Saarland \u2039Works and sights at the Saar\u203a.<br \/>\nBoth, the political history of the Saarland as well as the history of the stamp issues \u2039Works and sights at the Saar\u203a are inextricably entwined.<\/p>\n<p>In no particular order I&#8217;m going to publish over the next 27 months blog-posts on certain historical events of that time. Sometimes from a political and sometimes from a philatelic perspective.<\/p>\n<p>This post traces the early beginnings of the nascent Saarland. from March 1945 to April 1946.<\/p>\n<p>\ud83c\uddeb\ud83c\uddf7 <strong>En bref<\/strong>: Il y a 80 ans, les fondations de la Sarre naissante ont \u00e9t\u00e9 pos\u00e9es. Il y a 80 ans, les plans ont \u00e9t\u00e9 dessin\u00e9s et les travaux ont commenc\u00e9 pour la premi\u00e8re s\u00e9rie de timbres de la Sarre intitul\u00e9e \u00ab Metiers et sites de la Sarre \u00bb.<br \/>\nL&#8217;histoire politique de la Sarre et l&#8217;histoire de la s\u00e9rie de timbres \u00ab Metiers et sites de la Sarre \u00bb sont inextricablement li\u00e9es.<\/p>\n<p>Au cours des 27 prochains mois, je publierai, sans ordre particulier, des articles de blog sur certains \u00e9v\u00e9nements historiques (Fernand Braudel) de cette \u00e9poche. Parfois d&#8217;un point de vue politique, parfois d&#8217;un point de vue philat\u00e9lique.<\/p>\n<p>Cet article retrace les tout d\u00e9buts de la Sarre naissante, de mars 1945 \u00e0 avril 1946.<\/p>\n<p>#saarphila #saarphilately<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saarphila History Vor 80 Jahren entstand das Saarland wie wir es heute kennen. Ebenfalls vor 80 Jahren begannen die Planungen und Arbeiten an einer Briefmarkenausgabe f\u00fcr das Saarland: \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a. Die politische Entwicklung des Saarlandes wie die Geschichte der Briefmarkenausgaben \u2039Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar\u203a sind untrennbar miteinander verwoben. 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